Melsunger Kapitän Vuckovic startet mit Serbien bei Olympia

Wieder etwas, das er in seiner Vita notieren kann: Nenad Vuckovic nimmt an Olympia in London teil. Fotomontage  Kasiewicz

Kassel/London. Seit zwölf Jahren waren sie nicht mehr bei Olympia dabei. Damals nahmen Handballer aus Serbien - durch die Föderation mit Montenegro - für Jugoslawien an den Weltspielen in Sydney teil. Das Team wurde Vierter. Jetzt sind die Serben wieder qualifiziert.

„Es sind ja noch ein paar Tage, die Anspannung hält sich bislang in Grenzen“, sagt Nenad Vuckovic. „Aber“, fügt der Kapitän vom Bundesligisten MT Melsungen hinzu, „zwei Tage vor unserem ersten Spiel wird das Fieber deutlich ansteigen.“ Während der Vorbereitung auf das große Turnier fragten er und seine Kollegen bei denen nach, die 2000 um die Medaillen mitkämpften und von denen mittlerweile kein Akteur mehr selbst im Einsatz ist: „Wie ist das denn so bei Olympia?“ Dann gab es immer die gleiche Antwort: „Es macht keinen Sinn, darüber zu reden. Das muss man selbst sehen.“ Vuckovic, Momir Ilic, Darko Stanic und Co. stiegen am Dienstag in Belgrad in den Flieger in Richtung englische Hauptstadt.

Mit einem ganz guten Gefühl, nachdem die letzten Härtetests durchaus vielversprechend verlaufen waren. Bei den Scandinavian Open im schwedischen Kristianstad entschied Serbien das Halbfinale gegen den Gastgeber hochverdient mit 31:25 für sich, im Endspiel musste es sich dem EM-Gewinner Dänemark mit 28:30 (12:16) beugen.

Allerdings stand es nach einer Aufholjagd der Handballer vom Balkan, gestützt auf eine herausragende Abwehr, kurz vor Ende lediglich 28:29. „Wichtig“, betont der Melsunger, „war erst einmal, dass wir da ins Finale gekommen sind. Ich hoffe, dass wir die Dänen in London schlagen werden.“ Serbien muss sich in der stark besetzten Gruppe B mit dem amtierenden Europameister, Nachbar Kroatien, Ungarn, Spanien und Südkorea auseinandersetzen.

Die ersten vier kommen weiter. „Wir wollen mindestens Dritter werden“, sagt Vuckovic. Klar, denn dem Staffelvierten droht bereits im Viertelfinale ein Duell mit dem Top-Favoriten Frankreich.

Erster Gegner der Serben am kommenden Sonntagnachmittag ist Spanien, gegen das sie bei der Olympia-Qualifikation im April in Alicante knapp mit 27:30 den Kürzeren gezogen hatten. Auch da soll es eine erfolgreiche Revanche geben.

Die serbischen Anhänger erwarten ohnehin ihre Mannschaft nach dem Erfolg bei der Heim-EM im Januar im Endspiel. „Erst wenn wir in die Runde der letzten Acht erreicht haben“, äußert sich der MT-Spieler vorsichtig optimistisch, „können wir weiter schauen.“ Wohlwissend, dass er und seine Mitstreiter an einem guten Tag jedes Team der Welt schlagen können, aber genauso an einem schlechten auch gegen jedes verlieren können.

Von Björn Mahr

Quelle: HNA

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