Mirko Dickhaut im Interview

Vor dem DFB-Pokalspiel gegen Bochum: „Baunatal kann über sich hinauswachsen“

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Sie wollen auch gegen Bochum jubeln: Die Baunataler (von links) Jonas Springer, Thomas Müller und Patrick Krengel treten heute im DFB-Pokal an. 

Der KSV Baunatal empfängt am Samstag in der ersten Runde des DFB-Pokals den VfL Bochum. Das Duell Fußball-Hessenligist gegen Zweitligist beginnt um 18.30 Uhr (Sky/Live-Ticker auf HNA.de) im Parkstadion. 

Den Baunatalern steht mit der Begegnung gegen Bochum ein richtiges Fußballfest bevor. Einer, der für beide Vereine gespielt hat, ist Mirko Dickhaut. Wir haben mit dem 48-jährigen Nordhessen, der seit Kurzem Co-Trainer des Bundesligisten Hertha BSC Berlin ist, über das Duell und seinen neuen Job gesprochen.

Herr Dickhaut, in Baunatal treffen zwei Ihrer ehemaligen Vereine aufeinander. Wie haben Sie auf die Auslosung reagiert?

Ich habe mich gefreut. Auch wenn ich jetzt in Berlin arbeite, wohnen wir ja weiter in der Umgebung von Kassel. Für Baunatal habe ich in der Jugend und als junger Erwachsener gespielt, und auch in Bochum hatte ich tolle sechs Jahre. Daher ist es eine interessante Konstellation für mich. Ich bin gespannt, wie es ausgeht. Es ist nur schade, dass wir mit Hertha an diesem Wochenende selbst im DFB-Pokal spielen und ich daher das Spiel nicht im Stadion verfolgen kann.

Haben Sie denn die Zeit, sich das Spiel im Fernsehen anzuschauen?

Leider nicht. Wir spielen am Sonntag in Ingolstadt gegen Eichstätt und reisen am Samstag an. Aber es gibt ja Möglichkeiten, dass ich das Ergebnis in Baunatal schnell nach dem Spielende erfahre.

Welchem Team drücken Sie denn die Daumen?

Ich bin da völlig neutral. Ich glaube, dass geht jedem so, der lange in diesem Geschäft ist. Von der Papierform her ist logisch, wer der Favorit ist. Aber die Bochumer müssen wach sein. Im Pokal ist vieles möglich, und an einem guten Tag können die Baunataler auch über sich hinauswachsen. Im DFB-Pokal wird in der ersten Runde immer ein Bundes- oder Zweitligist gesucht, der überraschend ausscheidet und so in die Schlagzeilen gerät.

Haben Sie noch Kontakt zu Ihren Ex-Klubs?

Ich halte zu allen meinen Ex-Vereinen guten Kontakt. Es gibt aber keinen festen Rhythmus. Es ist schön, wenn man beim Abschied von einem Klub vernünftig auseinandergeht und sich weiterhin gut versteht. Wenn ich in der Heimat bin, habe ich Kontakt zum KSV Hessen und dem KSV Baunatal. Ansonsten schaue ich aber samstags oder sonntags nach den Ergebnissen der Hessenliga.

Seit Kurzem sind Sie Co-Trainer in Berlin. Wie verliefen die ersten Wochen bei der Hertha?

Ich wurde gut aufgenommen. Wir haben ein intensives Programm hinter uns, aber das ist in der Vorbereitung normal. Wir hatten zwei Trainingslager und waren zu den Testspielen immer auf Reisen. Aber die Jungs sind pflegeleicht, und es ist ein Vorteil, dass ich den Cheftrainer schon seit 20 Jahren kenne und er bereits lange in Berlin wohnt.

Sie und Ante Covic sind alte Weggefährten. Wie funktioniert die Zusammenarbeit?

Man muss Freundschaft und Arbeit trennen. Ich musste mich erst einmal in seine Philosophie hineindenken. Wir diskutieren über viele Dinge, aber die Rollen sind klar definiert. Ante ist der Chef und entscheidet. Harald Gämperle und ich arbeiten als Co-Trainer ihm zu. Es macht auf jeden Fall Spaß. Ante ist schon lange ein Herthaner und hat hier ein großes Standing. Ich hoffe, dass wir gut in die Saison kommen, und wir so in Ruhe weiter arbeiten können.

Wie verlief denn die Vorbereitung?

Wir haben Antes Vorgaben gut abgearbeitet. Es gab zwar auch mal Testspiele, die nicht so gut liefen, aber das ist in der Vorbereitung normal. Hinten raus haben wir uns stabilisiert. In London haben wir sogar 4:0 bei Crystal Palace gewonnen, auch wenn es nicht so klar war, wie es das Resultat aussagt.

Wie ist das Gefühl vor dem Saisonstart?

Wir lechzen danach, dass es losgeht. Genauso wie Bochum in Baunatal sind wir im DFB-Pokal gegen Eichstätt der Favorit. Wir sagen unseren Spielern aber schon seit ein paar Tagen, dass wir mit Respekt in das Spiel gehen müssen, um weiterzukommen. Sonst gibt es schnell eine böse Überraschung. In der Bundesliga müssen wir gleich bei Bayern München ran, und an den ersten vier Spieltagen treten wir dreimal auswärts an. Das ist ein schwieriges Programm. Aber wir gehen optimistisch in die Saison.

Zur Person

Mirko Dickhaut (48), wurde am 11. Januar 1971 in Kassel geboren. Von 1993 bis 2002 absolvierte er für Eintracht Frankfurt und den VfL Bochum 231 Spiele in der 1. und 2. Bundesliga. Beim KSV Baunatal spielte er in der Jugend und von 1989 bis 1992. Beim KSV Hessen war er als Spieler 1992/93 sowie von 2005 bis 2008 am Ball.

Danach arbeitete Dickhaut bis 2013 als Trainer der Löwen, ehe er nach Fürth ging. Zwischenzeitlich war er U23-Trainer in Paderborn. Seit dieser Saison ist er Co-Trainer bei Hertha BSC Berlin. Dickhaut ist verheiratet und hat drei Mädchen. Die Familie lebt in Schauenburg.

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Quelle: HNA

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