Die Kassel Huskies und ihr Trainer Jamie Bartman erleben ein leichtes Spiel als ein überaus schwieriges

„Netphen hat mir am Ende leidgetan“

Kassel. Ein wenig skurril war die Situation schon. Als die Kassel Huskies nach ihrem 18:3-Kantersieg gegen den EHC Netphen in der Eishockey-Oberliga noch einmal zur Ehrenrunde auf das Eis kamen, da schauten sie etwas überrascht.

Die Ränge hatten sich rasch geleert, deutlich weniger Gratulanten als üblich waren geblieben. Zu diesem Bild passte die Reaktion von Huskies-Trainer Jamie Bartman nach der Schlusssirene: „Das war ein schwieriges Spiel für die Mannschaft wie für den Coach“, sagte er.

Gemeint war damit natürlich nicht der sportliche Vergleich. Es ging Bartman um die Einstellung zu einem Gegner, dem schon beim Warmspielen und auf dem Spielberichtsbogen die deutliche Unterlegenheit anzusehen ist. Mit nur elf Feldspielern trat der Tabellenletzte an. Er wehrte sich tapfer und verdiente sich allen Respekt. Letztendlich aber war der Einbruch vorhersehbar. „Da waren ja auch noch Jugendspieler auf dem Eis. Netphen hat mir am Ende wirklich leidgetan“, gestand Bartman.

Kassel Huskies gegen EHC Netphen

Seinen Spielern war das offenbar eine Weile ähnlich gegangen. Sie schonten die Gäste bis Mitte des zweiten Drittels mit etwas übertriebener Schönspielerei – um dann in der zweiten Hälfte der Partie richtig ernst zu machen. „Im zweiten Drittel kann ich natürlich nicht zufrieden sein. Aber in diesem Spiel kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen“, sagt Bartman, der sicher ist, dass sein Team am kommenden Wochenende gegen stärkere Gegner wie Königsborn und Frankfurt den Hebel sofort umlegen kann.

Netphen wurde am Sonntag von den Huskies-Fans natürlich gefeiert und mit viel Beifall verabschiedet. Trotzdem war spürbar: Die Zeit der reinen Partyspiele wie in der Hessenliga ist eigentlich vorbei. „Wir sind jetzt wieder im richtigen Eishockey. Das ist gut so, denn Spiele wie dieses möchte man irgendwann nicht mehr sehen“, stellte Daniel Lammel, der sportliche Leiter der Huskies, fest. Das Schützenfest gegen Netphen hätte ja sogar noch viel deutlicher ausfallen können. „Wir hätten ja auch locker 30 bis 40 Tore schießen können“, sagte Bartman ohne jeden Anflug von Überheblichkeit.

Zum Glück ist nach dem Kantersieg nun vor dem Hessenderby. Zum nächsten Heimspiel am Sonntag kommen die Löwen Frankfurt. Dann wird es für die Huskies im „richtigen Eishockey“ auch richtig ernst.

Von Frank Ziemke

Quelle: HNA

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