Hinspiele am Donnerstag

Nur noch zusehen, hoffen, bangen: KSV braucht zwei Südwest-Aufsteiger

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Jetzt heißt es warten: Tobias Damm, Co-Trainer des KSV Hessen, und alle anderen müssen nun zusehen und hoffen, dass Mannheim und Saarbrücken aufsteigen.

Kassel. Das Bangen und Zittern geht in die entscheidende Phase. Am Donnerstag startet Teil eins der Aufstiegsrelegation - die letzte Chance für den KSV Hessen Kassel.

Ein Abstieg des KSV Hessen kann Auswirkungen bis auf die Kreisebene haben. Wir liefern dazu den großen Überblick.

Auf der Webseite des 1. FC Saarbrücken läuft ein Countdown. Tage, Stunden, Minuten, Sekunden. Die Uhr läuft rückwärts – bis die Aufstiegsrelegation gegen den TSV 1860 München* beginnt (Donnerstag, 17.30 Uhr/BR und SWR). Beim SV Waldhof Mannheim* ist es zumindest auf der Homepage ruhiger. Einzig der Hinweis: „Keine Tageskasse in Duisburg!“ Dort findet ein weiteres Spiel um einen Platz in der dritten Liga statt: Uerdingen gegen Mannheim (Donnerstag, 19 Uhr/Livestream des WDR und SWR). 

Die Fußball-Regionalligisten aus Saarbrücken und Mannheim haben eines gemeinsam: Sie müssen beide aufsteigen, damit der KSV Hessen in der Klasse bleibt. Die Kasseler Löwen selbst können nur noch zusehen, hoffen, bangen. Die meisten Akteure sind in Urlaub, werden also nicht gemeinsam mitfiebern.

1. FC Saarbrücken

Die Saarländer waren das dominierende Team der abgelaufenen Saison in der Regionalliga Südwest. Mit elf Punkten Vorsprung wurde die Mannschaft, die vom Ex-Bundesligaspieler Dirk Lottner trainiert wird, Meister. Mit 92 Toren stellte Saarbrücken den mit Abstand gefährlichsten Angriff der Liga.

Und diese Torgefahr hat zwei Namen: Kevin Behrens und Patrick Schmidt. Beide erzielten 19 Treffer. Und beide haben schon einen neuen Verein für die kommende Saison. Für Behrens geht es nach Sandhausen, Schmidt wechselt zu Heidenheim – jeweils ein Zweitligist. Allein das beweist die enorme Qualität im Angriff. Doch auch dahinter wissen mit Marco Holz (neun Tore), Markus Mendler (acht) und Tobias Jänicke (acht) drei Mittelfeldspieler, wie sie den Ball im Kasten unterbringen.

Sicher, 1860 München war vor der Auslosung der Aufstiegsspiele das Team, dem jeder gern aus dem Weg gegangen wäre. Doch sicher ist auch, dass die Bayern-Staffel die schwächste der fünf Regionalligen ist. Richtig gefordert wurden die Münchner so nicht immer. KSV-Mittelfeldspieler Tim Brandner sagte zuletzt, dass er vor allem Saarbrücken den Aufstieg zutraue. 1860 muss verletzungsbedingt auf seinen Star verzichten. Der Ex-Erstligaspieler Timo Gebhart zog sich einen Achillessehnenanriss zu und wird auch am Sonntag fehlen.

Waldhof Mannheim

Die Mannheimer belohnten eine starke Rückrunde mit der Vizemeisterschaft. Trainer Gerd Dais wurde noch in der Hinrunde entlassen. Für ihn übernahm Ex-Spieler Michael Fink, der sein Amt im Winter aber niederlegen musste, weil ihm die nötige Trainerlizenz fehlte.

Für ihn kam Bernhard Trares, der für 1860 München und Werder Bremen selbst in der Bundesliga gespielt hat. Trares führte die Waldhöfer in diese Aufstiegsrelegation – wo es die Mannheimer mit dem KFC Uerdingen – Meister der Weststaffel – zu tun bekommen. Der einstige Europapokal-Halbfinalist (1986) aus Krefeld hat in Lucas Musculus (18 Tore) einen gefährlichen Angreifer. Maximilian Beister ist noch aus seiner Bundesliga-Zeit in Hamburg und Mainz ein Begriff.

