Melsunger spielte früher beim nächsten Gegner Minden

MT Melsungen: So wurde Linksaußen Yves Kunkel zum Profispieler

Yves Kunkel, Linksaußen des Handball-Bundesligisten MT Melsungen, steht am Samstagabend vor einem besonderen Spiel. Der Gegner: Sein früherer Verein GWD Minden.
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Yves Kunkel, Linksaußen des Handball-Bundesligisten MT Melsungen, steht am Samstagabend vor einem besonderen Spiel. Der Gegner: Sein früherer Verein GWD Minden.

Yves Kunkel, Linksaußen des Handball-Bundesligisten MT Melsungen, steht am Samstagabend vor einem besonderen Spiel. Der Gegner: Sein früherer Verein GWD Minden.

Bis zum Sommer 2013 war die Handball-Welt von Yves Kunkel saarländisch geprägt. Der Linksaußen spielte in der Jugend für seinen Heimatverein HSG Völklingen und hatte als 18-Jähriger ein Zweitspielrecht für die HG Saarlouis. Dann bekam er allerdings ein Angebot aus der Männer-Bundesliga – von GWD Minden. Er nahm an. Der Start in eine Profi-Karriere. Am Samstag ab 20.30 Uhr trifft Kunkel mit der MT Melsungen in der Kasseler Rothenbach-Halle auf die Ostwestfalen – da werden bei ihm Erinnerungen wach.

„Ich bin praktisch ins kalte Wasser geworfen worden“, sagt Kunkel rückblickend. Zuvor – lebte er noch im Hotel Mama. „Dann musste ich von heute auf morgen in meinem Leben alles selbst organisieren: Wäsche waschen, Essen zubereiten, und, und, und.“ Die Umstellung für den Jugend-Nationalspieler war gewaltig – „aber die neuen Herausforderungen waren auch gut zu schaffen.“

MT Melsungen: So wurde Yves Kunkel zum Profi-Handballer

Eigentlich sollte er zunächst vor allem in der Reserve der Grün-Weißen Spielpraxis sammeln. Doch dann verletzte sich Aljoscha Schmidt, die etatmäßige Nummer eins auf Linksaußen. Plötzlich war Kunkel mittendrin. Sein Bundesliga-Debüt endete für ihn selbst erfreulich, für seine Mannschaft enttäuschen. 23:24 verloren die Mindener am 11. September 2013 trotz dreier Treffer des Youngsters.

Insgesamt zwei Jahre trug Kunkel das GWD-Trikot und spielte dabei an der Seite von Bundesliga-Strategen, die jetzt noch in Minden erfolgreiche Arbeit abliefern. Wie der schwedische Spielmacher Dalibor Doder und der wurfgewaltige Rückraumschütze Christoffer Rambo, die im Hinspiel dieser Saison gegen die MT groß aufdrehten und zusammen 19 Treffer zum 32:27-Sieg der Ostwestfalen beisteuerten. „Mindens Trainer Frank Carstens nennt den Norweger nur John Rambo“, berichtet der Ex-Mindener Außen. Rambo ist zwar anders als der Filmheld eher schlaksig, hat aber laut Kunkel „eine mächtige Peitsche“ im Arm: „An einem guten Tag kann Christoffer ein Spiel fast im Alleingang gewinnen.“

Yves Kunkel von MT Melsungen: Noch immer Kontakt zu Minden

Kunkel hat noch heute guten Kontakt nach Minden – vor allem zum damaligen Manager Horst Bredemeier sowie zum Teammanager Günter Gieseking. „Ich habe beiden viel zu verdanken“, sagt der 24-Jährige. Nach dem Abstieg der Mindener 2015 ging es für ihn weiter zum Klassenkameraden HBW Balingen-Weilstetten, ehe er 2018 über den Umweg DHfK Leipzig in Melsungen landete – bereits die vierte Bundesliga-Station. Anfangs bekam der gebürtige Saarländer weniger Einsatzzeiten als der erfahrene Michael Allendorf. Als sich der Routinier jedoch verletzt hatte, schlug Kunkels Stunde. In den vergangenen Wochen zeigte sich über weite Strecke sehr abgezockt und treffsicher.

Bei der 24:25-Pleite zuletzt in Wuppertal gegen den Bergischen HC gelangen ihm fünf Tore. In der 53. Minute wurde sein Offensivdrang mit einer Roten Karte jedoch jäh gestoppt. „Ich hänge zwar meinem Gegenspieler im Arm“, erklärt der 24-Jährige, „ich denke aber, dass man es auch bei einer Zwei-Minuten-Strafe belassen hätte können.“ Die Bestrafung war für Kunkel eine Premiere – die erste Rote Karte in einem Bundesligaspiel.

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