Melsunger Handballer empfangen am Sonntag die Berliner Füchse

Plötzlich Meistermacher: Vor dem letzten Heimspiel beflügelt Sensationssieg die MT

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Simo will es nochmal tun: Nach dem Triumph bei den Rhein-Neckar Löwen hofft Melsungens Torhüter Nebojsa Simic im letzten Heimspiel auf einen weiteren Coup gegen Berlin. 

Nach dem 24:23 bei Titelverteidiger Rhein-Neckar Löwen ist das Wort „Krise“ bei der MT Melsungen Geschichte. Nun wollen Melsungens Handballer gegen Berlin begeistern – am Sonntag, 12.30 Uhr.

Nordhessens Bundesliga-Handballer sind plötzlich die Meistermacher der Liga. Im letzten Heimspiel der Saison kommt mit den Füchsen am Sonntag (12.30 Uhr, Rothenbach-Halle) der Tabellendritte – und der hat dank des Melsunger Erfolges wieder Titelchancen.

Der Rückblick

„Etwas viel Schöneres gibt es nicht, als beim Meister zu gewinnen. Das ist unglaublich“, jubelte Nebojsa Simic. Melsungens Torhüter hatte daran wie schon beim 29:26 im Hinspiel großen Anteil. Simic zeigte 18 Paraden – und vor allem eine unglaubliche Steigerung nach der Pause. Torwarttrainer Mile Malesevic stellte fest: „Simo hat gezeigt, dass er ein Weltklasse-Torwart ist. Er hat Mikael Appelgren und Andreas Palicka in den Schatten gestellt.“

Im Angriff traf Julius Kühn neunmal. Sein Ausgleich zum 21:21 war der 200 Saisontreffer des Nationalspielers. Kühn hat nun sogar Platz eins der Torjäger-Statistik im Blick.

In die tat Heiko Grimm einen tiefen Griff. Phasenweise bot er drei Kreisläufer auf – zunächst Marino Maric, Johannes Golla und Michael Müller, später sogar Finn Lemke für Müller. Trainer Heiko Grimm fand die Maßnahme aber gar nicht ungewöhnlich: „Das ist einfach unsere Art, sieben gegen sechs zu spielen. Wir haben das trainiert. In diesem Spiel hatten wir keinen Druck. Also haben wir es probiert“, sagt er. Und: „Wir wollten kein gewöhnliches Spiel abliefern. Wir hatten einige Ideen. Und das Glück, das alle aufgegangen sind. Es hat einfach alles gepasst.“

Die eigene physische Stärke ausspielen, die Löwen-Abwehr hinten binden, auch mal den Größenvorteil eines Spielers wie Lemke am Kreis nutzen – alles ging auf. Dass die Melsunger den Gastgebern so vermutlich die Titelverteidigung verdarben, war ihnen bewusst. Deshalb sagte Grimm: „Wir haben uns gefreut, aber wir haben uns nicht gefeiert.“ Eine Einstellung, die auch seine Spieler teilten.

Das Geschichtsbuch

In das haben sich Grimm und seine Mannschaft mit dem Erfolg am Donnerstag eingetragen – es war der erste einer Melsunger Mannschaft bei den Löwen seit der Bundesliga-Zugehörigkeit. Bisher hatte es lediglich 2011 ein 30:30-Unentschieden gegeben. „Das ist mir nicht so wichtig. Aber ich freue mich natürlich“, sagt Grimm. Aber auch: „Vor dem Spiel war es schon Thema. Wir hatten ja nichts zu verlieren, dafür aber die Chance, positive Schlagzeilen zu schreiben.“ Das ist dann perfekt gelungen.

Der Ausblick

Für Berlins Trainer ist die Sache klar. „Ich möchte mit der Mannschaft Meister werden“, wird Velimir Petkovic in der Berliner Morgenpost zitiert. Klar, nach den Patzern der Löwen wittern die Berliner Morgenluft – auch wenn nun die mit einem Punkt vorne liegenden Flensburger die besten Karten haben. Aber das Selbstvertrauen stimmt bei den Gästen, die als frisch gekürter Europapokalsieger anreisen.

Das steigert bei Grimm die Vorfreude: „Berlin ist der perfekte Gegner für das letzte Heimspiel. Ein großer Name, eine attraktive Mannschaft.“ Und er verspricht: „Es wird kein taktisches Geplänkel geben. Wir wollen unsere Zuschauer begeistern.“ Und vielleicht können die Melsunger ja sich ja erneut als Meistermacher erweisen.

Quelle: HNA

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