Es droht die Kettenreaktion

Wenn der 1. FC Saarbrücken und Waldhof Mannheim am heutigen Donnerstag und am Sonntag in den Aufstiegsspielen zur dritten Liga antreten, drücken den Vereinen nicht nur die Fußballer des KSV Hessen Kassel die Daumen. Der Abstieg der Löwen könnte eine Kettenreaktion auslösen, die sich bis auf die Kreisebene auswirkt. Ein Überblick.

Hessenliga: Vor dem letzten Spieltag stehen Borussia Fulda – zieht sein Team am Saisonende aufgrund der Gründung der Spielgemeinschaft mit Lehnerz zurück – und der SV Steinbach als Absteiger fest. Dagegen kämpfen Viktoria Griesheim, RW Frankfurt und der OSC Vellmar noch um den Klassenerhalt. Einen dritten Absteiger gibt es auf jeden Fall. 

Muss der KSV Hessen runter in die Hessenliga, kommt ein vierter hinzu. Aktuell wäre Vellmar der dritte Absteiger. Wenn der OSC es aber schafft, am Samstag noch beide Kontrahenten in der Tabelle zu überholen, bleibt er drin. Ziehen die Nordhessen nur an einem der beiden Vereine vorbei, können sie lediglich die Aufstiege von Saarbrücken und Mannheim am Sonntag vor dem Abstieg retten.

Verbandsliga: Auch die Verbandsliga Nord trägt am Samstag den letzten Spieltag aus. Der RSV Petersberg, der KSV Hessen II und der TSV Mengsberg steigen auf jeden Fall ab. Wenn die Vellmarer den Klassenerhalt in der Hessenliga schaffen, gibt es in der Verbandsliga nur noch einen weiteren Absteiger. 

Steigt der OSC ab, müssen noch zwei Teams in die Gruppenliga runter. Noch um den Klassenerhalt kämpfen der 1. FC Schwalmstadt, SG Bad Soden, TSV Rothwesten, SV Kaufungen und FSV Dörnberg. Wenn die Vellmarer in der Hessenliga einen Kontrahenten überholen, dann hängt auch die Zukunft eines Verbandsligisten von der Relegation zur dritten Liga ab.

Gruppenliga: Der Abstiegskampf in der Verbandsliga wirkt sich direkt auf die nordhessischen Gruppenliga-Staffeln aus. Beim jetzigen Stand würden aus der Verbandsliga fünf Teams runter müssen. Mengsberg, KSV Hessen II und Schwalmstadt würden in die Kasseler Gruppen einsortiert, Petersberg und Bad Soden in die Fuldaer. In den beiden Kasseler Staffeln gebe es daher sieben Absteiger. 

Aus jeder Gruppe drei, ein weiterer wird im Relegationsspiel der Viertletzten ermittelt. Allerdings besteht noch die Möglichkeit, dass vier Teams in die Kasseler Gruppenligen runterkommen, dann steigen dort acht Teams ab. Schafft Vellmar in der Hessenliga allerdings den Klassenerhalt, gibt es in der Verbandsliga nur vier Absteiger und in den Kasseler Gruppenligen erwischt es auf jeden Fall nur sieben Teams. 

Kuriosität in der Gruppe 1: Wenn Schwalmstadt aus der Verbandsliga runtergeht, muss deren zweite Mannschaft in der Gruppenliga zwangsabsteigen. Dann hätte die SG Schauenburg noch die Chance, die Klasse zu halten, da sie auf den viertletzten Platz vorrückt. Die Absteiger aus den Gruppenligen haben wiederum Einfluss auf den Kampf um den Klassenerhalt in den Kreisoberligen, in denen sie einsortiert werden. Viele nordhessische Teams schauen daher mit großem Interesse auf die Aufstiegsspiele zur dritten Liga. Ihr Schicksal könnte schließlich vom Abschneiden von Saarbrücken und Mannheim abhängen.

* tz.de und mannheim24.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Quelle: HNA

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