Mentor Latifi ist wieder im Blickfeld: Morgen tritt der Innenverteidiger mit dem KSV gegen Großaspach an

Die Rückkehr des Kämpfertypen

Einen Stammplatz im Blick: Mentor Latifi, Innenverteidiger des KSV Hessen. Foto: Fischer

Kassel. Dass Mentor Latifi vor dem Spiel des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel bei der SG Sonnenhof Großaspach am Sonntag (Anpfiff: 14 Uhr) im Mittelpunkt stehen würde, damit konnte am Ende der vergangenen Saison keiner rechnen. Denn zu dieser Zeit schien der Innenverteidiger kaum eine Zukunft bei den Löwen zu haben – und wenn, dann zunächst einmal nur als Innenverteidiger Nummer vier, als Ersatz des Ersatzes.

Nun, die Zeiten haben sich geändert. Latifi schaute sich nach anderen Vereinen um, blieb aber beim KSV. Und plötzlich ist er wieder im Spiel. Beim 2:0-Sieg gegen Pfullendorf am Mittwoch absolvierte der 26-Jährige seine erste Partie von Anfang an in der laufenden Regionalliga-Saison. Seitdem gehört er zu jenen Akteuren, die erzählen können, wie schnell alles geht im Fußball.

„Hat sich nie hängen lassen“

Er nahm vor der Serie seine Rolle an, muckte nicht auf, empfahl sich im Training und bei den Spielen der zweiten Mannschaft. „Er hat sich nie hängen lassen“, erzählt Trainer Mirko Dickhaut. Und Latifi sagt: „Ich habe versucht, mich anzubieten.“ Als Dickhaut nach dem 2:4 gegen Memmingen das Gefühl hatte, etwas ändern zu müssen, kam er auf Latifis Angebot zurück, nachdem der Abwehrspieler nach Michael Zepeks Verletzung zum Innenverteidiger Nummer drei aufgestiegen war – und damit zum ersten Ersatz für die Kollegen Mario Neunaber und Jens Grembowietz.

Jetzt hat Latifi auch auf dem Platz Werbung in eigener Sache gemacht. Sehr wahrscheinlich ist, dass er gegen Großaspach in Heilbronn aufläuft – auch wenn der Coach dies noch offen ließ. Latifi hat noch ein kleines Zusatz-Argument: Beim 2:1-Sieg im April gegen Großaspach erzielte er einen Treffer.

Die Entwicklung des Mannes aus dem Kosovo verfolgt Dickhaut so oder so mit Anerkennung: „Er hat sich zum Beispiel in der Passqualität verbessert“, sagt er. Abzuwarten bleibt, ob Latifi seine große Schwäche dauerhaft in Griff bekommt. Er neigt dazu, unter Druck nervös zu werden.

Aber vielleicht legt sich das ja mit zunehmender Spielpraxis. Latifi selbst zumindest hofft, dass seine Achterbahnfahrt vorerst gestoppt ist und er jetzt einen festen Platz im Team hat. Auch wenn er weiß: „Langfristig planen kann man im Fußball nie.“ Zumal Trainer Dickhaut angekündigt hat, generell weiter wechseln zu wollen, und wenn dies aus dem Bauch heraus geschieht. Keiner soll sich seines Platzes sicher sein. Das ist die Botschaft auch vor dem Spiel gegen Großaspach, das Dickhaut natürlich gewinnen will.

Nach dem Sieg am Mittwoch geht der KSV zumindest mit Rückenwind und als souveräner Spitzenreiter in die Begegnung. Mentor Latifi hat zudem noch ein besonderes Andenken an die Partie. In der zweiten Halbzeit zog er sich eine Platzwunde am Kopf zu. Er musste mit einem Turban weiterspielen und nach der Begegnung genäht werden. Alles halb so wild, sagt er: „Ich bin halt ein Kämpfertyp.“

Von Florian Hagemann

Quelle: HNA

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