Pokalspiel ohne Sensation: Löwen geben sich 0:3 geschlagen

Kassel. Es war ein stimmungsvoller Pokalabend – aber keiner für eine Sensation. Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel stellte Fortuna Düsseldorf kein Bein. Der Zweitligist gewann in der ersten Hauptrunde verdient mit 3:0 (1:0).

Die komplett neuformierte Mannschaft der Gastgeber zeigte sich kampfstark, gestaltete die Partie aber nur in der ersten Halbzeit phasenweise offen. Vor allem in der Offensive fehlten den Löwen die Mittel, um für diesen Gegner eine echte Gefahr darzustellen. Trotzdem war alles bereitet für einen fantastischen Abend im Auestadion.

Offiziell 14850 Zuschauer – das Stadion wirkte deutlich voller – boten eine tolle Kulisse. Vor dem Anpiff war der langjährige KSV-Vorsitzende Jens Rose mit dem Dank für eine „geile Zeit“ verabschiedet worden. Auf der neuen Videowand flimmerten Bilder aus erfolgreichen KSV-Zeiten. Und die Fans empfingen die Mannschaft mit Anfeuerungsrufen und dem Plakat: „Chaos im Verein – wir schreien euch trotzdem nach vorn.“

Pokalspiel im Auestadion

Auf dem Platz mussten die Gastgeber aber vor allem den Rückwärtsgang einlegen. Der Zweitligist aus Düsseldorf machte sofort Druck. Er war – natürlich – athletischer, spielerisch sicherer. Deutlich war zu spüren, dass die Mannschaft von Norbert Meier die leichte Verunsicherung der Gastgeber in den Anfangsminuten schnell nutzen wollte. Löwen-Torhüter Erik Domaschke zeigte sich bei Chancen von Sascha Rösler (5.) und Maximilian Beister (9.) aber auf dem Posten.

Der KSV brauchte 15 Minuten, um besser ins Spiel zu finden. Ein Distanzschuss von Andreas Mayer war die erste Prüfung für Fortuna-Schlussmann Michael Ratajczak. Der Regionalligist wehrte sich nun tapfer, gewann mehr Zweikämpfe. Dumm nur, dass ausgerechnet in dieser Phase die von rund 4500 Fortunen-Fans bejubelte Führung der Gäste fiel. Außenverteidiger Viktor Riske ließ sich von Rösler vernaschen, dessen Flanke köpfte Sturmpartner Thomas Bröker zum 0:1 ein (25.). Diese Führung war natürlich verdient.

Der KSV-Kader in Bildern

KSV: Das ist der Kader für die Saison 2011/12

Domaschke zeigte gegen den über die rechte Seite auf ihn zustürmenden Beister seine nächste große Tat (55.). Danach wäre aber auch er zweimal machtlos gewesen, doch Rösler verfehlte erst mit einem Schuss (58.) und dann mit einem Kopfball aus fünf Metern (59.) das Tor. KSV-Trainer Christian Hock reagierte, besetzte mit Sebastian Gundelach und Caner Metin für Viktor Riske und René Ochs die rechte Seite komplett neu – in der Offensive hatte er kaum Optionen. Trotzdem setzte die Fortuna weiter die Akzente. Den Löwen fehlten einfach die Ideen und eine ordnende Hand im Mittelfeld. Offensiv ging gar nichts.

Bei aller Kampfkraft war so die erhoffte Sensation einfach nicht drin. „Bis zum Strafraum war das okay, aber dann hat uns komplett die Durchschlagskraft gefehlt“, sagte Christian Hock. Die Folge: Im dritten Versuch machte Sascha Rösler mit dem 2:0 in der 80. Minute schließlich alles klar, Oliver Fink erzielte den Endstand. Der Rest waren Jubelgesänge des lautstarken Düsseldorfer Anhangs.

Von Frank Ziemke

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare