Simic gibt Abwehr im Bundesliga-Heimspiel Halt

Nur 16 Gegentore: MT Melsungen schafft gegen Lübbecke etwas Außergewöhnliches

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Mal wieder ein großartiger Rückhalt für sein Team: Melsungens Torwart Nebojsa Simic.

Kassel. Die Hintermannschaft des Handball-Bundesligisten MT Melsungen machte im Heimspiel gegen den TuS N-Lübbecke einen hervorragenden Job. Dabei war Torwart Nebojsa Simic ein starker Rückhalt. 

Am 26. Spieltag haben die Handballer der MT Melsungen etwas geschafft, was vor ihnen noch keiner Mannschaft in dieser Bundesliga-Saison gelungen war: Die Schützlinge von Trainer Michael Roth hielten den TuS N-Lübbecke beim 27:16-Heimsieg bei nur 16 Gegentreffern.

„Wir hatten eine sehr gute Abwehrbewegung“, lobte Roth seine Deckung, bei der der Ausfall von Finn Lemke wegen Oberschenkelproblemen nicht weiter ins Gewicht fiel. Die MT konnte sich sogar den Luxus erlauben, den angeschlagenen Philipp Müller (Mundverletzung) ein bisschen zu schonen. Zum einen, weil Marino Maric, Felix Danner und ihre Nebenleute das Zentrum gekonnt verdichteten. Weder der ehemalige Melsunger Halbrechte Dener Jaanimaa noch dessen Pendant auf der linken Seite, Marko Bagaric, brachten ihre Wurfgewalt zum Tragen.

Zum anderen, weil Nebojsa Simic im Tor mächtig aufdrehte. „Ich habe keine Schmerzen mehr und wieder normal trainiert“, erklärte der Montenegriner seine fabelhafte Vorstellung. Wochenlang war Simic wegen eines Muskelbündelrisses ausgefallen – nun stand er in der Startsieben und gab den Gästen vom Anwurf weg schier unlösbare Rätsel auf. „Er hat stark gehalten“, erkannte Tus-Coach Aaron Ziercke die Klasse des Melsunger Schlussmannes neidlos an. Simic kam auf 21 Paraden – damit hatte er mehr als die Hälfte aller Würfe auf sein Tor abgewehrt. Der Handball-Fachmann spricht in diesem Fall von einer Weltklasse-Leistung.

Bei vier von fünf Siebenmetern stand der 25-Jährige im MT-Kasten – und ging jedes Mal als Sieger aus den Duellen hervor. Pontus Zettermann und Luka Rakovic scheiterten an Simic, Jaanimaa und Lukasz Gierak trafen nur das Gebälk. „Torwarttrainer Mile Malesevic hat mich gut eingestellt“, betonte der Montenegriner. Zudem harmonierte er hervorragend mit seinen Vorderleuten: „Die Jungs vor mir kamen mit jeder Sekunde besser in den Block.“ So hatte es der Melsunger Keeper leicht, sich für die richtige Ecke zu entscheiden. Wie in der 26. Minute, als Simic gegen Jaanimaa parierte und damit einen schnellen Gegenstoß ermöglichte, den Timm Schneider erfolgreich abschloss.

Siebenfacher Torschütze: MT-Außen Michael Allendorf.

„Dank der stabilen Hintermannschaft haben wir endlich mal wieder unser Spiel gespielt“, freute sich Linksaußen Michael Allendorf. Die vielen Ballgewinne nutzten die Nordhessen, um einige Konter zu laufen und aus der ersten und zweiten Welle den nötigen Druck zu entwickeln.

Fast hätte auch noch Gabor Langhans sein Erfolgserlebnis gehabt. Der Rückraumspieler, der nach zweijähriger Verletzungspause im Februar sein Comeback gegeben hatte, durfte angesichts des klaren Vorsprungs seines Teams schon in der 51. Minute aufs Feld. Diesmal ließ Roth ihn sogar erstmals im Angriff spielen. Drei Abschlüsse hatte der blonde Zopfträger gegen seinen Ex-Klub Lübbecke – zweimal war TuS-Keeper Joel Birlehm zur Stelle, ein Wurf strich über die Latte. Dennoch fiel das Fazit Roths positiv aus: „Das Spiel war gut für die Stimmung, gut für die Fans und gut gegen meine grauen Haare.“ Dabei dürfte der Coach des Tabellensiebten auch an die wenigen Gegentore gedacht haben.

Quelle: HNA

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