Nacht der Legenden: „Es ist ein wunderschöner Abend“

Kassel. Da gab es keine zwei Meinungen. Nach dem Benefizspiel der Huskies-Legenden waren sich Spieler, Organisatoren und Fans einig, und im Festzelt vor der Eissporthalle fiel der folgende Satz mindestens tausendmal: „Es ist ein wunderschöner Abend.“

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Bei der Verlängerung an der Theke war die Wiedersehensfreude echt. Und wer es noch nicht wusste, der hat es am Mittwoch erfahren. Es sind Stars zum Anfassen. Ganz gleich, ob sie Kontny, Cagas, Mokros, Öhman, Kasperczyk, Millar, Loth, Abstreiter, Roedger oder Schnobrich heißen.

Für „Snoopy“ gab’s im Team von Trainer Tore Hedwall, der für den erkrankten Uli Egen einsprang, sogar ein Wiedersehen mit seinen alten Schlittschuhen. Bernd Sauer (52) aus Kassel, einst im Vorstand des Klubs, hatte die Kufen 1990 bei einer Tombola der ECK-Fans gewonnen. Nun ließ er sie sich von Schnobrich signieren. Und dazu eine russische Armeemütze, wie sie der Amerikaner beim Trainingslager in Jaroslawl eingetauscht und dem verblüfften Kasseler Tross auf dem Roten Platz in Moskau präsentiert hatte. Rundum zufrieden war Tobi Abstreiter.

Fotos: Eishockey-Legenden in Kassel

Eishockey-Nacht der Legenden in Kasseler Eissporthalle

Dem 41-Jährigen hatten damals - 2006 - einige Fans seinen überstürzten Abgang verübelt, aber am Mittwoch waren nur Abstreiter-Fans in der Halle, und der Landshuter fasste mit einem Satz zusammen, was alle dachten: „Kassel ist als Eishockey-Stadt einzigartig. In Bayern wären zu solch einem Spiel 300 Zuschauer gekommen. Hier waren es mehr als 5000.“ Käpt‘n Tobi hatte aber auch eine schlechte Nachricht für die Huskies-Fans. Die eleganten Bewegungen und schnellen Sprints des Mittelstürmers ließen erahnen, dass er auch für die aktuelle Oberliga-Mannschaft der Huskies eine Verstärkung wäre.

Fotos: Die Party danach

Nacht der Legenden: Die Party danach

Aber Abstreiter sagt nein. „Mir fehlt die nötige Kraft, und zudem bin ich beruflich stark gebunden.“ Tobias Abstreiter ist Repräsentant des Sportartikelherstellers Reebok. Einer, der ebenfalls noch sehr fit wirkt, ist Andi Loth. Der 39-jährige aus Schongau hatte das Benefizspiel mit einem Familienausflug verbunden und freute sich mit Ehefrau Evi sowie den Töchtern Romy und Lilly über das Wiedersehen mit vielen Freunden. Extra aus Schweden angereist waren Roger und Jessica Öhman.

„Roger hat nicht gut gespielt“, sagt Jessica, aber ihr Ehemann hatte eine plausible Ausrede. „Ich stehe als Trainer einer Nachwuchsmannschaft aus Malmö zwar täglich auf dem Eis, aber Eishockey habe ich seit acht Jahren nicht mehr gespielt“, sagt der 44-jährige Schwede. Und wie hat sich der damalige Verteidiger, der mit seinen wuchtigen Schlagschüssen 1997 einen großen Anteil an der Vizemeisterschaft der Huskies hatte, bei seiner Rückkehr nach Kassel gefühlt? Roger Öhman sagt nur: „Dazu fehlen mir die Worte.“

Auch die Familie Kasperczyk hat sich am Mittwoch äußerst wohl gefühlt, obwohl sich „Jayjay“ nicht so gern an die gescheiterten Vertragsverhandlungen vom vergangenen Sommer erinnert. „Wenn man mir damals neben dem Eishockey einen Arbeitsplatz angeboten hätte, wäre ich jetzt wieder ein Husky“, sagt der 43-Jährige, der derzeit noch für den Ost-Oberligisten Leipzig am Puck ist. Und der könnte im Frühjahr noch ein Gegner der aktuellen Huskies werden. Schließlich soll noch Peter Roedger zu Wort kommen, denn besser kann man die Stimmung rund um die Kasseler Eissporthalle nicht zusammenfassen. „Das war unglaublich.

Ich habe auf diesen Tag und das Spiel gewartet und jeden Augenblick genossen“, sagt der 51-Jährige, der zusammen mit seinem Sohn Marc gespielt hat und so ganz nebenbei noch mit Ehefrau Lydia, deren 50. Geburtstag feierte. „Ein großer Tag für die Roedger-Family“, sagt Peter, und wir fügen hinzu: „Ein großer Tag für Kassel.“

Von Gerd Brehm und Gerald Schaumburg

Quelle: HNA

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