1. Liga: Ersatzgeschwächte Melsunger sind klarer Außenseiter gegen Flensburg – Sonntag, 17.30 Uhr

Spiel gegen Flensburg: MT steht vor Mammut-Aufgabe

Mit seiner Mannschaft vor einer ganz besonderen Herausforderung: MT-Spielmacher Michael Schweikardt (links). Foto: Hahn

Melsungen. Nein, von der Möglichkeit einer Revanche will Nenad Vuckovic nichts wissen. Selbst wenn der Rückraumspieler am Sonntag (17.30 Uhr, Rothenbachhalle) mit der MT Melsungen auf drei dänische Europameister trifft, die ihm und dem Gastgeber im Finale den angepeilten Titel noch wegschnappten.

„Diese Niederlage muss ich mit der serbischen Mannschaft korrigieren“, sagt der 31-Jährige. Gegen die SG Flensburg/Handwitt geht es allein um einen möglichen „Bonuspunkt“ im Abstiegskampf, weil die Gäste als Tabellenvierter mit Kurs auf die Champions-League-Qualifikation natürlich klarer Favorit sind.

Zumal Trainer Roth ohne die drei verletzten Leistungsträger Patrik Fahlgren, Anton Mansson und Michael Allendorf heftig improvisieren muss. In Abwehr und Angriff. Manssons Part im Mittelblock neben Felix Danner könnte Vuckovic übernehmen, als Entlastung für beide steht Alin Florin Sania bereit. Auf „halb“ könnte der wieder genesene Christian Hildebrand helfen. „Wir müssen versuchen, Flensburg für jedes Tor hart arbeiten zu lassen“, beschreibt Michael Roth die Herausforderung für seine 6:0-Deckung, was ihr im Hinspiel (25:28) - allerdings in Bestbesetzung - phasenweise richtig gut gelang.

In der Offensive bekommen es die Gastgeber mit einem Mittelblock der Extraklasse (Knudsen/Karlsson) zu tun. „Wir müssen versuchen, das Spiel breit zu machen“, sagt daher Fahlgren-Vertreter Michael Schweikardt, der mit zunehmenden Spielanteilen auf der Mittelposition durchaus an Sicherheit gewonnen hat. Fehler im Aufbauspiel wären allerdings auch fatal bzw. ein gefundenes Fressen für das berüchtigte Tempospiel der SG, die derzeit noch auf drei Hochzeiten (neben der Bundesliga Viertelfinale im DHB-Pokal und im Europapokal) tanzt.

Die Alternative: Vuckovic rückt von links ins Zentrum und Grigorios Sanikis verstärkt wie in Gummersbach den Melsunger Rückraum. Am Kreis soll Rückkehrer Predrag Dacevic Danner entlasten, auf Linksaußen winkt Chris Zufelde eine Chance von Anfang an. Vielleicht ein Überraschungsfaktor, denn den quirligen Tempogegenstoß-Spezialisten haben die Vranjes-Schützlinge sicherlich nicht so unbedingt auf der Rechnung.

Angesichts dieser Ausgangsposition spricht der MT-Coach verständlicherweise von einer „Mammut-Aufgabe“ seiner Mannschaft, weiß aber auch, „dass mit Kampf und Geschlossenheit einiges möglich ist.“ Vielleicht sogar eine Überraschung.

Von Ralf Ohm

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