Europapokal-Zeit für die MT Melsungen

Vor dem Spiel gegen Toulouse: Duell alter Kumpel

Kassel. Nächste Woche Mittwoch ist Europapokal-Zeit für die MT Melsungen. Kapitän Nenad Vuckovic trifft dann auf einen alten Weggefährten.

Es war lange bevor er bei Welt- und Europameisterschaften für Serbien den Rückraum belebte, eine halbe Ewigkeit bevor er beim Bundesligisten MT Melsungen anheuerte und zu einer Zeit, als seine Karriere als Handball-Profi noch am Anfang war: Damals lebte Nenad Vuckovic in Belgrad in einer Wohngemeinschaft mit zwei weiteren Kollegen von Spitzenklub Roter Stern zusammen. Der eine hat sich vom Spitzensport mittlerweile verabschiedet, der andere ist noch auf höchstem Niveau aktiv: Der Montenegriner Vladimir Osmajic steht in Diensten des französischen Spitzenklubs Fenix Toulouse.

„Wir sind gute Freunde geworden“, erklärt Vuckovic. Regelmäßige Telefonate? Selbstverständlich. In diesem Sommer haben sich die beiden sogar in Montenegro getroffen.

Was sie zu dem Zeitpunkt nicht wussten: dass sie sich im Herbst zweimal im EHF-Pokal gegenüberstehen werden. Doch genau dies ist der Fall, weil die MT am Mittwoch, 1. Oktober, ab 20.15 Uhr in Kassel (Rothenbach-Halle) sowie am Sonntag, 19. Oktober, in Toulouse um den Einzug in die dritte Runde kämpft. Als die Auslosung beendet war, griffen die beiden 34-Jährigen zum Handy und stellten dann fest: „Ich wollte dich auch gerade anrufen.“

Seit 2013 ist Zwei-Meter-Mann Osmajic für die Fenix-Mannschaft tätig. Zuvor lief er für Klubs quer über den Kontinent auf: In Spanien war er, aber auch in Ungarn, Norwegen, Österreich sowie Slowenien. Jetzt also Frankreich. Und nicht irgendwo: Toulouse gilt als handballverrückte Stadt. Nationaltrainer Claude Onesta etwa lernte dort das Handball-Einmaleins.

„Da war immer eine heiße Atmosphäre in der Halle“, weiß Vuckovic aus seiner Zeit bei Chambery, für das er bis 2008 unter Vertrag stand. Sein damaliger Vereinskamerad Cyril Dumoulin, seit 2009 im Kader der französischen Auswahl, hütet seit Beginn dieser Saison das Tor in Toulouse und gehört damit zu den namhaften Akteuren im Aufgebot von Trainer Toni Garcia Guerrero.

Alle überstrahlt Jerome Fernandez: Weltmeister, Olympiasieger, Europameister - es gibt fast nichts, was er noch nicht gewonnen hat. Sogar Deutscher Meister wurde er 2010 mit dem THW Kiel. „Er ist schon 37, aber immer noch ein absoluter Klassemann“, betont Vuckovic, der sich zudem auf das Wiedersehen mit zwei serbischen Landsleuten freut. Mittelmann Danijel Andjelkovic und Linksaußen Nemanja Ilic kennt er aus gemeinsamen Auftritten mit der Nationalmannschaft. Somit weiß er schon einiges über die Qualitäten des Europapokal-Kontrahenten. Einige Tipps kann ihm noch Guillaume Joli geben, der lange in der 1. französischen Liga im Einsatz war und zu einer festen Größe in der Equipe Tricolore wurde.

Am Samstag (15 Uhr) gastiert Joli mit Wetzlar zum Erstliga-Hessenderby in Kassel und feiert ein Wiedersehen mit Vuckovic, mit dem er einst in Chambery zusammen spielte, aber nicht zusammen wohnte. Gute Kumpel sind sie trotzdem. - Siehe Hintergrund.

Von Björn Mahr

Quelle: HNA

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