Melsunger Handball-Torwart Simic glänzt

MT schlägt Minden - ein Sieger mit Ausstrahlung

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Starker Melsunger Rückhalt: Torwart Nebojsa Simic wehrte 19 Bälle ab.

Beim 26:21-Heimsieg der Melsunger Bundesliga-Handballer gegen GWD Minden taten sich die Abwehr und vor allem Torwart Nebojsa Simic hervor.

Der anhaltende Beifall galt dem gesamten Melsunger Bundesliga-Team. Wen die 3816 Zuschauer in der Kasseler Rothenbach-Halle aber zum Mann des Abends erklärten, machten sie unmissverständlich deutlich. Als die Handballer der MT Melsungen die Ovationen für den letztlich ungefährdeten 26:21 (15:12)-Heimsieg gegen GWD Minden entgegennahmen, wurde vor allem Torwart Nebojsa Simic kräftig gefeiert – mit „Simo, Simo“-Sprechchören.

Der Montenegriner kam auf 19 Paraden – bedeutet: fast 50 Prozent gehaltene Bälle. Sportexperten fassen einen solchen Auftritt gern mit einem Wort zusammen: weltklasse. „Wir hatten auch eine gute Torwartleistung, aber die der Melsunger war besser“, resümierte Gästecoach Frank Carstens. Tatsächlich zeigte Mindens Youngster Leon Grabenstein, der Ersatz für den kurzfristig ausgefallenen Norweger Espen Christensen, nach seiner Einwechselung ein erstaunliches Debüt und parierte etliche freie Würfe der Melsunger. Aber Simic stahl ihm die Schau.

Die Glanzparaden des 26-Jährigen waren das eine – seine Ausstrahlung das andere. Als sich der Angriff der Nordhessen einige Abschlussschwächen leistete, erwies sich Simic als sicherer Rückhalt. So verhalf er seinem Team im Verlauf des Abends über manche knifflige Situation hinweg. Angefangen beim Fehlstart: 0:3 lag die MT in der vierten Minute zurück. „Wir haben aber die Ruhe bewahrt“, bemerkte Trainer Heiko Grimm. Schon bis Mitte des ersten Abschnitts hatten die Gastgeber die Kräfteverhältnisse zurechtgerückt.

„Wir hatten eine richtig gute Phase – mit mehreren schnellen Toren, einer sicheren Abwehr und einem starken Simo“, lobte Lasse Mikkelsen. Der dänische Spielmacher ging wie gewohnt vorweg, streute ein paar Traumtore ein und war vom Siebenmeterpunkt eiskalt. Die Folge: Tobias Reichmann und Yves Kunkel verwerteten zwei Konter zum 13:9-Zwischenstand. Jetzt hatte die MT den Gegner genau da, wo er ihn nach der bitteren 27:32-Pleite im Hinspiel haben wollte. Direkt nach Wiederbeginn schien es, als sollten die Melsunger den Kontrahenten förmlich überrollen. Stand es in der 33. Minute noch 16:13, hieß es wenig später bereits 20:13 (39.). Dabei legte Roman Sidorowicz einmal sehenswert für Reichmann auf (35.), und den 20. Treffer markierte einer, der zuletzt immer weniger in Erscheinung trat: der scheidende MT-Profi Simon Birkefeldt.

„Dann haben uns aber wieder zehn, 20 Prozent gefehlt“, bedauerte Mikkelsen. Die Melsunger hätten mit Blick auf die Tordifferenz, die im Kampf um einen Europapokalplatz noch eine entscheidende Rolle spielen könnte, einiges machen können. Diese Chance vergaben sie aber. Teilweise fahrlässig wurden die Möglichkeiten ungenutzt gelassen. Der Vorsprung schrumpfte wieder auf fünf Tore – bis Felix Danner am eigenen Kreis einen Ball erkämpfte und das Kontertor von Kapitän Finn Lemke vorbereitete (22:17, 45.). „Man hat gesehen, dass auf unsere 6:0-Deckung Verlass ist“, stellte Grimm fest.

Den Rest erledigte Simic. Wie in der 47. Minute, als sich der ansonsten gut aufgelegte Marino Maric frei an Grabenstein scheiterte, der anschließende Gegenstoß der Gäste aber eine Beute des MT-Torwarts wurde. Was die Fans auf der Stehtribüne erstmals mit „Simo, Simo“-Rufen quittierten – und das nicht zum letzten Mal an diesem Abend.

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