Milan Mokros hofft auf mehr Geld vom Verband

Kasseler Eishockeyjugend zum Olympia-Silber: Beste Werbung für uns

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Könnten als Zugpferd dienen: Vom Erfolg der mit der olympischen Silbermedaille dekorierten Spieler der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft erhofft sich die Eishockeyjugend Kassel größeren Zulauf von Kindern und Jugendlichen.

Kassel. Nach dem Sensationssilber in Pyeongchang stellt sich die Frage: Gibt es im heimischen Eishockey einen Boom? Wir sprachen mit Milan Mokros von der Eishockeyjugend Kassel.

Der ganze Verein hat mit den Jungs mitgefiebert“, sagt Milan Mokros, Chefcoach der Eishockeyjugend Kassel, über den Olympia-Erfolg des deutschen Eishockey-Teams. Wir sprachen mit dem 60-Jährigen über die Auswirkungen der Silbermedaille auf den Kasseler Nachwuchs.

Milan Mokros über… 

• den Olympia-Erfolg: „Ich habe alle Spiele im Fernsehen geschaut und mich sehr für die Jungs gefreut. Keiner hat ihnen vorher eine Chance eingeräumt - vielleicht war die Silbermedaille gerade deswegen möglich. Besonders habe ich mich für Moritz Müller gefreut und möchte ihm im Namen der EJK von Herzen gratulieren. Ich habe ihn trainiert, als er angefangen hat.

Im vorigen Jahr war er zu Gast und ist mit unseren Jugendlichen aufs Eis gegangen. Auch für Patrick Hager habe ich mich besonders gefreut. Sein Vater Toni und ich sind uns noch verbunden. Er hat hier die ersten Schritte auf dem Eis gemacht. Auch für solche Geschichten liebe ich Eishockey.“

• die Auswirkungen des Erfolgs für die EJK: „Olympia und der Erfolg des deutschen Teams waren Thema Nummer eins im Kabinentrakt. Alle haben mitgefiebert. Unsere Schüler und Jugendlichen haben über nichts anderes gesprochen und waren stolz auf die Mannschaft.

Das, was Marco Sturm und sein Team erreicht haben, ist die beste Werbung für unsere Sportart, die ja oft als Randsportart verkannt wird. Das gibt dem Eishockey ganz sicher einen Schub und ich hoffe, dass wir als Verein auch davon profitieren. Kinder orientieren sich an erfolgreichen Sportarten und ich hoffe, dass jetzt noch mehr von ihnen in die Eissporthalle finden.“

• die Strategie der EJK: „Bei uns sind rund 130 Kinder und Jugendliche aktiv, dazu kommen 30 bis 40, die in der Laufschule dabei, aber noch nicht im Verein angemeldet sind. Die Zahlen sind konstant. Aber dafür müssen wir viel tun - die Konkurrenz schläft nicht. Es ist nicht leicht, Kinder zu gewinnen, die in der Schule und in der Ausbildung immer mehr leisten müssen.

Im vorigen Jahr waren zehn Kitas bei uns auf dem Eis. Dazu kommen die Schulklassen und die Laufschule, über die wir versuchen, Interesse für unsere Sportart zu wecken. Wir haben einen Integrationstag angeboten und am 10. März gibt es zwischen 13.15 und 14.30 Uhr wieder einen speziellen Girls Day. Wir wollen Breitensport anbieten, aber auch Profis ausbilden. Das ist in den vergangenen Jahren gelungen. Moritz Müller ist schon der zweite Kasseler Eishockey-Olympionike nach Manuel Klinge.“

• die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Eishockey-Bund: „Wir nehmen seit drei Jahren am Zertifizierungsmodell des DEB teil. Erst vergangene Woche war Ernst Höfner als unser Ansprechpartner hier und hat sich unsere Rahmenbedingungen und Trainingsmethoden angeschaut Man hört uns zu und versucht zu unterstützen. Ich hoffe, dass der Olympiaerfolg auch dafür sorgt, dass wieder mehr Geld ins Eishockey fließt, dass es eine bessere Vermarktung gibt und Sponsoren auf den Zug aufspringen.“

• die Zukunft des Kasseler Eishockeys: „Wenn die zweite Eisfläche kommt, wäre das für alle ein großer Gewinn, besonders für die EJK. Die Anforderungen an den Nachwuchs werden immer größer, wir hätten mehr Trainingsmöglichkeiten. Ich hoffe, dass der Landessportbund Kassel mit der zweiten Eisfläche zum Landesstützpunkt machen würde. Und für die DEL2 wünsche ich mir, dass sie die Anerkennung bekommt, die sie verdient hat und es endlich Auf- und Abstieg geben wird.“

Von Carina Wagener

Quelle: HNA

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