Aussichten des Handball-Bundesligisten

Vorschläge für die MT Melsungen: Warum nicht Michael Roth als Berater?

Bekamen zwei freie Tage nach einer harten Woche: die MT-Profis mit (hier von links) Finn Lemke, Nebojsa Simic, Silvio Heinevetter, Marino Maric und Julius Kühn.
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Bekamen zwei freie Tage nach einer harten Woche: die MT-Profis mit (hier von links) Finn Lemke, Nebojsa Simic, Silvio Heinevetter, Marino Maric und Julius Kühn.

Erst drei Spiele innerhalb von vier Tagen, dann eine Woche Pause: Wegen des strammen Programms Anfang Juni bekamen die Handballer des Bundesligisten MT Melsungen nun nach dem 30:28-Sieg in eigener Halle gegen die HSG Wetzlar zwei freie Tage.

Kassel - Die Vorbereitung auf das nächste Punktspiel am Sonntag ab 16 Uhr bei den Rhein-Neckar Löwen beginnt morgen.

Durch den Erfolg im Hessenderby wahrte die MT ihre Chance auf einen Startplatz im Europacup. Die ersten beiden Klubs dürfen in der Champions, die Mannschaften auf den Rängen drei bis fünf in der European League antreten. Ebenfalls qualifiziert: der TBV Lemgo – nach dem Pokal-Triumph am Freitag gegen Melsungen.

Die nächsten Wochen müssen die Melsunger Verantwortlichen bereits dazu nutzen, ein Saison-Fazit zu ziehen. Dass das negativ ausfallen wird, steht schon jetzt fest. Nach dem Offenen Brief bei Facebook, bei dem die Aufsichtsratsvorsitzende Barbara Braun-Lüdicke durchaus auch um Verbesserungsvorschläge von Fan-Seite bat, stellt sich die Frage, welche Konsequenzen es nach der Serie geben könnte.

Möglichkeiten

Das große Ziel der MT ist es, den Abstand zu den Top-Teams zu verringern. In dieser Saison war davon allerdings wenig zu sehen. Bislang gingen sämtliche Duelle mit den Spitzenklubs Kiel, Flensburg-Handewitt, Magdeburg, Rhein-Neckar Löwen und Berlin verloren. Gegen die beiden Letzteren muss die MT noch jeweils einmal ran.

Nach den schmerzlichen Erfahrungen aus dieser Saison sollte sich der Verein Gedanken darüber machen, ob er sich nicht im sportlichen Bereich breiter aufstellt. Eine Option kann es mit Sicherheit sein, den früheren Trainer Michael Roth als Berater zur MT zurückzuholen. Auch wenn die Trennung im April 2018 sicher nicht einvernehmlich vonstattenging – Manager Axel Geerken und Roth haben über viele Jahre gut zusammengearbeitet und die Mannschaft weit nach oben gebracht. Zudem würde Roth einigen Druck von Geerken, Trainer Gudmundur Gudmundsson und auch dem Team nehmen und könnte verloren gegangenes Vertrauen im Umfeld zurückgewinnen. Der 59-Jährige ist zurzeit ohne Job.

Michael Roth

Mehr als eine Überlegung wert ist auch die Verpflichtung eines Torwarttrainers. Für viele ambitionierte Vereine ist es selbstverständlich, dass sie einen Experten im Team haben, der sich intensiv mit den Torleuten beschäftigt. Bei Melsungen war bis zum Herbst 2018 Mile Malesevic dafür verantwortlich. Dann trennte sich die MT von ihm.

Planung

Fest steht bislang, dass Felix Danner (nach Wetzlar) und Lasse Mikkelsen (zurück nach Skjern/Dänemark) die MT verlassen müssen. Zudem verdichten sich die Anzeichen, dass Eigengewächs und Youngster Ole Pregler für ein Jahr ausgeliehen wird – der VfL Gummersbach soll Interesse haben.

Auch Stefan Salger hat nach HNA-Informationen trotz Vertrags bis zum Sommer 2022 keine Zukunft in Melsungen. Die MT nahm bereits Alexander Petersson als Ersatz für Kai Häfner unter Vertrag. Elvar Örn Jonsson und Andre Gomes sollen Domagoj Pavlovic und Julius Kühn entlasten.

Restprogramm

Klar, auch ein erfolgreicher Schlussspurt der Mannschaft würde für mehr Ruhe sorgen. So ein Erfolg wäre es, wenn die Melsunger den Sprung in den Europapokal schaffen. Wie erwähnt müsste dafür die MT als Sechste (38:28 Punkte) noch ein Team in der Tabelle überholen. In Schlagdistanz liegen der Fünfte Berlin (42:24) und sogar der Vierte Rhein-Neckar Löwen (43:23). Melsungen tritt am Sonntag bei den Löwen an und empfängt noch die Füchse (23. Juni). In diesem letzten Heimspiel hofft die MT, erstmals wieder vor Zuschauern spielen zu dürfen.

Wenn die Nordhessen diese Duelle gewinnen, besteht die Chance, eines der beiden Teams abzufangen. Denn: Zu den Gegnern der Löwen zählen noch Magdeburg und Kiel, die Berliner treten unter anderem in Flensburg an. Die Voraussetzung dafür sind aber auch Siege in den restlichen Partien gegen Hannover, in Lemgo und Stuttgart. (Björn Mahr und Manuel Kopp)

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