Termin fürs Skispringen Willingen 2020 steht fest

„Ganz großes Kino"– Ski-Club zieht positive Weltcup-Bilanz

+
Die Fans und einer ihrer Lieblinge: Markus Eisenbichler scheint über dem Publikum zu thronen. 20200 Fans sahen den zweiten Platz des Deutschen am Sonntag. Insgesamt kamen an drei tagen mehr als 56000 Zuschauer nach Willingen – mit ein Grund, warum der Ski-Club hochzufrieden ist.

Willingen – Die Anspannung ist der Zufriedenheit gewichen. „Das war ein toller Weltcup“, meinte Willingens OK-Chef Jürgen Hensel am Tag danach, „sicherlich einer der besten der letzten drei, vier Winter überhaupt“.

Die gelungene Organisation wurde mit Kaiserwetter und insgesamt 56 800 Zuschauern belohnt. Das haben auch andere Veranstalter aus der Ferne am TV registriert. „Die Kollegen, sei es aus Klingenthal oder Innsbruck, haben per Whatsapp gratuliert oder angerufen“, verriet Hensel. 

Walter Hofer, Renndirektor des Internationalen Ski-Verbands Fis, hatte schon nach dem Einzel am Samstag mit Sonnenschein pur und der einzigartigen Atmosphäre von „ganz großem Kino“ geschwärmt.

Auch das 23. Stelldichein der Weltelite an der Mühlenkopfschanze war, abgesehen von kleineren Startschwierigkeiten am Freitag, rundherum gelungen. „Aber es war auch ein schwieriger Weltcup, weil Wolfgang nicht mehr da war“, erinnerte Hensel an den vor wenigen Wochen verstorbenen Schanzenchef. 

„Er war eine Bezugsperson für alle, konnte super motivieren und hatte alles im Griff.“ Gleichzeitig lobte der SCW-Präsident auch dessen Stellvertreter Andi Rohn, der einspringen musste. „Er hat die Sache super gemacht und gelöst.“

Durch Schicksalsschlag noch mehr angepackt

Hensel hatte auch das Gefühl, dass die 1400 Helfer nach dem Schicksalsschlag noch ein stückweit mehr angepackt hätten. „Ich kann den ,Free Willis‘ und allen Abteilungen nur Danke sagen.“ Das galt auch für die unermüdliche Unterstützung des Willinger Bauhofs und von den Nachbarkommunen. 

Belohnt wurden alle auch mit denzweiten Plätzen des deutschen Teams und von Markus Eisenbichler sowie dem Sieg von Karl Geiger. „Wenn ein Deutscher gewinnt, dann ist das natürlich schön“, so Hensel, „aber letztlich egal“. Viel wichtiger sei, das Drumherum alles gut abgelaufen sei. „Die Schanze war top, kein Springer ist gestürzt, kein Helfer hat sich verletzt und das DRK und die Bergwacht hatten auch nur kleinere Einsätze.“

„Schanze top, ke iner verletzt“: OK-Chef Jürgen Hensel ist hochzufrieden.

Bleibt nur die Frage, woher kam der enorme Zuschauersprung um 10 000 auf jetzt 56 800? Eine genaue Antwort wusste auch der SCW-Chef nicht, „aber Stephan Leyhe war sicherlich mit ein Grund dafür“. Der Lokalmatador war bis vor seinem Heimspiel immerhin beständigster deutscher Springer. 

Dass es in seinem Wohnzimmer nach dem Teamwettbewerb mit Rang 35 und 22 nicht wirklich gut gelaufen ist, beunruhigt Hensel übrigens nicht besonders. „Das ist abgehakt, er blickt jetzt nach vorn.“ Auf die WM-Entscheidung am Samstag in Innsbruck. 

Skispringen in Willingen 2020 wieder mit Team Tour

Wann sich das nächste Mal im Upland der Vorhang hebt, steht auch schon fest: Vom 14. bis 16. Februar 2020 erlebt die Team Tour mit zwei Einzel und einem Mannschaftsspringen eine Neuauflage (siehe weiteren Artikel). Den Termin hat und durfte sich der SC Willingen aussuchen, „weil wir mittlerweile so einen großen Stellenwert haben“. 

Von 2009 bis 2013 zählte sie zum Weltcup-Kalender der Skispringer, im Winter 2016/17 noch einmal: Nun soll die Team Tour im nächsten Jahr ein weiteres Comeback feiern. Die Bestätigung durch den Fis-Kongress am 12. April in Zürich erscheint nur Formsache zu sein. 

Ein dickes Lob holten sich die „Free Willis“ ab (hier beim Präparieren des Aufsprunghügels). Weil es mittags warm war, machten sich manche in kurzen Hosen ans Werk.

Waren bislang Oberstdorf und Klingenthal zusammen mit Willingen die Ausrichter, so sitzen nun die Upländer und Titisee-Neustadt im Boot. Die Schwarzwälder starten mit Teamspringen (8. Februar) und Einzel (9. Februar), danach sind auf der Mühlenkopfschanze zwei Einzel (14./15. Februar) und ein Mannschaftswettbewerb (16. Februar) zum Abschluss. 

Die Punkte aus den Teamspringen sowie jeweils die Zähler der beiden besten Sportler aus den Einzeln werden addiert. Die stärkste Nation nach den fünf Konkurrenzen darf sich über 100.000 Euro Siegprämie freuen. Der seit zwei Jahren ausgelobte Sonderpreis Willingen/5 wird wegen der Team Tour ausgesetzt.

Skispringen in Willingen - die Bilder vom Sonntag

Skispringen in Willingen: Die Bilder vom Freitag

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare