Donnerstag geht’s ab 19 Uhr gegen die MT Melsungen

Vor dem Derby gegen die MT: Wetzlarer Handballer wieder im Umbruch

Halt, hiergeblieben: Wetzlars Stefan Cavor (rechts) versucht, MT-Mittelmann Lasse Mikkelsen zu stoppen. Foto: Andreas Fischer

So eine lange Tradition wie der schleswig-holsteinische Handball-Kracher zwischen Flensburg und Kiel hat das Hessenderby nicht. Die beiden Nordrivalen standen sich am Samstag zum 98. Mal gegenüber.

Doch wenn die MT Melsungen am Donnerstag ab 19 Uhr (Sky) bei der HSG Wetzlar gastiert, ist es immerhin schon das 27. Aufeinandertreffen der beiden hessischen Klubs in der 1. Bundesliga.

13 Duelle entschied die MT für sich, neunmal durften die Wetzlarer jubeln. Vier Partien endeten unentschieden. Das Besondere in dieser Spielzeit: Es wird insgesamt drei Kräftemessen der beiden Teams geben. Denn Mitte Oktober müssen die Melsunger im Achtelfinale des DHB-Pokals erneut in der Rittal-Arena antreten. Grund genug, um sich die gastgebende Mannschaft etwas genauer anzusehen. Fragen und Antworten zum MT-Gegner:

Wie viel Nationalmannschaft steckt noch im Wetzlarer Team?

Mit Jannik Kohlbacher hat sich im Sommer auch der letzte deutsche EM-Held verabschiedet – der Kreisläufer wechselte zum zweimaligen Meister Rhein-Neckar Löwen. Zuvor hatten bereits Torwart Andi Wolff (nach Kiel) und Rückraumstratege Steffen Fäth (über Berlin zu den Löwen) den Mittelhessen den Rücken gekehrt.

Wie groß waren die Veränderungen im HSG-Kader?

Das Team von Trainer Kai Wandschneider vollzieht einen Umbruch – so wie praktisch jedes Jahr. Sieben Ab- stehen sieben Zugängen gegenüber. „Wir haben einige Eckpfeiler verloren. Die Situation verlangt uns alles ab“, sagt Wandschneider. Torwart Benjamin Buric hütet beispielsweise mittlerweile den Kasten bei Meister Flensburg. Prominenteste Neuverpflichtung bei der HSG ist der Ex-Kieler Linksaußen Emil Frend-Öfors. „Wir machen es so wie immer und beweisen ein großes Herz“, betont der Handball-Lehrer.

Gibt es interessante Talente im Kader?

Absolut. Im Tor steht nach dem Ausfall von Tibor Ivanisevic (Außenbandriss) der erst 20-jährige Till Klimpke. Dies ist der Neffe von MT-Manager Axel Geerken. Besonders zu beachten ist auch Lenny Rubin. „Ein toller Charakter, er trifft schon viele gute Entscheidungen“, lobt Wandschneider, „aber er braucht noch Zeit, er braucht noch mehr Wettkampfhärte.“ Der 22-jährige Schweizer kam von Wacker Thun und sorgt nun im linken Rückraum für Belebung. Rubin misst 2,02 m. Melsungens Coach Heiko Grimm kennt den HSG-Neuzugang bestens – aus der Zeit, als er in Luzern noch als Coach tätig war. „Rubin hat trotz seiner Größe ein unglaublich gutes 1:1-Verhalten, das ist schon außergewöhnlich“, erklärt Grimm.

Wer sind die großen Stützen bei den Wetzlarern?

Allen voran Spielmacher Filip Mirkulovski. „Ein Typ wie Magdeburgs Marko Bezjak“, sagt Grimm über den Mazedonier, der am Freitag 35 Jahre alt wird. Viel Torgefahr versprüht insbesondere der Halbrechte Stefan Cavor – ein Landsmann von Melsungens Torwart Nebojsa Simic. Hervorragend besetzt ist die HSG auf den Außenpositionen mit Vize-Weltmeister Kristian Björnsen (rechts) und Siebenmeterspezialist Maximilian Holst.

Wie sind die Aussichten der HSG für das Hessenderby?

Nur einen Sieg über Bietigheim fuhren die Mittelhessen bislang ein. Zwei bittere Niederlagen setzte es in Lemgo (24:25) und Stuttgart (28:30). „Wir machen in wichtigen Phasen noch einige Fehler zuviel“, sagt Wandschneider, „da müssen wir rasch dazu lernen und kühlen Kopf bewahren.“ Das Derby wird eine große Herausforderung. 

Quelle: HNA

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