Heute steigen die Halbfinals

Sieben Fakten zur Handball-WM in Ägypten: Tore, Dramen, Brüder und ein Erinnerungsfoto

Der Ex-Melsunger Roman Sidorowicz (rechts) mit seinen Schweizer Kollegen (von links) Michal Svajlen, Marvin Lier und Cedrie Tynowski.
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Erinnerungsfoto in Gizeh: Der Ex-Melsunger Roman Sidorowicz (rechts) mit seinen Schweizer Kollegen (von links) Michal Svajlen, Marvin Lier und Cedrie Tynowski.

Heute geht es bei der Handball-WM mit den Halbfinals weiter. Wir haben ein paar Fakten zum Turnier im XXL-Format gesammelt.

Kassel – Das letzte WM-Wochenende steht an. Heute geht es bei der Handball-Weltmeisterschaft mit den Halbfinals weiter. Schweden gegen Frankreich (17.30 Uhr) und Dänemark gegen Spanien (20.30 Uhr, beide live bei Eurosport und sportdeutschland.tv). Kurz vor Ende einer WM im XXL-Format blicken wir auf die Mega-Veranstaltung: Sieben Fakten zum Turnier.

1. Das Viertelfinale zwischen Dänemark gegen Ägypten geht in die WM-Geschichte ein. Dass ein Spiel erst im Siebenmeterwerfen entschieden wird, kommt selten vor. Beim Duell zwischen den Dänen und den Ägyptern war der Abschluss aber nur das Tüpfelchen auf dem i. Denn lange bevor der 39:38-Sieg des Titelverteidigers feststand, gab es schon jede Menge dramatischer Situationen: ein fast verhängnisvoller Wechselfehler der Ägypter in der Schlussminute der regulären Spielzeit und Rote Karten gegen Dänemarks Superstar Mikkel Hansen und Ägyptens Ibrahim Elmasry. Beide hatten in den Verlängerungen jeweils die Ausführung eines Freiwurfs verhindert – und damit ihre Teams um den sicher geglaubten Sieg gebracht. Weil zur Bestrafung auch Strafwürfe für den jeweiligen Gegner gehörten, die diese zum Ausgleich nutzten.

2. In einer WM-Blase sind schöne Erinnerungsfotos möglich. Die meiste Zeit verbringen die Teilnehmer entsprechend der Hygiene- und Sicherheitskonzepte entweder in ihren Hotels oder in den Arenen. Einige wenige Nationen nahmen bereits das Angebot des Gastgebers zu einem kurzen rund 60-minütigen Ausflug zu den Pyramiden von Gizeh an. „Wir sind rein in den Bus, ein paar Meter gefahren, dann kurz dort ausgestiegen, wo keine Menschen waren, ein paar Fotos gemacht – und sind dann zurück“, berichtet Gudmundur Gudmundsson, Islands Coach von der MT Melsungen.

3. In einem Spiel wurde die 80-Tore-Marke geknackt. Über ein Spiel, das 80 Minuten dauerte, haben wir gerade berichtet. Es gab auch eine Partie, in der 80 Treffer fielen – wohlgemerkt ohne Verlängerung. Die Slowenen setzten sich in der Vorrunde 51:29 gegen Südkorea durch.

4. Beim Halbfinale Spanien gegen Dänemark stehen gleich zwei Brüderpaare im Fokus. Die Iberer setzen im Rückraum auf Alex und Daniel Dujshebajew, die Dänen vertrauen dagegen auf die Qualitäten von Torwart Niklas Landin und dessen Bruder Magnus. Die beiden Nordlichter waren bereits entscheidende Figuren beim Sieg gegen Ägypten. Brüderpaare waren bei dieser WM keine Rarität. Zwei Teams traten sogar jeweils mit drei Brüdern an: Die Chilenen hatten Erwin, Emil und Harald Feuchtmann dabei. bei den Argentiniern liefen neben Topmann Diego Simonet auch dessen Brüder Pablo und Sebastian auf.

5. Die Bundesliga ist in der Vorschlussrunde noch stark vertreten. Wenn es heute um den Finaleinzug geht, dann werden auch viele deutsche Klubs gespannt nach Ägypten schauen. Noch 22 Bundesliga-Profis kämpfen um die Medaillen. Allein Überraschungsteam Schweden bietet zwölf Spieler aus der höchsten deutschen Klasse auf: von Albin Lagergren (Rhein-Neckar Löwen) über Alfred Jönsson (TSV Hannover-Burgdorf) bis hin zu Flensburgs Jim Gottfridsson. Die Dänen haben acht Bundesliga-Akteure, Franzosen (Romain Lagarde) und Spanier (Gedeon Guardiola) noch je einen.

6. Ein bisschen Deutschland steckt auch nach dem Ausscheiden der DHB-Auswahl in der WM. Die beiden Magdeburger Schiedsrichter Robert Schulze und Tobias Tönnies, eines der besten deutschen Gespanne, können bei den verbleibenden vier Begegnungen noch zum Einsatz kommen. Die Ansetzung der Unparteiischen geschieht aber kurzfristig.

7. Die Schweizer haben die WM für gute Eigenwerbung genutzt. Nachrücker Schweiz war eine absolute Bereicherung für das Turnier. „Es hat viel Spaß gemacht. Das Erlebnis bleibt für immer“, bilanziert Rückraummann Roman Sidorowicz begeistert, „wir haben sehr viele positive Rückmeldungen bekommen, wir haben etwas bewegt für unseren Sport.“ Und einen Kurz-Trip zu den Pyramiden konnte der Ex-Melsunger mit den Eidgenossen auch machen. (Björn Mahr)

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