Interview: Thorsten Schönewolf über Thorsten Bauer

Spitzname Grummel

Gute Freunde: Thorsten Bauer (links) und Thorsten Schönewolf. Archivfoto: nh

kassel. Thorsten Bauer, Rekordtorschütze des KSV Hessen Kassel, sagt Tschüss: Am 8. Mai kommt es im Auestadion zum von der HNA präsentierten Abschiedsspiel mit Freunden. Einer darf nicht fehlen: Thorsten Schönewolf. Hier äußert er sich über seinen Kumpel.

Thorsten Schönewolf, hätten Sie einen Zwilling, wäre das dann Thorsten Bauer?

Schönewolf: Gut möglich. Wir haben oberflächlich ja schon ziemlich viele Gemeinsamkeiten: denselben Arbeitgeber, denselben Vornamen, denselben Verein, für den wir zusammen mehr als 200 Spiele bestritten haben.

Sie sprechen von oberflächlichen Gemeinsamkeiten. Hat es sich damit schon?

Schönewolf: Nein, wir sind uns auch sonst durchaus ähnlich, auch wenn wir uns auf dem Platz wirklich fetzen konnten. Es gab durchaus Situationen im Training, wo wir fast handgreiflich geworden wären. Aber danach war immer alles vergessen. Denn die Freundschaft steht bei uns über allem.

Was zeichnet Bauer aus?

Schönewolf: Neben seinen sportlichen Stärken zeichnet ihn aus, dass er ein sehr bescheidener, ehrlicher und intelligenter Mensch ist, auf den man sich immer zu hundert Prozent verlassen kann.

Das hört man fast immer. Was ja mal wirklich interessiert, welche Schwächen Bauer hat?

Schönewolf: Na gut, jetzt kann ich es ja sagen: Er ist ein richtig steifer Bock und einer der unbeweglichsten Menschen, die ich kenne. Andererseits muss man anerkennen, was er aus seinem Kleiderschrankkörper gemacht hat. Wie er ihn im Strafraum eingesetzt hat, war klasse.

Und sonst?

Schönewolf: Er ist nicht unbedingt derjenige, der auf seine Ernährung achtet. Wo bei anderen vor einem Spiel die Wasserflasche auf dem Nachttisch stand, lagen bei ihm die Gummibärchentüten. Die Süßigkeiten hat er tonnenweise zu sich genommen.

Jetzt kommen Sie aber in Fahrt. Gibt es weitere Anekdoten?

Schönewolf: Er hatte ja den Spitznamen Grummel, weil er in Trainingslagern immer nur geschimpft hat, wenn es darum ging, Kondition zu bolzen. Das war nicht seine Welt. Allerdings hat er sich immer durchgeboxt. Da ziehe ich den Hut vor ihm.

Wo sehen Sie Thorsten Bauer in 20 Jahren?

Schönewolf: Ich hoffe, er ist dann glücklicher Familienvater, wir sind weiter Kollegen, und er ist KSV-Präsident.

Kurz nach dem Interview ruft Schönewolf noch mal an. Einen hat er noch: „Thorsten war immer der Erste am Buffet, wenn wir im Trainingslager oder sonstwo waren. Am Anfang war das eher Zufall. Später hat sich keiner mehr getraut, vor ihm ans Buffet zu gehen.“

• Karten für das Bauer-Spiel (3 bis 8 Euro) gibt es unter anderem beim HNA-Kartenservice in der Kurfürstengalerie.

Von Florian Hagemann

Quelle: HNA

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