Verursacher war Kollege Valenti

Alexander und Stefan Heinrich gleichzeitig im Huskies-Lazarett

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Doppeltes Verletzungspech im Hause Heinrich: Alexander (links) wird den Huskies wegen eines gebrochenen Daumens fehlen, Bruder Stefan hat den Mittelfuß gebrochen.

Kassel. Über Verletzte zu lachen, gehört sich ja eigentlich nicht. Doch wenn die Betroffenen es angesichts der kuriosen Umstände der Situation selbst tun, braucht man sich seines eigenen Schmunzelns nicht zu schämen. Genauso geschehen am Dienstagabend.

Während die Kassel Huskies gerade fürs Training in der Eissporthalle die Schlittschuhe schnüren, sitzen zwei Spieler des Eishockey-Oberligisten in der Gäste-Umkleide. Alexander Heinrich trägt Trainingsjacke, kurze Hose, Flip-Flops – und eine gut sichtbare Schiene am gebrochenen Daumen der linken Hand. Stefan Heinrich trägt Pullover, Jeans, einen Sportschuh am rechten und eine dicke Socke am linken Fuß – denn sein linker Mittelfuß ist gebrochen und nun fest getapt. Die Krücken liegen neben ihm.

Dummen Punkt erwischt

Zwei Verletzte in einem Eishockey-Team, das ist an sich nichts Ungewöhnliches. Wohl aber, wenn es ein Brüderpaar zeitgleich erwischt, und dann auch noch derselbe Spieler unbeabsichtigt der Verursacher war. Im Spiel gegen Bad Nauheim am zweiten Weihnachtstag bekommt Alexander Heinrich einen Schuss von Sven Valenti unglücklich an die Hand. Der Puck fällt ihm vor die Kelle, er erzielt sogar noch ein Tor. „Es wird so oft auf die Hand geschossen. Der Handschuh schützt eigentlich super. Aber dieser Schuss hat mich an einem dummen Punkt erwischt“, erinnert sich der 24-Jährige.

Seit vier Wochen ist an Eishockey-Spielen nicht zu denken. Zumindest Eislaufen aber geht. „Vielleicht kann ich nächste Woche einen Schläger in die Hand nehmen“, sagt er. Seine Hoffnung: Anfang Februar wieder im Kader der Huskies zu stehen.

Das wird für Bruder Stefan ein unerfüllter Traum bleiben. Acht bis zehn Wochen Pause lautet seine Diagnose – die Saison ist vorbei. Valenti hatte ihn im Training mit einem Schuss am Fuß erwischt. Vorwürfe machen die Heinrichs ihrem Mannschaftskollegen nicht. „Das kann passieren, das ist Sport“, sagen sie und verraten: Von anderen Mitspielern werde Valenti nun geneckt mit Sätzen wie „Wenn du schießt, gehe ich lieber nicht mehr vors Tor“.

„Mit tut es natürlich leid“, sagt Valenti. „Bislang hat sich noch nie jemand nach meinen Schüssen etwas gebrochen. Jetzt ist es gleich zweimal passiert. Und dann auch noch bei Alex und Stefan. Das ist doppeltes Pech. Mal schauen, ob ich im Sommer noch mit ihnen Inline-Hockey spielen darf.“

„Jetzt darf Sven einen ausgeben.“

Vater Herbert Heinrich

Die Reaktionen der Familie Heinrich fielen entsprechend aus. „Jetzt darf Sven einen ausgeben“, sagte Papa Herbert. Mama Gabriele: „Das darf ja nicht wahr sein.“ Sie ahnte, dass sie nun wieder gefordert sein würde. Gemeinsam mit dem jüngsten Sohn Timo spielt sie wie früher derzeit Taxifahrer für ihre verletzten Söhne. Die sind bei allen Trainingseinheiten dabei. Und haben nun neue Aufgaben: „Wir sorgen für gute Stimmung“, erzählt Alexander. „Oder wir kochen Kaffee – nur Servieren geht nicht mit Krücken“, fügt Stefan an.

Und am Freitag zu Hause gegen Hamm und auswärts bei den Löwen Frankfurt am Sonntag drücken die Brüder ihren Mitspielern natürlich vor Ort die Daumen – als Glücksbringer der besonderen Art.

Von Michaela Streuff

Quelle: HNA

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