Stimmungsbericht: Warmer Empfang und Anerkennung für Melsunger Kampfgeist

Viel Applaus und keine Pfiffe

Applaus für die Fans: MT-Linksaußen Ivan Brouko. Foto: Schachtschneider

Kassel. Die Kritik war auf Spieler und Trainer nach der letzten Heimniederlage nur so nieder geprasselt. Sauer auf die bisherigen Leistungen der MT Melsungen hatten einige Fans gar ihre Abkehr vom heimischen Handball-Bundesligisten bekundet. Das ließ gegen die Ausnahme-Mannschaft des THW Kiel nichts Gutes für Vuckovic, Klimowets und Co. erwarten, die sich dann aber trotz der 23:32-Niederlage über eine „gute Stimmung“ (MT-Torwart Kelentric) in der Rothenbach-Halle freuen konnten.

Schon der Empfang war herzlich, die 2775 Zuschauer applaudierten stehend, wollten nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen. Dank der starken Abwehrarbeit ihrer Schützlinge sprang schon nach zehn Minuten der Funke auf die Tribüne über. Besonders als Mario Kelentric einen Siebenmeter von Jerome Fernandez parierte (11.). Und als sich die Gastgeber in Unterzahl aus einer kniffligen Situation befreiten und sogar zum 8:8 durch Neuzugang Torbica ausgleichen konnten (17.).

Viel Applaus ernteten auch Jens Schöngarth und Nenad Vuckovic, die im Bodenkampf Jicha den Ball abluchsten (23.). Allerdings ein Wechselbad der Gefühle, denn Ivan Brouko scheiterte beim anschließenden Tempogegenstoß frei an Torwart Omeyer.

Doch Hallensprecher Bernd Kaiser gab alles, wollte das zarte Band zu den Fans nicht abreißen lassen. Die ließen sich nicht lumpen, sorgten für eine durchaus prickelnde Heimatmosphäre. Unbeeindruckt davon: Die Referees, die dem THW einen Siebenmeter nach dem anderen bescherten. Und der Meister, der sich einem widerspenstigen Gegner zum Trotz auf 11:15 absetzte. Was dann doch eine gewisse Ernüchterung auf den Rängen zur Folge hatte.

Die verflog, als die MT doch noch mal herankam. Wich gar frenetischem Jubel bei Schöngarths Anschlusstreffer zum 14:15. Der indes nicht lange anhielt. Als Stimmungstöter erwiesen sich die kompromisslose Kieler Abwehr und die blitzartig vorgetragenen Tempogegenstöße. Als Christian Zeitz dann auch noch einen Freiwurf direkt und trocken zum 18:24 verwandelte (49.) war die Stimmung am Boden.

Ohne zu kippen, auch wenn Fans wie Mannschaft ob der Überlegenheit des Gegners nun gleichermaßen den Schlusspfiff herbeisehnten. An der Versöhnung (und einem warmen Schlussapplaus) änderte das nichts mehr. Auch wenn diese sicherlich noch gepflegt werden muss. Schon am kommenden Dienstag gegen Flensburg. (ohm)

Quelle: HNA

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