Handball-Bundesligist wartet auf die Testergebnisse – Europacupspiel noch offen

Nach Coronafall: Wie geht es bei der MT Melsungen nun weiter?

Julius Kühn posiert beim Foto-Shooting des Handball-Bundesligisten MT Melsungen
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Im neuen Gewand: Julius Kühn soll mit der MT Melsungen am Sonntag in Silkeborg antreten.

Spielt Handball-Bundesligist MT Melsungen am Sonntag im Europacup bei Bjerringbro-Silkeborg? Nach einem Coronafall am Mittwoch wurden am Donnerstag Spieler und Verantwortliche getestet. Am heutigen Freitag soll es die Testergebnisse geben.

Kassel – Die Präsentation des neuen Trikots, die erste Folge des eigenen Podcasts, das dritte Testspiel und die erste Pflichtaufgabe in Silkeborg – das sollten die großen Themen des Handball-Bundesligisten MT Melsungen für diese Woche sein. Zwar stellten die Melsunger ihren neuen Dress in den sozialen Netzwerken vor und luden den 60-Minuten-Podcast hoch, das Sportliche gestaltet sich seit Mittwoch aber schwierig.

Denn nachdem ein Physiotherapeut der Melsunger positiv auf das Coronavirus getestet wurde, musste das für gestern geplante Freundschaftsspiel gegen Hannover bereits abgesagt werden. Offen ist jetzt noch, ob das Hinspiel der ersten Runde in der Qualifikation zur EHF European League am Sonntag ab 18.30 Uhr beim dänischen Vertreter Bjerringbro-Silkeborg ausgetragen werden kann.

Rechtsaußen und Vize-Kapitän der MT: Tobias Reichmann.

„Die EHF wartet jetzt erst einmal unser nächstes Testergebnis ab“, erklärte Manager Axel Geerken. Gestern wurden Spieler, Trainer, Betreuer und Verantwortliche getestet. Lediglich Torwart Silvio Heinevetter und Kapitän Finn Lemke, die sich tags zuvor in eine 14-tägige Quarantäne begeben mussten, waren davon ausgenommen.

„Die Stimmung ist nicht gerade euphorisch“, sagte Geerken. Nachdem am Mittwoch vorsorglich kurzfristig auf eine Trainingseinheit verzichtet worden war, traf sich das Team gestern Nachmittag wieder, um die Vorbereitung für den anstehenden Auftritt in Dänemark aufzunehmen.

„Es ist etwas Unsicherheit in der Mannschaft zu spüren“, stellte Rechtsaußen und Vize-Kapitän Tobias Reichmann fest. „Die Gesamtsituation nervt gerade schon ein bisschen.“ Klar, die Spieler sehnen sich nach dem ersten Pflichtspiel-Einsatz seit Anfang März. Zuletzt hatten MT-Torjäger Julius Kühn und seine Mitstreiter am 7. März gegen die HSG Wetzlar um Punkte gekämpft.

Sollten alle Tests heute negativ ausfallen, könnten die Melsunger am morgigen Samstag wie geplant von Frankfurt nach Billund fliegen und am Sonntagabend gegen den dänischen Erstligisten antreten. Dann wäre der Kader allerdings personell geschwächt: kein Heinevetter, kein Lemke. „Heine hat sich gut eingefügt, und Finn hat einen festen Platz in der Abwehr“, betont Reichmann, „wir müssten dann das Beste daraus machen.“

Falls es einen weiteren Coronafall bei der MT geben sollte, würden die Chancen der Nordhessen auf eine Europacup-Teilnahme vermutlich rasant schwinden. Die zuständige Europäische Handball-Föderation (EHF) musste sich in den vergangenen Wochen schon mit einigen Problemen beschäftigen – es ging aber zumeist nur um Reiserestriktionen.

So erreichten Kristianstad/Schweden, Azoty-Pulawy/Polen) sowie Holstebro/Dänemark kampflos die zweite Runde, weil in den Ländern der jeweiligen Gegner zurzeit strenge Quarantäneregeln gelten. Dadurch schieden zwei norwegische und ein isländischer Klub aus.

Zwei weitere Duelle werden indes nicht in Hin- und Rückspiel, sondern in nur einer Partie entschieden. Der Schweizer Spitzenklub Pfadi Winterthur trifft nun am Sonntag, 6. September, ab 12.30 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle auf Esch/Luxemburg – es soll das Vorspiel zum zweiten Kräftemessen zwischen der MT und dem Team aus Silkeborg sein.

Zwei Coronafälle zu beklagen hat der französische Erstligist PAUC Handball aus Aix-en-Provence. Das Team muss nun auf sein Heimspiel verzichten, darf aber zumindest noch einmal auflaufen – am 6. September in Spanien bei Bidasoa Irun. (Björn Mahr)

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