Löwen trugen Genesungswünsche auf T-Shirts 

"Er hat mit seinem Herzen sehr zu kämpfen": Sorge um KSV-Teammanager Friedrich

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Steffen Friedrich

Kassel. Es war eine kurze Pressekonferenz nach der Partie des KSV Hessen gegen Walldorf. Löwen-Trainer Tobias Cramer wollte nicht lange reden. Was er aber sagte, ließ alle verstehen.

„Wir widmen diesen Sieg Steffen Friedrich. Er musste am Mittwoch mehrmals geschockt werden. Er hat mit seinem Herzen sehr, sehr zu kämpfen. Da wird Fußball – auch in unserer Situation – zur Nebensache.“ Cramer kam nicht umhin zu zeigen, wie nah ihm das alles ging.

Schon als die beiden Teams ins Stadion einliefen, sahen die Zuschauer, dass an diesem Nachmittag etwas anders war. Alle Löwen trugen ein weißes T-Shirt mit roter Aufschrift: „Gute Besserung, Steffen“ stand auf der einen Seite, die Nummer „3“ und „Löwen geben niemals auf“ auf der anderen. Die „3“ war Friedrichs Nummer als Spieler.

Genesungswünsche auf dem T-Shirt: (von links) Niklas Neumann, Nael Najjar und Marco Dawid. 

Durch die Probleme mit seinem Herzen ist der 23-Jährige mittlerweile Teammanager beim KSV. Ihm wurde ein Defibrillator eingesetzt. Dieser schockt das Herz, wenn es aussetzt. Am Mittwoch war Friedrich in München. Alle zwei Wochen muss er dort in eine Klinik. Das Herz wird untersucht. Routine.

„Während der Untersuchung ist es zu dem Zwischenfall gekommen“, berichtet Cramer. „Mittlerweile ist er aber auf dem Weg der Besserung. Er wird jetzt noch in München bleiben und beobachtet.“ Als die Mannschaft davon erfuhr, kam die Idee mit den T-Shirts auf.

Den KSV zeichnet derzeit genau das aus: Er ist eine Mannschaft. Jeder für jeden. Eine Einheit. Auf dem Platz zeigen alle Herz. Und am Samstag spielten sie für ein schwaches Herz – das von Steffen Friedrich. Als die Mannschaft nach dem Schlusspfiff in die Kurve zum Feiern abgedreht war, da versammelten sich schließlich alle noch einmal für ein Foto. In der Mitte hielten sie das Trikot mit der Nummer „3“ hoch.

Nachdem Cramer am Samstag während der Pressekonferenz geendet hatte, kam die Frage, ob noch jemand etwas wissen möchte? Sicher, es hätte Fragen gegeben. Zum Beispiel, ob es den Trainer freut, dass sein Team mal wieder ein Tor aus dem Spiel heraus erzielt hat? Oder welche Gedanken er zum wichtigen Auswärtsspiel in Koblenz am kommenden Wochenende hat? Ob er stolz auf seine Mannschaft ist, weil sie erneut einen Rückstand gedreht und Moral bewiesen hat?

Aber diese Fragen waren für Tobias Cramer mit dem Abpfiff unwichtig, nebensächlich geworden. Manchmal ist Fußball eben – auch in jeder noch so brenzligen Situation – nur eine Nebensache. Dass der Trainer nicht mehr so richtig an Fußball dachte, war ihm deutlich anzusehen.

Quelle: HNA

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