Nur ein Sieg aus sechs Ligaspielen

MT-Geschäftsführer Geerken: Wir verfallen jetzt nicht in Panik

Kassel. Es läuft nicht rund bei den Handballern der MT Melsungen. Nur ein Sieg aus den vergangenen sechs Bundesliga-Spielen. Krise? Dazu äußert sich Geschäftsführer Axel Geerken.

Herr Geerken, schwebt das Wort Krise über der MT?  

Axel Geerken: Was heißt Krise? In Berlin zu verlieren, ist keine Schande. Und ich finde, dass die Mannschaft dort weiter einen Schritt nach vorn gemacht hat. Aber natürlich ist der Saisonverlauf nicht optimal. Wir haben insgesamt ein paar Punkte zu wenig. Es läuft nicht so rund, wie wir uns das vorgestellt hatten.

Woran liegt’s? 

Geerken: Der Mannschaft fehlen Leichtigkeit und Selbstverständnis – Eigenschaften, die in der Vorsaison vorhanden waren. Die Jungs kämpfen, aber der Motor ruckelt. Trotzdem: Wir verfallen jetzt nicht in Panik.

Die Qualität im Kader ist ja nicht schlechter geworden.

Geerken: Eben. Klar ist aber auch: Immer nur von der Qualität und dem Potenzial zu sprechen, macht die Sache nicht besser. Irgendwann muss die Mannschaft ihr Können dann auch mal zeigen.

Bleiben die Neuzugänge hinter den Erwartungen zurück?

Geerken: Das finde ich nicht. Jeffrey Boomhouwer bringt seine Leistung, wenn er ins Spiel kommt. Sein Problem ist, dass er Michael Allendorf vor der Nase hat, der sich in exzellenter Form befindet. Das Gleiche gilt für Marino Maric – am Kreis ist nun mal Felix Danner gesetzt.

Von Momir Rnic muss doch aber mehr kommen, oder? 

Geerken: Das ist ein bisschen unfair: Von ihm wurde erwartet, dass er 15 Tore pro Spiel wirft. Seine Art zu spielen erfordert perfektes Timing – daran hapert es. Aber Momir wird von Spiel zu Spiel besser. Wir sind überzeugt, dass wir die richtigen Jungs nach Melsungen geholt haben.

Trotzdem stößt die MT spielerisch oft an ihre Grenzen.  

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Geerken: Das stimmt. Das große Manko heißt Positionsangriff. Andere Teams haben sich auf uns eingestellt. Wir müssen neue Ideen finden. Da wird sich der Trainer aber etwas einfallen lassen.

Europapokal, so viele deutsche Nationalspieler wie noch nie, jede Menge Euphorie – hat das die Spieler womöglich im Liga-Alltag gebremst? 

Geerken: Das kann ich mir nicht vorstellen. Davon lassen wir uns nicht leiten. Da sind die Jungs Profis genug. Nichtsdestotrotz hat der Europapokal körperlich Spuren hinterlassen. Zu Saisonbeginn hatten wir gleich vier Spiele innerhalb einer Woche – da war die Belastung extrem hoch. Das soll jetzt bloß nicht als Ausrede verstanden werden. Doch es gab ein paar Faktoren, die den Start in die Saison ein wenig erschwert haben.

Muss der Verein das Saisonziel nun umformulieren? 

Geerken: Nein. Wir haben Platz vier bis sieben als Ziel ausgegeben, daran wird sich nichts ändern. Jetzt ist es noch viel zu früh, Vorgaben über Bord zu werfen. Wir sind von unserem Konzept überzeugt. Momentan stecken wir in einer schwierigen Situation. Aber in der Tabelle sind alle relativ eng beieinander.

Apropos: Ist die Liga enger zusammengerückt? 

Geerken: An der Spitze relativiert sich das jetzt etwas. Danach wird es sehr eng. Was auch zeigt, dass man jeden Spieltag topfit sein muss. An einem schwächeren Tag verliert man dann eben zu Hause gegen Gummersbach.

Gibt es Überlegungen, personell noch mal nachzulegen? 

Geerken:  Bis zum 15. Februar dürften wir ja noch Spieler für die laufende Saison verpflichten. Darüber denken wir aber nicht nach.

Von Robin Lipke

Quelle: HNA

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