Handball-Bundesliga: Spaß mit Alexis und Savas

Balingen mit Alvanos am Samstag bei MT Melsungen zu Gast

Savas Karipidis

Balingen/Melsungen. Einmal wollen sie vor dem Wiedersehen noch miteinander telefonieren. „Dann kann er mir die Balinger Taktik erklären“, witzelt Savas Karipidis, der Rechtsaußen des Handball-Bundesligisten MT Melsungen.

Doch Alexandros Alvanos, Neuzugang von HBW Balingen-Weilstetten, denkt gar nicht dran und lacht: „Savas soll nicht glauben, dass wir uns gegen die MT zurückhalten und schlecht spielen werden.“

Die üblichen Späße zwischen zwei guten Freunden, die dem Duell in der 1. Liga am Samstag (19 Uhr, Rothenbach-Halle Kassel) entgegenfiebern. Alvanos (31 Jahre) und Karipidis (32), beide aus der goldenen Generation des griechischen Handballs, waren nicht nur in der Nationalmannschaft ihres Heimatlandes Kollegen, sondern auch schon bei Panellinios Athen und der HSG Wetzlar. Karipidis war 2005 praktisch seinem Landsmann gefolgt, nachdem dieser bereits 2004 bei den Mittelhessen angeheuert hatte.

Balingen ist nun Alvanos‘ fünfte Station im Oberhaus: Nach den zwei Jahren bei der HSG spielte der 1,88 m große Rückraumspieler aus Saloniki noch in Gummersbach, bei den Rhein-Neckar Löwen sowie in Lübbecke, wo er wegen einer schweren Schulterverletzung aber für einige Monate zum Zuschauen verurteilt war. Das ist Schnee von gestern. „Ich fühle mich in Balingen sehr wohl“, sagt der zweifache Familienvater.

Mit bislang 17 Treffern ist „Alexis“, wie er von seinen Mannschaftskameraden gerufen wird, hinter dem Österreicher Roland Schlinger (24) zweitbester HBW-Schütze. Was im System der Schwaben durchaus zu beachten ist, weil Trainer Rolf Brack gerne einmal blockweise wechselt - die eine Reihe rein, die andere raus. „Es ist eine ganz neue Taktik für mich“, erklärt Alvanos, „aber sie bringt gute Ergebnisse.“ Nach vier Spieltagen liegen er und seine Mitstreiter mit 4:4-Punkten an der zehnten Position. Den Heimsiegen über Gummersbach und Hannover-Burgdorf stehen die erwarteten Niederlagen in Großwallstadt und bei den Löwen gegenüber.

Ziel des Klubs aus Süddeutschland ist wie in jedem Jahr der Klassenerhalt. „Wir haben eine junge Mannschaft“, betont der prominente HBW-Neuzugang aus Griechenland, „aber ich finde, dass das Team mehr Potenzial besitzt, als nur in der Liga zu bleiben.“

„Viel Selbstvertrauen“

Klar, dass sich die Balinger auch für den Auftritt in Kassel etwas ausrechnen. „Wir haben viel Selbstvertrauen und werden unsere Chance bekommen“, ist Alvanos überzeugt. Der für seine großartige kämpferische Einstellung gefürchtete Hellene muss beim Aufeinandertreffen mit Karipidis, Grigorios Sanikis und Alexandros Vasilakis nicht extra motiviert werden. Besonders im Blickpunkt steht zweifelsohne das Duell mit Vasilakis, weil er sich seit vielen Jahren mit dem Inselgriechen (Heimat Korfu) den Job im rechten Rückraum der Auswahl teilt. „Er ist der Große, ich bin der Bewegliche - wir ergänzen uns super“, meint Alvanos. Ohne zu vergessen, dass am Samstag die guten Beziehungen zu den Landsleuten erst nach der Schlusssirene gepflegt werden können.

Von Björn Mahr

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