Kapitän des Nationalteams trainiert bei den Kasselern

Moritz Müller trifft für die Huskies zum Einstand beim 11:1-Sieg gegen Herford

Auf geht‘s: Moritz Müller absolvierte gestern das erste Vorbereitungsspiel mit den Kassel Huskies.
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Auf geht‘s: Moritz Müller absolvierte gestern das erste Vorbereitungsspiel mit den Kassel Huskies.

Schlagzeilenträchtig sind Vorbereitungsspiele ja in den seltensten Fällen. Doch genau ein solcher trat gestern Abend ein. Und so bekam das zweite Testspiel der Kassel Huskies gegen den Oberligisten Herford einen ganz neuen Stellenwert. Nicht wegen des 11:1 (5:0, 4:0, 2:1), sondern weil der Eishockey-Zweitligist am Nachmittag jene prominente Verstärkung bestätigte, über die die HNA zuvor berichtet hatte: Moritz Müller, Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, wird in den nächsten Wochen das Kasseler Trikot tragen.

Kassel - Aufgrund des verschobenen Saisonstarts in der DEL werde der Kapitän der Kölner Haie nun einen Teil seiner Vorbereitung in Nordhessen absolvieren. Sobald die Saison in Köln beginnen sollte, werde der 33-Jährige dann wieder für die Haie auflaufen. Deren Trikot trägt der Verteidiger, der in Frankfurt geboren wurde, aber im Kasseler Nachwuchs die ersten Schritte unternahm, bereits seit 18 Jahren.

„Ich freue mich riesig darauf, endlich wieder einmal in meiner Heimatstadt aufs Eis gehen zu können“, sagte Müller nach einem Nickerchen vor seinem Debüt gegen Herford. Sein letztes Spiel in Kassel hatte er 2011/12 im Nationalteam gegen Dänemark bestritten, vor zwei, drei Jahren besuchte er Trainer Milan Mokros bei einem Training des DNL-Teams in der Halle.

Auch wenn nicht viel Zeit zum Eingewöhnen blieb: Müller meisterte die ersten Schritte auf altbekanntem Terrain erfolgreich: Zwei Minuten nach dem ersten Bully stand er erstmals auf dem Eis, knapp sechs Minuten später eröffnete er den Torreigen: Nach Querpass von Oliver Granz, der im weiteren Verlauf die Rolle des Vorlagenkönigs übernahm, musste er am kurzen Pfosten quasi nur die Kelle hinhalten (8.). Insgesamt gingen auch die Huskies zielstrebiger zu Werke als noch im ersten Test gegen Bietigheim (2:4). Zwar fehlten mit den angeschlagenen Michi Christ, Nathan Burns und Marc Schmidpeter drei Stürmer, dafür feierte Probespieler Michael Burns sein Debüt.

Herford, mit sechs Kasselern im Kader, hatte den Huskies wenig bis gar nichts entgegenzusetzen. Dass sich bis zum Ende des zweiten Drittels vor erneut leeren Zuschauerrängen neun verschiedene Torschützen in die Liste eintrugen, sprach Bände.

Müller hatte bereits am Samstag mit den Huskies trainiert während eines Besuchs bei seiner Familie. „Jetzt bin ich den Huskies und den Haien sehr dankbar für die Möglichkeit, mich hier zumindest für den Saisonstart in Köln sowie den Deutschland-Cup mit der Nationalmannschaft im November fithalten und vorbereiten zu können.“ Er freut sich über die unverhoffte Perspektive im Umfeld vieler Freunde und der Familie. „Denn ich will endlich wieder spielen nach sieben, acht Monaten Pause“, sagt er. Über die vertraglichen Modalitäten habe er sich nicht den Kopf zerbrochen und ist froh, „das die Vereine das hinbekommen haben“.

Bei den Huskies sind sie natürlich stolz, dass dem Team um Manuel Klinge dieser Coup gelungen ist. „Ich kenne Moritz schon sehr lange, wir sind immer in Kontakt geblieben. Er ist ein echter Leader, der unserer Mannschaft weiterhelfen wird, auch wenn er nur die Vorbereitung bei uns in Kassel ist“, sagte Geschäftsführer Joe Gibbs. Dass Moritz Müller die Huskies unterstützt, das werde auch auf lange Sicht hilfreich sein, meint Trainer Tim Kehler: „Mit seinen Qualitäten auf und neben dem Eis hilft er unseren Spielern, sich positiv zu entwickeln. Ganz egal ob er eine Woche da ist oder eine ganze Saison.“ (Michaela Streuff und Gerald Schaumburg)

SR: Naust/Lenhart. Z: keine

Tore: 1:0 (7:22) Mo. Müller (Granz, Cameron), 2:0 (8:00) M. Burns (Granz), 3:0 (10:53) Cameron (Kranz), 4:0 (11:46) Luknowsky (Olsen, Tramm), 5:0 (16:16) Moser (Valentin, Dinger), 6:0 (21:29) Trivino (Spitzner, Cameron), 7:0 (29:51) Olsen (Trivino, Dinger), 8:0 (30:42) Spitzner (Cameron, Granz - 6:5), 9:0 (30:59) Shevyrin (Spitzner, Kranz), 10:0 (41:25) Trivino, 10:1 (50:23) Brinkmann (Weikamp, Krüger), 11:1 (56:40) Cameron (Mo. Müller, Ma. Müller) Strafminuten: Kassel 10, Herford 14

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