MT: Michael Schweikardt und Ali Florin Sania vor ihrem letzten Spiel

Ali Florin Sania

Melsungen. Nein, richtig schwer fällt ihm der Abschied nicht. Weder Groll noch Wehmut begleiten Michael Schweikardt bei seinem letzten Einsatz für die MT Melsungen gegen die Füchse Berlin (Sa. 16.30 Uhr Rothenbach-Halle), nur der dringliche Wunsch, sich mit einer „guten Leistung“ vom Publikum des heimischen Handball-Bundesligisten zu verabschieden.

Zwei Jahre spielte der 1,90 Meter große Rückraumspieler für die Bartenwetzer, ohne über die Rolle als Joker hinaus zu kommen. Und auch wenn er die seit der EM-Pause - zunächst als Ersatz für Mittelmann Patrik Fahlgren, dann als Stellvertreter für Linksaußen Michael Allendorf - sehr gut ausfüllte, ordnet er seine dritte Profistation als „kleinen Karriereknick“ ein: „Richtig weiter gekommen bin ich in Melsungen nicht.“

Die erste Saison nach dem Wechsel aus Göppingen litt unter zwei hartnäckigen Bänderverletzungen sowie der allgemeinen Krise der Mannschaft, die zweite unter fehlendem Vertrauen des Trainers. Der machte sich für die Verpflichtung von Fahlgren stark - einem ähnlichen Spielmachertyp, so dass Michael Schweikardt schnell wusste, „wo der Hase lang läuft“. Ohne zu Murren und immer bereit effektvoll einzuspringen, was ihn schließlich doch noch richtig wertvoll für die Mannschaft machte.

Michael Schweikardt

Nun kehrt er nach neun Jahren zu seinem Heimatverein TV Bittenfeld zurück. Und will beim ambitionierten Zweitligisten mit Vater Günther als Trainer die tragende Rolle einnehmen, die ihm bei der MT verwehrt blieb. Dazu gesellen sich reizvolle sportliche Perspektiven, auch gekoppelt an den kommenden Umzug in die SCHARena im NeckarPark Stuttgart: „Unter diesen Bedingungen wollen wir schon oben mitspielen.“ Rückkehr in die erste Liga also nicht ausgeschlossen, so dass es nach dem „Karriereknick in Melsungen“ für den 29-Jährigen schnell wieder aufwärts gehen könnte.

Nur Aushilfe

Einer der Schweikardts Schicksal bei der MT Melsungen teilte, ist Alin Florin Sania. Der Rumäne konnte seinem Ruf als wurfgewaltiger „Shooter“ aus dem Rückraum und Abwehrrecke nie gerecht werden. Der war ihm als Challenge-Cup-Sieger mit Steaua Bukarest vorausgeeilt. Zudem wies der 29-Jährige in seiner ersten Saison nach seinem Wechsel aus dem Katar (von Al Wasl Sports Club) physische Defizite auf.

Als die in der Vorbereitung auf die noch laufende Saison behoben waren, konnte der Rückraumspieler zumindest punktuell seine Klasse unter Beweis stellen. Als Aushilfe auf Halblinks und im Mittelblock der 6:0-Deckung. Auch ein Zeichen dafür, dass er seine eigenen Ambitionen und seinen Frust stets dem Teamgeist unterordnete. „Ich spiele da, wo mich der Trainer hinstellt“, sagte der 64-fache rumänische Nationalspieler, der mit einer Rückkehr in die Wüste liebäugelt. (ohm)

Quelle: HNA

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