Bei 3:3-Spektakel des KSV Hessen in Stadtallendorf verletzt sich auch Saglik

Stürmersorgen bei den Löwen: Nun müssen es andere richten

Nils Pichinot (hinten) und Jon Mogge.
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Müssen nun einspringen: Nils Pichinot (hinten) und Jon Mogge.

Seine Pflicht als Torjäger hatte Mahir Saglik erfüllt, wenn auch per Elfmeter. Doch nur Minuten später ging es nicht mehr.

Stadtallendorf/Kassel – Der 37-Jährige saß auf dem Rasen, presste das Gesicht in die Hände. Eine Mischung aus Schmerz und Verzweiflung. Verzweiflung darüber, dass er dem KSV Hessen Kassel schon zu so einem frühen Zeitpunkt im Auswärtsspiel gegen Eintracht Stadtallendorf nicht mehr helfen konnte. Der Stürmer wurde behandelt, quälte sich noch mal zurück aufs Feld – nur Sekunden später verließ er gestützt den Rasen.

Es war die 37. Minute, als Saglik den Platz verließ und Marco Dawid ins Spiel kam. In dieser Partie am 3. Spieltag der Fußball-Regionalliga Südwest. 37 Minuten, die für drei Spiele gereicht hätten. Die packend waren. Unglaublich. Unglaublich schnell, intensiv, fesselnd. Das Heimteam ging bereits in der dritten Minute durch einen Kopfball von Ben-Luca Fisher nach einer Ecke in Führung. Der Ben-Luca Fisher – 18 Jahre alt – der erst vor wenigen Wochen aus der A-Jugend des KSV nach Stadtallendorf gewechselt war. Es dauerte nicht lange, da fand eine Flanke von Nael Najjar den Kopf von Nils Pichinot (11.). Ausgleich. Wiederum nur fünf Minuten später führte die nächste Ecke erneut zum Rückstand. Erst klatschte ein Kopfball an den Pfosten. Den Nachschuss parierte Maximilian Zunker – allerdings gegen den Kopf von Najjar. Von dort sprang das Leder ins eigene Tor. Doch vom Anstoß weg ging es erneut vors Tor der Stadtallendorfer. Flache Hereingabe Lukas Iksal, Pichinot am zweiten Pfosten, 2:2 (17.). Unfassbare Minuten.

„Wir wussten, dass sie ein bisschen was riskieren nach den ersten beiden Spielen“, sagte KSV-Trainer Tobias Damm, der aber dennoch beeindruckt war, mit welchem Tempo die Stadtallendorfer in den ersten 45 Minuten agierten. Die Eintracht hatte zum Auftakt gegen Schott Mainz verloren, dann 0:0 gegen Pirmasens gespielt – den kommenden Gegner der Löwen am Samstag ab 14 Uhr im Auestadion.

In der Folge fielen zwar nicht mehr so viele Tore, aber es war nicht minder unterhaltsam im mit 580 Zuschauern ausverkauften Herrenwaldstadion. Als Tim Brandner in Stadtallendorfs Strafraum gefoult wurde, gab es Elfmeter. Eine Sache für Saglik. Und die Löwen waren das erste Mal vorn (30.).

Bis kurz vor dem Pausenpfiff. Saglik war mittlerweile vom Feld gehumpelt. Jascha Döringer kam über die rechte Seite und setzte sich gleich gegen mehrere Gegenspieler durch, wurde nicht richtig angegriffen und bediente Del Angelo Williams, der sehenswert per Hacke zum erneuten Ausgleich traf. Für Damm das ärgerlichste Gegentor, weil: „Wenn wir mit dem 3:2 in die Halbzeit gehen, muss Stadtallendorf mehr riskieren.“ Chancen waren auf beiden Seiten noch genug da. Allein ein Treffer fiel nach dem Wechsel nicht mehr.

Bei Saglik gab der Coach dann gestern Entwarnung. Es sei nur eine Zerrung, sagte Damm. Aber für die Partie am Samstag wird der 37-Jährige ebenso ausfallen wie Sebastian Schmeer, der einen Muskelfaserriss auskuriert. Nun müssen es andere richten. Pichinot, der immer besser funktioniert. Jon Mogge. Oder Marcel Fischer. Ein Spektakel wie in Stadtallendorf wird es aber sicher nicht immer geben. (Maximilian Bülau)

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