Huskies-Trainer Stéphane Richer ärgert sich über die Strafzeiten beim 2:4 in Berlin

Zu viele Fehler in Unterzahl

Kassierte eine Spieldauerstrafe: Alexander Heinrich, Stürmer der Kassel Huskies. Archivfoto: Schachtschneider

Berlin. Vor dem Spiel trennten die Eisbären Berlin und die Kassel Huskies in der Tabelle 42 Punkte, nach dem Spiel waren es 45. Es lief also vom Ergebnis her am Freitagabend in der Berliner O2-World alles standesgemäß ab. Der Tabellenführer bezwang den Tabellenletzten vor 14 200 Zuschauern 4:2. Dabei spiegelte sich der Niveauunterschied, der beide Teams in der Deutschen Eishockey-Liga trennt, im Ergebnis nicht einmal deutlich wider.

Dass die Berliner nach 40 Minuten nur 4:0 führten, war angesichts ihrer deutlichen Überlegenheit schon ein kleines Wunder. „Da hätte es auch 8:0 für uns stehen können“, sagte Eisbären-Stürmer Denis Pederson. „Im Spiel fünf gegen fünf schießt Kassel so schnell kein Tor gegen uns.“ Es klang fast ein bisschen beleidigt, was der kanadische Stürmerstar der Berliner da von sich gab.

Ein wenig genervt waren die beim Deutschen Meister schon, dass sich die im letzten Drittel um ihren solide parierenden Torwart Adam Hauser engagiert kämpfenden Huskies nicht demütigen ließen, sondern mit zwei Powerplay-Toren noch auf 2:4 herankamen und damit die Angelegenheit in der ausverkauften Berliner Arena am Ende noch spannender als erwartet wurde.

„Für unsere Verhältnisse haben wir uns sehr gut in Berlin verkauft.“

Huskies-Trainer Stéphane Richer

Was Pederson zudem nicht erwähnt hatte: Auch die vier Berliner Tore waren jeweils in Überzahl der Eisbären gefallen. „Im Spiel fünf gegen fünf war es ein 0:0“, sagte denn auch Stephane Richer. Der Trainer aus Kassel fand: „Für unsere Verhältnisse haben wir uns daher sehr gut in Berlin verkauft.“ Seine junge Mannschaft habe nie aufgegeben. „Aber in Unterzahl haben wir uns einfach zu viele Fehler geleistet“, sagte Richer.

Zudem war Richer sauer über die vielen Strafen, die sich seine Spieler geleistet hatten. So hatte etwa Alexander Heinrich mit einem hohen Stock den Berliner Andy Roach am Kinn verletzt und sich eine Spieldauerstrafe abgeholt, kurz danach fiel das vierte Berliner Tor. „Wenn wir uns nicht die vielen Strafen in den ersten beiden Dritteln geleistet hätten, hätte es auch anders ausgehen können“, sagte Richer.

Berliner Trainer sauer

Diese Aussage wiederum fand sein Berliner Kollege Don Jackson weniger amüsant: „Kassel hat in den ersten beiden Dritteln gerade mal fünf Schüsse abgegeben, wir müssen also nicht darüber reden, wer das Spiel verdient gewonnen hat.“ Anscheinend haben die Berliner bis jetzt nicht so richtig verwunden, dass sie zum Saisonstart beim 3:8 in Kassel ordentlich unter die Räder gekommen sind. Nur so konnte sich auch die Aussage ihres Verteidigers Constantin Braun deuten lassen.

Als der Torschütze zum Berliner 1:0 nach dem Spiel gefragt wurde, wie die Eisbären denn im September 3:8 in Kassel verlieren konnten, sagte Braun süffisant lächelnd: „Das kann ich nicht beantworten, ich war im September nicht dabei.“

Von Claus Vetter

Quelle: HNA

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