Simic erneut stark im Tor

MT Melsungen kommt erst spät auf Touren: 25:19 gegen Aufsteiger Ludwigshafen

+
Philipp Müller und seine MT Melsungen besiegten die Eulen Ludwigshafen mit 25:19.

Kassel. Jetzt haben sie ihr Topspiel, die Melsunger Handballer! Durch den letztlich ungefährdeten 25:19 (10:8)-Heimsieg gegen Bundesliga-Aufsteiger Ludwigshafen rückte die MT vorerst auf den dritten Tabellenplatz vor.

Die Mannschaft kann sich nun in Ruhe auf den Kracher am Sonntag, 10. Dezember, ab 12.30 Uhr beim Spitzenreiter Füchse Berlin vorbereiten. Dann müssen die Melsunger aber im Vergleich zur Partie gegen den Neuling noch eine Schippe drauflegen.

Michael Allendorf per Siebenmeter, Philipp Müller aus dem erweiterten Gegenstoß – der Auftakt in diesen Abend war angesichts der schnellen Melsunger 2:0-Führung verheißungsvoll. Dieser gute Eindruck verstärkte sich noch, als Nebojsa Simic im MT-Kasten seinen ersten großen Auftritt hatte: In der dritten Minute fing (!) er einen Siebenmeter von Denni Dzojic. Doch dann war es erst mal vorbei mit der Melsunger Herrlichkeit.

Der Außenseiter aus Ludwigshafen vertraute auf eine aggressive Deckung und langatmige Angriffe – und hatte damit Erfolg. Frederic Stüber brachte die Gäste mit 3:2 in Führung (9.). Zwar sprang der zunächst geschonte Timm Schneider entrüstet von der MT-Ersatzbank auf, um seine Kollegen auf dem Feld wachzurütteln, diese fanden aber auch danach nicht ihren Rhythmus. In der Offensive fehlte der nötige Druck, in der Defensive agierten die Hausherren zu passiv. Zudem schied Kreisläufer Felix Danner früh mit einer Fußverletzung aus. Und weil die Schiedsrichter immer einige Zeit warteten, bis sie den Arm für drohendes Zeitspiel der Eulen hoben, wurde es kein Augenschmaus für die 3968 Zuschauer.

Für die Höhepunkt sorgte allein Simic – wer sonst? Er trug auch maßgeblich dazu bei, dass der Favorit nach dem 5:5 immer mit ein, zwei Toren vorn lag. Julius Kühn gelang etwa per zweiter Welle das 6:5, Lasse Mikkelsen schob das 7:5 nach (17.). Eine höhere Pausenführung wäre möglich gewesen, wenn sich die Mannen von Trainer Michael Roth nicht zu oft vom Aufsteiger hätten regelrecht einlullen lassen.

MT Melsungen empfängt Eulen Ludwigshafen

Was Roth in der Kabine zu seinen Spielern sagte, ist nicht bekannt. Allerdings kehrten die Melsunger schnell auf das Parkett zurück – und traten deutlich entschlossener auf. Dazu trug auch die Hereinname von Spielmacher Schneider und Linksaußen Jeffrey Boomhouwer bei. Schneider, der in dieser Woche seinen Vertrag bei den Nordhessen bis 2020 verlängert hatte, markierte das 13:9 (35.), der Niederländer verwertete einen weiten Pass von Simic gekonnt zum 15:10 (39.).

Nur: Die MT-Akteure vergaßen, frühzeitig den Sack zuzumachen. Durch Fehlanspiele und Fehlwürfe ließen sie die Ludwigshafener wieder auf 13:16 herankommen (43.). In der Schlussviertelstunde schenkte Roth den Rückraumspielern das Vertrauen, die in den vergangenen Jahren schon das Melsunger Gesicht prägten: Schneider, Kapitän Michael Müller und dessen Bruder Philipp. Dadurch bekam das Spiel der Heimmannschaft mehr Struktur. Beleg gefällig? In der 54. Minute traf Philipp Müller nach Kempa-Anspiel von Michael Müller zum 21:16 – die Vorentscheidung, zumal Simic noch einige Glanztaten zeigte und Rechtsaußen Tobias Reichmann wichtige Treffer beisteuerte.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare