Optimale Arbeitsteilung im Rückraum - Extralob für Zufelde

MT Melsungen: Vasilakis nicht zu halten

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Auch von Nationalspieler Lars Kaufmann (r.) nicht zu bremsen: Alexandros Vasilakis, nach der Pause Melsunger Garant des Punktgewinns gegen Flensburg-Handewitt.

Kassel. Nein, als stiller Genießer entpuppte sich Alexandros Vasilakis nicht. Dabei hätte der Rückraumspieler der MT Melsungen nach dem Freudentänzchen mit seinen Mannschaftskameraden auf dem Parkett der Rothenbach-Halle allen Grund gehabt, die Lobeshymnen für seine überragende Leistung beim 32:32-Coup des heimischen Handball-Bundesligisten gegen die SG Flensburg-Handewitt völlig entspannt und mit berechtigtem Stolz zur Kenntnis zu nehmen.

Nein, nach dem Schlusspfiff explodierte der 32-jährige Linkshänder ein weiteres Mal. „Ich hoffe, mit diesem Spiel hat sich das sogenannte Griechen-Thema ein für alle Mal erledigt“, schoss er verbal gegen eine Kollektivschelte unter die Gürtellinie im Internet. Möglicherweise von den gleichen Fans, „die uns heute applaudiert haben“.

Zusätzlich motiviert hat das den Zwei-Meter-Mann, der seit 2009 bei der MT ist , trotzdem nicht. „Wir müssen niemandem etwas beweisen.“ Seine fünf Tore nach der Pause, häufig aus höchster Bedrängnis, waren vielmehr das Produkt einer „optimalen Arbeitsteilung“ im Melsunger Rückraum: „Vor der Pause hat Nenad wunderbar getroffen. Und als sich Flensburg nach dem Wechsel ganz auf ihn konzentrierte, habe ich meine Räume genutzt.“

Eindrucksvoll, denn gegen die Wucht seiner Würfe aus der zweiten Reihe war kein Kraut gewachsen. Kein Block und auch kein Abwehrversuch von Europameister Rasmussen, sodass Gästetrainer Ljubomir Vranjes zu Recht die fehlende Abstimmung zwischen Torwart und Deckungsverband rügte.

Beim ersten Punktgewinn gegen die Nordlichter im siebten gemeinsamen Bundesliga-Jahr schlug aber nicht nur die Stunde eines zu Unrecht Gescholtenen. Auch ein vermeintlicher Reservist, der Vertreter von Stammlinksaußen Michael Allendorf, verdiente sich ein Extralob seines Trainers. „Chris Zufelde hat ein fantastisches Spiel gemacht“, stellte Trainer Roth beinahe überschwänglich fest.

Zu Recht. Der 24-Jährige erzielte bei sechs Versuchen fünf Tore, hatte, als das Spiel in der Schlussphase auf des Messers Schneide stand, Nerven für einen Kempa-Trick und schuf Raum für seinen „Halben“ Vuckovic. „Die Treffer waren hervorragend rausgespielt“, erklärte der ehemalige Schweriner seine fast optimale Quote. Mit der hat er nun endgültig den Beweis erbracht, dass die MT statt einem zwei gute Spieler auf dem linken Flügel hat.

Ganz nebenbei meldete Chris Zufelde per Manndeckung in der zweiten Halbzeit auch noch Nationalspieler Holger Glandorf ab. Einer von mehreren gelungenen taktischen Eingriffen von Michael Roth, der wohl auch in der Vorbereitung auf diese „Mammut-Aufgabe“ alles richtig machte. Was der Mannschaft einen unverhofften Punkt im Abstiegskampf bescherte. Und einem seiner Griechen die Möglichkeit, Tacheles zu reden.

Von Ralf Ohm

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