Bundesliga: Melsungens Gegner Minden baut auf Trainer Schefvert, der Karipidis und Co. förderte

Wiedersehen mit dem Mentor

Weist der GWD Minden den Weg: der neue Trainer Ulf Schefvert, der mit seinem Team gegen Melsungen arg unter Druck steht. Foto: dpa

Minden. Gibt das ein Wiedersehen! Eins unter Freunden, die sich auf einmal in einem Handballspiel mit schicksalhafter Bedeutung gegenüberstehen. „Ein komisches Gefühl ist das schon“, sagt Savas Karipidis. Aber auch: „Jeder muss auf seiner Seite so gut wie möglich seinen Job machen.“

Der Rechtsaußen des heimischen Bundesligisten MT Melsungen auf der einen und Ulf Schefvert, Trainer von GWD Minden, auf der anderen Seite, die am Ostermontag in einem für die abstiegsbedrohten Gastgeber wegweisenden Spiel in der Kampa-Halle (Anwurf: 15 Uhr) aufeinander treffen.

„Wir werden sie schlagen, denn der Alte ist der Beste“, sagt der Schwede mit einem Schuss Selbstironie. „Sie“, das sind die Melsunger und insbesondere ihre vier Griechen, die der 52-Jährige knapp fünf Jahre (2001 bis 2005) als Nationaltrainer unter seinen Fittichen hatte. Er selbst ist „der Alte“, der Fuchs (was er nicht sagt), der neben Savas Karipidis auch Alexandros Vasilakis, Dimitrios Tzimourtos und Grigorios Sanikis zu Spielern mit internationalem Format formte. Die wie die weiteren Schefvert-Schüler Alexandros Alvanos, Spyros Balomenos, Giorgios Chalkidis und Konstantinos Chantziaras allesamt in der stärksten Liga der Welt untergekommen sind.

„Das macht mich schon ein bisschen stolz“, erklärt der Nachfolger des im Februar entlassenen GWD-Coaches Richard Ratka. Noch stolzer machte ihn der Auftritt seiner Mannschaft bei den Olympischen Spielen in Athen. Ein Heimspiel, für alle Beteiligten das erste Mal und deshalb „ein ganz spezielles Event“. Auf das er seine Schützlinge mit einem „Drei-Jahres-Plan“ wie ein Club-Team akribisch vorbereitete. „Eine harte Zeit“, blickt Savas Karipidis zurück, „die uns aber richtig nach vorn gebracht hat.“

Auf einen umjubelten sechsten Platz nämlich, als die Griechen in den Gruppenspielen Brasilien und Ägypten hinter sich ließen und erst im Viertelfinale an Kroatien scheiterten. „Das war klasse“, staunt Ulf Schefvert heute noch. Umso mehr als seine Mannschaft diesen Triumph ein Jahr später bei der Weltmeisterschaft in Tunesien eindrucksvoll bestätigen konnte - und auf dem Weg zum erneuten sechsten Rang sogar Frankreich schlug. „Zwei tolle Jahre“ (Schefvert), die Trainer und Mannschaft zusammen schweißten.

„Zu den meisten Spielern habe ich immer Kontakt gehalten“, erklärt der eiserne Verfechter der skandinavischen Handballschule. Savas Karipidis ist sogar sein Freund geworden. Schefvert war bei dessen Hochzeit im Juni letzten Jahres zu Gast und einer der ersten, den der MT-Rechtsaußen per SMS von der Geburt seiner Tochter informierte. Dass sein Mentor nur zehn Tage später „auf der anderen Seite“ stehen könnte, kam ihm da noch nicht in den Sinn.

Von Ralf Ohm

Quelle: HNA

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