Frühe Tore, starkes Nachlassen und Lernprozesse

Stationen einer Derbyniederlage: Nur zu Beginn der Chef im Ring

Mit dicken Backen: Husky Marco Müller (Mitte) schirmt den Frankfurter Christoph Gawlik ab, Torwart Markus Keller hat die Fanghand weit offen für einen Schlagschuss der Löwen. Foto:  Fischer

Kassel. Nach sieben Siegen in Serie gegen die Löwen hat’s die Huskies erwischt: Erstmals in dieser Saison unterlagen sie beim 2:3 (2:0, 0:2, 0:1) dem Frankfurter Rivalen.

Dessen Trainer Paul Gardner war „unglaublich erleichtert, dass wir diese schwarze Serie endlich stoppen konnten“ und hofft nun auf ein „Wiedersehen in den Playoffs“. Sein Kasseler Pendant Rico Rossi indes quittierte „eine verdiente Niederlage“ nach dem vierten Duell, das mit nur einem Tor Differenz entschieden wurde. Stationen eines Hessenderbys:

Der starke Auftakt

Von der ersten Minute an waren die Huskies Chef im Ring. Schnell, passsicher und druckvoll dominierten sie das Derby, gewannen die meisten Zweikämpfe gegen eher passive Löwen und einen unsicher wirkenden Torwart Jaeger. Und sie ernteten früh den verdienten Lohn. Nach Steve Hanuschs scharfer Hereingabe hatte Jack Downing bei seinem 18. Saisontor am langen Pfosten freie Bahn (1:0/5.). Nach Carter Profts Bullygewinn und seiner harten Arbeit am Torraum krachte Jens Meilleurs mächtiger Schlagschuss von der Blauen Linie ins Netz (16.). 2:0 – und die Huskies hätten noch höher führen können. „Ein 3:0 wäre der erste Schlüssel zum Sieg gewesen“, sagte später Trainer Rico Rossi.

Das starke Nachlassen

Ab der 21. Minute war alles anders. Die Löwen änderten nichts an ihrer Taktik. Aber sie verschoben ihr gesamtes Spiel um vier, fünf Meter nach vorn. Und auf dieses höchst effektive Forechecking wussten die Huskies keine Antwort, kamen nicht mit langen Pässen oder schnellen Atacken in den Rücken der Frankfurter Abwehr. Die Löwen setzten das Kasseler Kombinationsspiel matt und die Huskies schon im eigenen Drittel gehörig unter Druck.

Die Folge: Erst Pat Jarrett bei einem 3:1-Konter (31.) und dann Christoph Gawlik nur 122 Sekunden später bei einer von drei Strafzeiten Toni Ritters besorgten den 2:2-Ausgleich.

Ein Powerplay kurz darauf mit der Chance zum 3:2 blieb den Huskies verwehrt, weil Schiri Naust einen Crosscheck von Clarke Breitkreuz an der Bande gegen den starken Kevin Maginot ebenso ungeahndet ließ wie bei einer Prügelei von neun Spielern kurz darauf das erste Foul Gawliks gegen Drew MacKenzie.

Die Wende

Ab der 41. Minute waren die Huskies wieder da und gleichwertig. Nun stand das Derby auf des Messers Schneide. Das entscheidende Tor aber gelang den Löwen. Wieder in Überzahl. Gawliks Schlagschuss von Rechtsaußen lenkte Clarke Breitkreuz so ab, dass der Puck dem so stark haltenden Markus Keller durch die Polster rutschte (51.). Trainer Rossi: „Der zweite Schlüsselmoment des Spiels.“ Denn bei diesem 2:3 blieb’s, weil die Hausherren auch im Schlussspurt leer ausgingen.

Der Lernprozess

22 Jahre jung ist Carter Proft. Aber keineswegs unerfahren, bestreitet er doch schon seine dritte DEL2-Saison. „Ein emotionaler Spieler, der wie alle anderen noch viel lernen muss“, urteilt Trainer Rossi noch schonend. Fakt aber ist, dass Proft schnellstens begreifen muss, dass er Provokationen endlich zu ertragen hat, da auf der Strafbank keine Spiele gewonnen werden. 110 Minuten stehen für den Heißsporn schon zu Buche, aber nur drei Tore und drei Vorlagen. Sein Catchergriff und die folgende Unterzahl waren ein maßgeblicher Faktor beim Derby-K.o..

Quelle: HNA

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