Ex-Melsunger trifft am Samstag auf MT

Schweikardt in Kassel: Wiedersehen mit einem Dauerbrenner

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Ein Könner im Umgang mit dem Handball: Stuttgarts Regisseur Michael Schweikardt tritt am Samstag an alter Wirkungsstätte an.

Kassel. Anfang Juni ist Schluss. Dauerbrenner Michael Schweikardt wird nach mehr als 400 Bundesliga-Spielen am Ende dieser Serie seine Karriere als Handball-Profi beim TVB Stuttgart beenden.

Bei seiner Abschiedstournee macht der 36-Jährige auch noch in der Kasseler Rothenbach-Halle Station.

Am Samstag ab 20.30 Uhr gastiert er mit den Bittenfeldern bei seinem früheren Klub MT Melsungen.

Ob er allerdings bei seiner Rückkehr aktiv ins Geschehen eingreifen kann, ist noch offen. Zuletzt musste Schweikardt wegen einer Schulterverletzung passen. „Es kann eine Punktlandung werden“, erklärt der Routinier. Es wäre sein 419. Spiel in der Die Reise nach Kassel tritt er auf jeden Fall mit an – er wird gute Bekannte treffen.

Als Schweikardt vor einigen Monaten zu einem Trainer-Lehrgang in Rotenburg weilte, meldete er sich beispielsweise direkt bei MT-Linksaußen Michael Allendorf. Beide hatten im Sommer 2010 in Melsungen angefangen. Nach zwei Jahren ging es für Schweikardt allerdings zurück in die schwäbische Heimat.

Nach wie vor lebt er in seiner Heimatstadt Waiblingen – und kann auch dort wohnen bleiben, wenn er sich einer neuer Aufgabe widmen wird. Im Sommer übernimmt der Schwabe das Traineramt beim Drittligisten in Horkheim – nur 40 Autominuten von Waiblingen entfernt. Wenn alles glatt läuft, legt Schweikardt im Mai die Prüfung zur A-Lizenz ab. Zudem bleibt er dem TVB in anderer Funktion erhalten: Er kümmert sich um die Förderung der eigenen Talente und den Bereich Scouting.

Sein Ende als Handball-Profi ist wohl überlegt. „Wir haben uns inzwischen in der 1. Bundesliga etabliert“, sagt Schweikardt entspannt. Seit dem Aufstieg der Bittenfelder 2015 ist das Team aus der höchsten Klasse nicht mehr wegzudenken. Dazu leistete der erfahrene Mittelmann einen gehörigen Beitrag. Wenn die Stuttgarter etwa mit einem siebten Feldspieler operieren, ist Schweikardt als Lenker und Denker gefordert.

Seit dem vorzeitigen Abgang von Michael Kraus im Februar zum Nachbarn Bietigheim ist seine Übersicht noch mehr gefragt. Mit Kraus spielte Schweikardt nicht nur in Stuttgart, sondern über viele Jahre erfolgreich bei Frisch Auf Göppingen zusammen. „Wir verstehen uns auch nach seinem schnellen Wechsel gut“, stellt der 36-Jährige schmunzelnd fest.

Falls er am Samstag wegen lädierter Schulter noch einmal zuschauen muss, ruhen die Hoffnungen der Stuttgarter auf Max Häfner – 23 Jahre alter Bruder des zukünftigen Melsunger Profis Kai Häfner. „Der ganz große Druck ist bei uns nicht mehr da“, sagt Schweikardt vor der Partie in Kassel. Der TVB liegt im gesicherten Tabellenmittelfeld.

Das sagt

Michael Allendorf (früherer Melsunger Weggefährte): „Vor der Karriere von Michael Schweikardt kann ich nur den Hut ziehen. Wer so lange durchhält, der verfügt über enorme Qualitäten. Während unserer gemeinsamen Zeit bei der MT haben wir auch privat viel miteinander unternommen. Wir hatten immer einen guten Draht zueinander. Wenn wir uns jetzt immer mal wieder treffen, reden wir viel miteinander.“

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