Viel Anlauf für die Pflichtaufgabe

Kassel Huskies gewinnen bei Landshuter Rumpftruppe 5:2

Wo ist der Puck? Viel Tumult vor Landshuts Dimitri Pätzold, Jamie MacQueen (rechts) versenkt die Scheibe, die am Rand des Torraums liegt, wenige Augenblicke später zum 3:1 für die Huskies.
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Wo ist der Puck? Viel Tumult vor Landshuts Dimitri Pätzold, Jamie MacQueen (rechts) versenkt die Scheibe, die am Rand des Torraums liegt, wenige Augenblicke später zum 3:1 für die Huskies.

Dank einer Steigerung im zweiten Abschnitt gewinnen die Kassel Huskies das lange fragliche Nachholspiel in der DEL2 beim EV Landshut mit 5:2 (1:1, 3:0, 1:1).

Landshut/Kassel – Die Kassel Huskies haben die Pflichtaufgabe beim arg gebeutelten EV Landshut erfüllt, brauchten dafür aber viel Anlauf.

Erst am Dienstagmittag steht fest: Sie spielen. Die Huskies in Landshut, wo gleich sechs Spieler nach positiven Coronatests ausfallen, so nur 13 Feldspieler und zwei Torhüter zur Verfügung stehen – darunter je zwei 18- und 19-Jährige sowie der 16 Jahre junge Ersatztorwart Nico Pertuch. Die Huskies dagegen sind komplett, Jonas Neffin startet wie schon am Freitag in Frankfurt im Tor.

Erinnerungen an vergangene Saison

Vieles erinnert an den 27. November 2020. Da reiste Landshut mit einem Corona-Rumpfkader von zehn Feldspielern nach Kassel. Und wie vor gut einem Jahr beim 3:1-Sieg tun sich die Huskies auch gestern schwer. Sie geben den Ton an. Haben etwa 90 Prozent der Zeit den Puck. Spielen Powerplay bei Fünf-gegen-fünf. Scheitern aber immer wieder am früheren Nationaltorwart Dimitri Pätzold.

Der ist gesund – genau wie der Kanadier Sahir Gill. Und der schießt plötzlich das 1:0 für die Hausherren. Lukas Mühlbauer findet ihn zentral vor dem Tor, mit seinem Schuss lässt er Neffin keine Chance. Hoppla, 0:1 (5.). Und nochmal hoppla, denn plötzlich ist Landshut richtig drin. Gill klaut Joel Keussen den Puck, Neffin rettet stark (7.) – genauso nach Solo von Brandon Alderson.

Starker Neffin, sichere Schützen

Und die Huskies? Die schütteln sich, kommen zurück. Hans Detsch scheitert noch nach Unterzahl-Konter und Querpass von Brett Cameron an Pätzold. Dann ist aber auch der 38-Jährige geschlagen. Lois Spitzner lupft den Puck von links diagonal in die Angriffszone, Jake Weidner spurtet los, fasst sich im rechten Bullykreis ein Herz und jagt die Scheibe zum Ausgleich ins Tor (10.).

Im zweiten Drittel legen die Huskies dann endlich eine Schippe drauf. Sie nutzen die Landshuter Fehler, schießen drei Tore – haben aber erst einmal Glück, als Alderson nach wenigen Sekunden seinen Schuss über das Tor schaufelt. Dann aber fallen die Treffer der Huskies: Erst stiebitzt Trivino zwei Gegnern den Puck, sieht den sträflich freien Troy Rutkowski, der trifft sicher zum 2:1 (21.). Dann tankt sich Mitch Wahl links vors Tor durch, die wegspringende Scheibe versenkt MacQueen mit der Rückhand – 3:1 (26.). Und in Unterzahl legt Lois Spitzner nach starkem Pressing sogar das 4:1 nach (30.). Das Spiel ist aber nicht so deutlich wie das Ergebnis: Neffin rettet grandios – gegen Alderson (23.), gegen Weihager (27.) und wieder gegen Alderson (28.).

Letzte Zweifel schnell beseitigt

Im letzten Abschnitt beseitigen die Huskies schnell auch die letzten Zweifel. Keine 50 Sekunden sind gespielt, da schießt Trivino aus der Drehung knapp vorbei. Von der Bande springt der Puck auf der anderen Seite des Tores hervor, Lukas Laub staubt locker zum 5:1 ab.

Ansonsten bleiben den Huskies viele Möglichkeiten, das Powerplay zu üben. Einzig: Es springt nichts dabei heraus. Rutkowski passt, MacQueen schießt – daneben. Rutkowski passt, MacQueen schießt – daneben. Rutkowski passt, MacQueen schießt – Pätzold hält. So geht das ein ums andere Mal. Weil auch in der Landshuter Halle nicht wirklich Stimmung aufkommt, wirkt das alles wie eine gut besuchte Trainingseinheit.

Einmal brandet dann aber doch noch Jubel auf. Neffin pariert einen Schuss von – na klar – Alderson, der Puck springt aber Maximilian Forster direkt auf den Schläger. Das 2:5 (53.), der Endstand. Applaus von den Rängen für Landshut. Pflichtaufgabe erfüllt für die Huskies. Man kann nur hoffen, dass solche Spiele Seltenheit bleiben.

Statistik

SR: Bauer/Lajoie - Z: 1030

Tore: 1:0 (4:59) Gill (Mühlbauer, Bruch), 1:1 (9:54) Weidner (Spitzner, Orendorz), 1:2 (20:57) Rutkowski (Trivino, Laub), 1:3 (25:36) MacQueen (Wahl, Granz), 1:4 (29:34) Spitzner (Weidner - 4:5), 1:5 (40:44) Laub (Trivino, Cameron), 2:5 (52:20) Forster (Alderson, Elsberger) - Strafminuten: Landshut 10 - Kassel 12

Von Björn Friedrichs

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