Mit 19 Jahren im KSV-Tor

Nicolas Gröteke: Plötzlich die Nummer eins

Nicolas Gröteke.
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Augen zu und durch: Nicolas Gröteke stand am Sonntag zum ersten Mal in der Startaufstellung des KSV Hessen.

„Der Freistoß war schon ganz schön eklig“, sagt Nicolas Gröteke. Der Ball kam flach und hart, er setzte auf dem Kunstrasen tückisch auf.

Kassel – Doch Gröteke war da, tauchte am rechten Pfosten ab und boxte den Ball ins Seitenaus. Es war die erste echte Bewährungsprobe für den 19 Jahre alten Torhüter, der am Sonntag im Spiel des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel gegen Eintracht Stadtallendorf plötzlich die neue Nummer eins der Löwen war.

Befördert von Trainer Tobias Damm, der erklärte: „Nicolas hat im Training überzeugt. Deshalb habe ich diese Entscheidung getroffen.“

Gröteke löste damit Maximilian Zunker ab, der seit Oktober 2019 fest im Tor der Löwen stand. Bei Damms Trainer-Debüt gegen den SV Steinbach hatte sich Niklas Hartmann in der 67. Minute verletzt, Zunker war für ihn gekommen. Und ist seither die Nummer eins gewesen, während Hartmann über Monate immer wieder neue Rückschläge an seinem operierten Knie hinnehmen musste.

Nun also Gröteke. Schon im Winter hatte Trainer Damm mit ihm und Zunker gesprochen und das Duell um den Platz zwischen den Pfosten zum Zweikampf erklärt. Ob der Wechsel nun im wichtigen Spiel gegen Stadtallendorf ein Risiko war? „Nein“, sagt Damm, „ich vertraue allen meinen Spielern. Auch den ganz jungen.“ Gröteke erfuhr von der Nominierung am Freitag. „Ich hatte darauf gehofft. Aber wenn man es dann gesagt bekommt, dann ist die Freude riesig“, erzählt der Fuldataler, der 2016 in der B-Jugend zum KSV wechselte. Der KSV Baunatal, Heiligenrode und Fuldatal waren seine Stationen davor. Der 19-Jährige absolviert derzeit eine Ausbildung zum Groß- und Einzelhandelskaufmann. „Die Doppelbelastung kriegt man gut hin“, findet er. Wie groß die Aufregung vor dem Regionalliga-Debüt gewesen ist? „Geschlafen habe ich ganz gut, aber vor dem Anpfiff war ich schon ziemlich nervös. Das hat sich dann nach einigen Spielminuten zum Glück gelegt.“ Nach der Partie gab es von seinen Mitspielern etwas Flachs, weil er kurz vor Schluss beim 3:1 noch ein Gegentor kassierte, aber natürlich vor allem viel Zuspruch. Was ihn besonders freute: Einer, der ihn mit Tipps unterstützte und e zum siegreichen Debüt gratulierter war? Maximilan Zunker! (Frank Ziemke)

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