Flensburgs Europameister Mogensen im Interview: „Wahnsinniges Timing“

Der Mann, der beim Europameister und bei MT-Gegner Flensburg/Handewitt die Fäden zieht: Thomas Mogensen. Foto:  Heyer

Flensburg. Gleich mit drei frischgebackenen dänischen Europameistern bekommt es die MT Melsungen im Heimspiel gegen die SG Flensburg/Handewitt zu tun. Spielmacher Thomas Mogensen ließ keinen Zweifel daran, dass sich die Nordlichter trotz großen Respekts beim heimischen Bundesligisten schadlos halten wollen.

Und er ließ keinen Zweifel daran, dass sich die Nordlichter trotz großen Respekts beim heimischen Handball-Bundesligisten (wie gewohnt) schadlos halten wollen.

Herzlichen Glückwunsch zum Europameistertitel!

Thomas Mogensen: Vielen Dank.

Welche Bedeutung hat dieser Titel für Sie im Vergleich zu den vorausgegangenen wie das WM-Silber 2011 und die dänische Meisterschaft 2007?

Mogensen: Das ist ohne Frage der größte Erfolg meiner Karriere. Außerdem war die Europameisterschaft ein Riesenerlebnis, sehr emotional, denn eigentlich waren wir ja schon so gut wie raus. Ein Tor von Lindbergh zwei Sekunden vor Schluss im ersten Hauptrundenspiel gegen Mazedonien hat uns gerettet. Ein wahnsinniges Timing.

Schon in der Vorrunde lief‘s für Ihre Mannschaft eher holprig. Wie erklären Sie sich ihre spektakuläre Steigerung?

Mogensen: Erstmal war auch Glück im Spiel. Außerdem sind wir eine richtig gute Turniermannschaft, haben den Kopf auch hoch gehalten, als es am Anfang nicht so klappte und sind in der Hauptrunde mit dem Druck des Gewinnen-Müssens gut klar gekommen. Gegen Schweden hat uns natürlich die vorausgegangene deutsche Niederlage gegen Polen zusätzlich motiviert. Und im Endspiel konnte Serbien nach dem Kraftakt gegen Kroatien nicht mehr nachlegen, es war außerdem lange nicht so laut in der Halle wie im Halbfinale.

Wie leicht bzw. schwer ist Ihnen die Rückkehr in den Bundesliga-Alltag gefallen? Immerhin wurden Sie und Ihre Mannschaft nach Ihrer Ankunft in Kopenhagen von mehr als 50000 Fans begeistert gefeiert?

Mogensen: Da umzuschalten, war in der Tat nicht einfach. Zumal der Empfang in Kopenhagen einfach überwältigend war. Ich habe versucht, das so professionell wie möglich hinzukriegen. Dass wir im ersten Spiel nach der EM mit 19:21 in Lemgo verloren, hängt sicherlich auch damit zusammen, dass neben mir mit Anders Eggert und Lasse Svan Hansen noch zwei weitere Stammspieler weg waren, während Lemgo fast komplett durchtrainieren konnte.

Mittlerweile ist Ihre Mannschaft ja längst wieder in der Spur. Wie beurteilen Sie ihre Entwicklung in dieser Saison? Immerhin mussten Sie sich mit Lars Kaufmann und Holger Glandorf auf zwei neue Nebenleute im Rückraum einstellen.

Mogensen: Die beiden haben sich schneller als gedacht integriert, wir haben das als Mannschaft auf gutem Niveau hingekriegt. Auch weil das Spielkonzept von Trainer Vranjes letztlich für alle neu war, auch wenn sich die beiden Neuzugänge am meisten umstellen mussten.

Ist die Qualifikation für die Champions-League ein realistisches Ziel?

Mogensen: Ja, auch nach der Niederlage in Lemgo noch. Das Restprogramm ist durchaus günstig, besonders dann, wenn wir weiterhin auf unsere Heimstärke bauen können.

Hilfreich oder beinahe notwendig dazu wäre am Sonntag ein Sieg bei der MT. Wie stark schätzen Sie den Gegner ein, der ja seit seinem Bundesliga-Aufstieg 2005 noch nie gegen Flensburg punkten konnte?

Mogensen: Wir haben großen Respekt vor Melsungen. In der Bundesliga gibt es grundsätzlich keine einfachen Auswärtsgegner und die MT schon gar nicht. Für mich eine Mannschaft, die ins Mittelfeld gehört. Trotzdem. Wenn wir unsere Leistung von Anfang an abrufen können, müsste ein Sieg für uns drin sein.

Von Ralf Ohm

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