Lemke überragt im Mittelblock

MT-Trainer Roth nach Sieg gegen Stuttgart: Wir müssen nachlegen

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Kassel. Es gibt Siege, die lassen einen Trainer ziemlich kalt. Wie Michael Roth. „Wir haben keinen Grund zu feiern“, kommentierte der Coach der MT Melsungen den 33:24-Erfolg des heimischen Handball-Bundesligisten gegen TVB Stuttgart mit größter Zurückhaltung. Aus zwei Gründen.

Zum einen war der Ärger über das vorausgegangene, „selbstverschuldete“ 27:30 gegen Göppingen immer noch nicht verraucht. Vielleicht sogar frisch entfacht, hatte doch die Wiedergutmachung gegen die Gäste aus Baden-Württemberg das andere Gesicht seiner Schützlinge offenbart, mit dem diese schmerzhafte Heimniederlage vermeidbar gewesen wäre.

Da stand die eigene Abwehr wie eine Wand. Wurde, so der MT-Trainer, „in unserer Defensive agiert statt reagiert“ und so die Stuttgarter Rückraumspieler immer wieder in die „Blockfalle“ gelockt. Was 2,10m-Mann Finn Lemke auf den Plan rief, der in der oberen Etage alles wegräumte. „Signale, die man setzen muss“, erklärte der Neuzugang und freute sich über derlei „Glücksmomente“, die von den Fans mit Szenenapplaus honoriert wurden.

Da klappte das Umschaltspiel, belohnten sich die Gastgeber für ihre starke Deckung mit leichten Toren aus der ersten und zweiten Welle. Und da hatten auch die Rückraumspieler die Leichtigkeit und Präzision im Abschluss wiederentdeckt. Allen voran Julius Kühn, der in der ersten Hälfte für seine sechs Tore nicht mehr als sechs Versuche brauchte.

„Genau so wollten wir spielen“, frohlockte Kapitän Michael Müller. Zumal diesmal der 18:10-Pausenvorsprung verantwortungsvoll verwaltet wurde und in den höchsten Saisonsieg mündete.

Zum andern blickte Trainer Roth gleich wieder nach vorn. Zum kommenden Auswärtsspiel beim VfL Gummersbach (Dienstag, 17 Uhr Schwalbe-Arena) nämlich, „wo wir uns auf einen harten Kampf einstellen müssen.“ Für Julius Kühn ist‘s die erste Rückkehr an die Stätte seiner erfolgreichen Lehrjahre, wo der 24-Jährige von 2014 bis 2017 zum Nationalspieler und sogar zum Europameister aufstieg.

Kühns Rückkehr zum VfL

Seine Drähte zum Altmeister sind dank des regen Austauschs mit einigen ehemaligen Mannschaftskameraden noch heiß. Drum weiß der Torjäger, dass der neue VfL-Trainer (bzw. sein ehemaliger Co-Trainer) „einiges drauf hat.“ Der Bosnier Denis Bahtijarevic nämlich, der Dirk Beuchler nach 4:18-Punkten ablöste und gleich mal drei Siege in Folge (u.a. gegen den THW Kiel) feierte.

Allerdings: Es folgten vier Niederlagen am Stück und damit die Ernüchterung. Was für den Ex-Gummersbacher nichts daran ändert, „dass die Mannschaft im Angriff flüssiger kombiniert und in der Abwehr wesentlich präsenter geworden ist.“

Genau darauf muss sich die MT einstellen, darf von Beginn an nichts anbrennen lassen, auch „um die Halle nicht zum Kochen zu bringen“ (Kühn). Und steht laut Michael Roth genauso in der Pflicht wie gegen Stuttgart: „Wir müssen nachlegen. Nur so kommen wir mit einem blauen Auge davon.“ Gemeint ist die immer noch nicht abgeschlossene Verarbeitung der Niederlage gegen Göppingen. 

Quelle: HNA

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