Am Ende hat die Kraft gefehlt

MT verliert in Flensburg 22:29

Flensburg. Nichts zu holen für die MT Melsungen: Zwei Tage nach der Heimpleite gegen Gummersbach hat der heimische Handball-Bundesligist die Auswärtspartie bei der SG Flensburg-Handewitt 22:29 (11:16) verloren.

Dabei war die hohe Belastung der vergangenen Woche den Nordhessen deutlich anzumerken – der MT ging am Ende die Puste aus. „Es hat einfach die Kraft gefehlt“, gestand Linksaußen Michael Allendorf, der sich mit zehn Treffern einmal mehr als bester Melsunger Werfer auszeichnete. Sein Trainer Michael Roth machte „drei große Probleme“ aus, die zu dieser Niederlage geführt hätten. Erstens das Fehlen von Felix Danner – wie schon am Freitag musste der an Grippe erkrankte Kreisläufer auch am Sonntag in der Flens-Arena passen.

Zweitens die mangelnde Durchschlagskraft aus dem Rückraum – „da kam zu wenig. Und wenn, dann hat uns Mattias Andersson den Schneid abgekauft“, fasste Roth zusammen. Der schwedische Torwart im Kasten der Norddeutschen entschied das Duell mit seinem Landsmann Mikael Appelgren im MT-Tor für sich. Als dritten Punkt nannte der Melsunger Coach die Müdigkeit.

„Das war unser viertes Spiel in acht Tagen. Da geht dann auch irgendwann die Konzentration flöten. Unser letztes Spiel gegen Gummersbach liegt keine 48 Stunden zurück.“ Ganz nebenbei hatten die Flensburger am Freitag auch noch spielfrei. Umso erstaunlicher, dass die Melsunger sich zu Beginn als ebenbürtiger Gegner erwiesen. Durch einen Treffer von Danner-Ersatz Marino Maric stand es nach zehn Minuten 6:6. Allerdings agierte die Mannschaft von Ljubomir Vranjes, der zum 200. Mal als Trainer auf der SG-Bank saß, spritziger und leichtfüßiger. Bei den Nordhessen hingegen sah vieles nach harter Arbeit aus, sie hatten Probleme mit der stabilen und beweglichen Flensburger Deckung.

Angeführt vom glänzend aufgelegten Holger Glandorf, der im ersten Durchgang sechs Treffer erzielte, zog der Champions-League-Sieger dank einer 5:0-Serie davon. Immerhin brach die MT nicht auseinander und blieb durch die Treffer von Maric und Malte Schröder in Schlagdistanz – 9:12 (18. Minute) aus MT-Sicht. Trotzdem gingen die Hausherren mit einer 16:11-Führung in die Pause. Nach dem Wechsel schonte Vranjes unter anderem Glandorf. Diese Umstellungen nutzte die MT aus und kam nach einem Tor von Allendorf zum 16:18 wieder auf zwei Treffer heran (35.).

„Da hätten wir nachlegen müssen. Aber die Beine waren irgendwie zu schwer“, sagte der Melsunger Linksaußen nach dem Spiel. Statt selbst noch näher ranzukommen, drehten die Hausherren auf und hatten die Partie wieder im Griff. Spätestens nach dem 25:20 durch Flensburgs Thomas Mogensen (52.) war klar, dass die MT weiterhin auf den ersten Bundesliga-Sieg gegen die SG warten muss. MT-Trainer Roth sagte nur: „Es ist immer das Gleiche. Glückwunsch an Flensburg.“

Von Jan Wrege

Quelle: HNA

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