Ex-Kapitän drehte mit Göttingen ein 0:2 gegen Kiel

Thorsten Schönewolf: „Bedingungslos daran glauben“

Langjähriger Löwen-Kapitän: Thorsten Schönewolf.

Kassel. Man muss nicht weit entfernt suchen nach einem Beispiel dafür, wie es gelingen kann, ein 0:2 aus dem Hinspiel im Rückspiel wettzumachen. Thorsten Schönewolf, langjähriger Kapitän des KSV Hessen, weiß, wie so etwas geht.

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Im Juni 2001 spielte Schönewolf im Trikot von Göttingen 05. Es ging um den Aufstieg in die Regionalliga Nord. Die 05er hatten ein Hinspiel erlebt wie nun die Löwen, 0:2 verloren. Im Rückspiel aber, da feierten 8000 Zuschauer im Göttinger Jahnstadion ein 3:0. Und der Gegner hieß? Holstein Kiel. 

„Wir hatten nichts mehr zu verlieren. Wir hatten unsere Fans im Rücken. Das ist sehr vergleichbar mit der Situation des KSV heute“, sagt Schönewolf im Rückblick. Der 40-Jährige, der insgesamt neun Jahre das Trikot der Löwen trug, sieht aber auch einen Unterschied zur Situation in diesem Jahr. „Wir waren in Kiel 60 Minuten die bessere Mannschaft. Wir wussten da schon, dass wir das schaffen können.“

So stand es damals in der HNA: Thorsten Schönewolf verspricht im Interview: Werden uns zerreißen.

Trotzdem erinnert er sich auch, dass die Niederlage zwei Tage lang schwer in den Knochen gesteckt habe. Dann aber hätten sich die Göttinger aufgerappelt. „Der Schlüssel ist jetzt: Sie müssen bedingungslos daran glauben. Und du brauchst Jungs, die die Triebfedern für die anderen sind. Wir haben uns damals aufgerappelt. Am Ende haben alle gesagt: Wir schaffen das!“

Schönewolf, auch Kapitän der 05er, versprach damals in einem Zeitungs-Interview: „Wir werden uns im Rückspiel zerreißen.“ Eine andere Triebfeder war Mittelfeldspieler Tobias Dietrich, später ebenfalls kurz beim KSV. „Der hat der Mannschaft immer wieder gesagt: Wir werden ein Feuerwerk abbrennen“, erzählt Schönewolf. Das Ergebnis: Dietrich wurde mit zwei Toren zum Matchwinner.

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Und an noch eins erinnert sich Schönewolf: „Die Kieler hatten ihre Frauen und Freundinnen dabei. Die waren in Feierlaune und hatten die Hand bereits an der Sektflasche“. Damit sei am Sonntag zwar nicht zu rechnen, aber ein Gefühl zu großer Sicherheit aufgrund der deutlichen Überlegenheit im Hinspiel sei durchaus möglich bei Holstein.

Und natürlich denkt Schönewolf auch an den Mai 2006. Damals, als er mit dem KSV durch einen Sieg beim FSV Frankfurt den Regionalliga-Aufstieg schaffte. „Auch das war ein Endspiel“, sagt Schönewolf, „und auch damals galt: Du kannst die Arbeit einer ganzen Saison in 90 Minuten krönen.“

Von Frank Ziemke

Quelle: HNA

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