Huskies: Offener Brief von Kassels Bürgermeister an Deutschen Eishockey-Bund

Kassel. In einem Offenen Brief wendet sich Kassels Bürgermeister Jürgen Kaiser an den Deutschen Eishockey-Bund und an die ESBG. Darin bittet er, den Kassel Huskies eine Chance in der Zweiten Liga zu ermöglichen. Hier der ungekürzte Brieftext im Original:

"Sehr geehrter Herr Harnos, sehr geehrte Damen und Herren, in meiner Eigenschaft als Kasseler Bürgermeister und Sportdezernent wende ich mich nach der Entscheidung des OLG Köln in dieser beklemmenden Situation an Sie. Diese Initiative erfolgt nicht nur im Interesse des Vereins selbst, sondern auch für die Fans und viele weitere Menschen in unserer Stadt und der Region Nordhessen, die sich aus unterschiedlichen Gründen mit den „Kassel Huskies“ identifizieren.

Mit dem vorliegenden offenen Brief wende ich mich gleichermaßen an den Deutschen Eishockey-Bund wie an die ESBG GmbH. Bitte geben Sie daher das vorliegende Schreiben auch den 13 Gesellschaftern der ESBG zur Kenntnis, deren kurzfristig anstehende Entscheidung über die Aufnahme in die 2. Liga eine existenzielle Bedeutung zukommt. Wie Sie wissen, steht die jüngste Gerichtsentscheidung am Ende einer langen, von wechselnden Erfolgen geprägten juristischen Auseinandersetzung.

Neben den Rechtsfragen war diese Auseinandersetzung auch von Emotionen geprägt. Ich bin sicher, dass der Verein, sein Eigner Dennis Rossing und die weiteren handelnden Personen eine kurzfristige und nüchterne Bestandsaufnahme durchführen, um darauf aufbauend ein tragfähiges Konzept für eine mögliche sportliche Zukunft des Vereins zu entwickeln. Es liegt nahe, dass die Aufnahme in die 2. Liga eine zentrale und realistische Option darstellt.

Die aktuelle, durchaus dramatische, aber noch nicht ausweglose Situation betrifft nicht nur den Profibereich im Eishockeysport, sondern auch die Teams im Amateurbereich, ganz überwiegend im Bereich des sportlichen Nachwuchses. Für diese Jugendlichen steht und fällt die Ausübung ihres Sportes mit dem Überleben der 1. Mannschaft, sozusagen als Motor aller Aktivitäten im Nachwuchsbereich.

Welche wichtige Funktion Sport bei Kindern und Jugendlichen hat, wissen Sie wahrscheinlich besser als ich. Die kontinuierliche sportliche Betätigung spielt eine zentrale Rolle in der Entwicklung und Persönlichkeitsbildung junger Menschen und geht weit über die gesundheitliche Dimension oder den Wert sinnvoller Freizeitgestaltung hinaus. Wir wissen, dass der Eigner des Vereins, Herr Rossing, seit Beginn seines Engagements bei den Huskies der Jugendarbeit besonderen Stellenwert einräumt und auch in der jetzigen schwierigen Situation diesen Aspekt im Blick behält.

So hat er bekräftigt, dass die Zusage von 1000 Stunden Eiszeit für den Trainings- und Spielbetrieb auch für den Fall einer Aufnahme in die 2. Liga gilt. Hiervon profitiert ganz überwiegend die Nachwuchsarbeit. Wie Sie sicher ebenfalls wissen, ist auch das Neubauprojekt einer Multifunktionshalle für Kassel ebenfalls an den Fortbestand der „Kassel Huskies“ als künftige Hauptnutzer geknüpft. Dreh- und Angelpunkt der Realisierung ist die wirtschaftliche Machbarkeit für den Investor.

Diese wirtschaftlichen Fragen – auch das Engagement der Sponsoren - hängen ihrerseits entscheidend davon ab, welche sportliche Rolle die Huskies in Zukunft spielen können. Kurz gesagt: Eine Zukunftsperspektive der „Huskies“ setzt die Aufnahme in die 2. Liga voraus. Vor diesem Hintergrund möchte ich als Amtsträger, aber auch ganz persönlich hiermit an Sie und die 13 Zweit-Liga-Gesellschafter mit dem Wunsch heran treten, ein Nachrücken der „Huskies“ in die 2. Liga und damit deren Überleben zu ermöglichen. Es liegt auch in Ihren Händen, ob der Verein als nennenswerte Größe des bundesdeutschen Eishockeysports fortbestehen kann und die Chance für einen Neubeginn erhält! Mit freundlichen Grüßen, Jürgen Kaiser"

Quelle: HNA

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