Viele Aufreger und eine Niederlage

Nach Heimniederlage: Der Schnellcheck zum 1:2 des KSV gegen Zweibrücken

Kassel. Dämpfer für den Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel. Gegen den Tabellenletzten SVN Zweibrücken unterlag die Mannschaft von Trainer Matthias Mink vor 1600 Zuschauern im heimischen Auestadion 1:2. Der Schnellcheck von Frank Ziemke und Florian Hagemann

Wie war das Spiel?

Vergessen wir die erste Halbzeit. Sie war nicht ganz so schlimm wie das Wetter, aber sie plätscherte halt so dahin.

Richtig rund ging es in der zweiten Halbzeit, in der es zwar nicht mehr in Strömen regnete, in der die Löwen trotzdem eine kalte Dusche abbekamen. Zunächst traf Jannik Sommer zum 0:1 in der 51. Minute, acht Minuten später legte Chris Roosevelt Jones nach - 0:2. Der bis gestern Tabellenletzte nutzte eiskalt die Schwächen der Gastgeber in der Abwehr. Bei beiden Toren agierte die Löwendefensive viel zu zaghaft.

Beim KSV war nichts zu sehen vom kombinationssicheren Spiel, das er zuletzt immer wieder gezeigt hatte. Zu den spielerischen Mängeln gesellte sich Pech: Schiedsrichter Justus Zorn schickte Shqipon Bektashi erst mit Gelb-Rot vom Platz, weil Zorn gleich zweimal der Meinung war, Bektashi habe eine Schwalbe gemacht. Dann gelang es Sergej Evljuskin nicht, aus zwei Metern den Ball ins Tor zu stochern.

Den Ticker der Partie zum Nachlesen gibt es hier.

Aber der KSV kämpfte - wohl auch mit der entsprechenden Wut im Bauch. Sergej Schmik belohnte die Bemühungen in der 72. Minute. Angefeuert von den 1600 Zuschauern machte der KSV nun mehr und mehr Druck - wohlgemerkt mit zehn Mann gegen elf Zweibrücker. Sebastian Schmeer hatte die größte von mehreren guten Möglichkeiten zum Ausgleich. Aber der wollte nicht fallen - weil auch Evljuskin kurz vor Schluss abermals scheiterte. Der KSV verpasste damit die Chance, sich im oberen Tabellendrittel festzubeißen.

KSV Hessen Kassel gegen SVN Zweibrücken

War das Ergebnis gerecht?

Nein. Die Löwen hätten sich aufgrund ihrer kämpferischen Leistung einen Punkt verdient gehabt. Allerdings: Auch der wäre zu wenig gewesen gegen einen solchen Gegner.

Gab es einen Gänsehautmoment? 

Mehrere. Die ersten bekamen wahrscheinlich alle Zuschauer, die beim einsetzenden Regen kurz vor Spielbeginn die schützenden Tribünendächer noch nicht erreicht hatten und in kürzester Zeit ordentlich nass wurden. Und Gänsehaut konnte auch Benjamin Girth beim Einlaufen bekommen. Als sein Name vorgelesen wurde, brandete Jubel auf für den Dreifach-Derby-Torschützen.

Gab es einen Aufreger? 

Ohne Zweifel die Gelb-Rote Karte gegen Shqipon Bektashi. Schiedsrichter Justus Zorn hat genau das auf sich gezogen: den Zorn des Publikums nach zahlreichen zweifelhaften Pfiffen. Das hielt ihn trotzdem nicht davon ab, den KSV-Angreifer gleich zweimal für angebliche Schwalben zu bestrafen. Zumindest im zweiten Fall war das fast eine Frechheit. Aufregung auch nach dem Spiel. Philipp Roller sah nach einer Tätlichkeit gegen Kevin Rauhut die Rote Karte. Es kam dann noch zur Rudelbildung, und es schien alles aus dem Ruder, aber nach ein paar Minuten beruhigte sich alles.

Wie war der Besuch?

Nach dem Derbysieg in Baunatal hatten sie bei den Löwen auf Signalwirkung gehofft - und auch gegen einen eher unattraktiveren Gegner auf ein etwas besser besuchtes Auestadion. Die Erwartungen wurden enttäuscht. Ob es der drohende und dann auch kurz vor Spielbeginn einsetzende Regen war? Mehr als 1600 kamen nicht. Die sahen ein dramatisches Spiel - aber eben keine weitere Werbung für den Stadionbesuch.

Von Florian Hagemann und Frank Ziemke

Kassel:  Rauhut - Schmik, Friedrich, Giese, Brandner (49. Schulze) - Bektashi, Evljuskin, Becker, Damm (54. Schneer) - Lemke (64. Merle), Girth

Zweibrücken: Hodel - Müller (46. Jungbluth), Banouas, Karwot, Kern - Meisenheimer, Bach - Sommer (78. Roller), Bouzid, Jones - Reljic (71. Bildirici)

SR:  Zorn (Opfingen), Z: 1600

Tore:  0:1 Sommer (51.), 0:2 Jones (59.), 1:2 Schmik (72.)Gelbe Karten: Becker, Bektashi - Meisenheimer, Karwort Gelb-Rot: Bektashi (63.)

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare