Handball-Bundesligist gewinnt zwei Tage nach Entlassung von Trainer Grimm 28:25

MT Melsungen schlägt Bergischen HC: Danner bringt das Lächeln zurück

Sport Lokal 1. Handball-BundesligaMT Melsungen - Bergischer HCFelix DannerTimm SchneiderRoman SidorowiczFoto: Schachtschneider
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Bester Laune: Timm Schneider (von links), FElix Danner und Roman Sidorowicz.

Ein Zaubertor von Youngster Dimitri Ignatow, eine Parade des fantastischen Nebojsa Simic – so beendete Handball-Bundesligist MT Melsungen zwei Tage nach der Entlassung von Coach Heiko Grimm das Heimspiel gegen den Bergischen HC. Die beiden Aktionen sicherten den Nordhessen einen hart erkämpften 28:25 (15:12)-Heimerfolg. Es war der erste Sieg der MT gegen den BHC seit dem 21. Oktober 2018.

Wie groß die Erleichterung nach der turbulenten Woche war, zeigte sich nach der Schlusssirene, als Ignatow Interimstrainer Felix Danner in die Arme sprang. Sämtliche Kollegen sowie MT-Mäzenin Barbara Braun-Lüdicke und Manager Axel Geerken schlossen sich den Glückwünschen an.

Das Spiel eins nach Grimm war zugleich das Spiel eins vor Gudmundur Gudmundsson. Zwar hatte Co-Trainer Arjan Haenen den künftigen Melsunger Coach am Spieltag vom Flughafen abgeholt, die Partie der MT verfolgte der Isländer aber in seinem möblierten Appartement am TV. Erst heute wird Gudmundsson während einer Pressekonferenz offiziell vorgestellt. Seinen Einstand gibt er am Samstag ab 20.45 Uhr im EHF-Cup gegen Silkeborg.

Was Gudmundsson am Bildschirm sah, dürfte ihm gefallen haben. Denn: Die Melsunger Mannschaft trat in Abwehr und Angriff mutig und entschlossen auf. Wenn Kapitän Finn Lemke im Vorfeld davon sprach, die Fans „abholen“ zu wollen, dann war ihm und seinem Team das in der Anfangsphase ganz gut gelungen. Dass einige technische Fehler und Fehlwürfe den Weg begleiteten – verzeihlich.

Es war fast logisch, dass die MT durch Marino Maric (2) und Julius Kühn auf 8:4 stellte (14.). Danach stoppte zwar Sebastian Damm, der Kasseler im BHC-Team, den Lauf der Hausherren mit dem 5:8, die Gastgeber hielten aber den Druck hoch: Timm Schneider und Tobias Reichmann trafen zum 12:7 (23.). Da die Bergischen Löwen ein unbequemer Gegner waren, war es umso wichtiger, dass Melsungens Torwart Nebojsa Simic dem Kontrahenten einige freie Bälle wegnahm.

Der nächste Schritt der Gastgeber sollte ein guter Start in die zweite Halbzeit sein. Zuletzt hatten sie den Beginn der zweiten Hälfte regelmäßig verschlafen. Diesmal verteidigten sie leidenschaftlich ihren Vorsprung. Zudem sorgte der starke Simic mit seiner zweiten Siebenmeter-Parade an diesem Abend dafür, dass die 4126 Zuschauer das Team auch nach der Pause direkt wieder lautstark anfeuerten.

Und die Melsunger brauchten die Unterstützung, denn der BHC suchte weiter unbeirrt seine Chance und ließ sich auch nicht von der Roten Karte gegen Arnor Gunnarsson entmutigen. Der Isländer, ein Schützling von Gudmundsson im Nationalteam, war nach einem heftigen Foul gegen Yves Kunkel vom Feld gestellt worden (42.).

Wenn man den Melsungern einen Vorwurf machen wollte, dann für die fehlende Abgeklärtheit. Schließlich ließen sie in der Offensive einiges liegen – obwohl Kai Häfner, Roman Sidorowicz und Dimitri Ignatow wichtige Tore von der rechten Angriffsseite erzielten. Nicht zu vergessen: das 26:22 von Stefan Salger (57.), der für den angeschlagenen Häfner kam.

In den letzten Minuten ging es nur noch über Kampf und Wille. Und Melsungen kümmerte sich nicht darum, dass es in 48 Stunden schon wieder gefordert sein wird. Der Dreher von Ignatow zum 28:25 war die Entscheidung.

MT Melsungen gegen Bergischen HC - die Bilder

Quelle: HNA

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