Deutscher Sieg beim Weltcup vor 23.500 Fans - Stoch und Kobayashi geschlagen

Skispringen in Willingen: Karl Geiger triumphiert, Stephan Leyhe fliegt raus

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Konnte sein Glück kaum fassen: Einzelsieger Karl Geiger lässt die deutschen Fans in Willingen jubeln.

Willingen - Riesenjubel am Mühlenkopf: Als erst vierter deutscher Springer nach Sven Hannawald, Severin Freund und Andreas Wellinger hat Karl Geiger in Willingen gewonnen.

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Aktualisiert um 18.30 Uhr. Karl Geiger hat den Tag gerettet für die vielen deutschen Fans unter den 23.500 Zuschauern an der Mühlenkopfschanze. Der 26-jährige Oberstdorfer triumphierte als Sieger des Einzelspringens beim Weltcup in Willingen. Lokalmatador Stephan Leyhe hatte den Sprung ins Finale verpasst.

Mit einem Wahnsinns-Sprung auf 150,5 Meter blieb Geiger nur anderthalb Meter unter dem Schanzenrekord. Er war nach dem ersten Durchgang Dritter und setzte sich mit 311,1 Punkten im Finale dann an die Spitze des Feldes und wurde auch von den Favoriten Kamil Stoch und Ryoyu Kobayashi, nicht mehr verdrängt.

Stoch kam mit zweimal 144,5 Meter auf 307,1 Punkte, Dritter wurde Gesamtweltcup-Sieger Ryoyu Kobayashi aus Japan mit 144,5 und 143 Metern (304,7 Pkt).

"Das war einer der besten Sprünge, die ich je gemacht habe", freute sich Geiger am ZDF-Mikrofon. Er habe einen extrem guten Rhythmus gehabt, so Geiger, dessen strahlendes Lächeln samt geballter Fäuste Bände sprachen. Die Formkrise nach seinem Weltcup-Sieg in Engelberg scheint überwunden.

Markus Eisenbichler und Stephan Leyhe nur 35. und 36.

Auch diese Bilder sprachen Bände: Als die besten 20 des ersten Durchgangs beim Skisprung-Weltcup in Willingen noch oben auf dem Balken saßen, hatten Stephan Leyhe und Markus Eisenbichler schon die gepackte Tasche über der Schulter hängen. 

Und so mancher der 23.500 Zuschauer schüttelte noch einmal ungläubig den Kopf, als dieses von der TV-Kamera eingefangene Bild über die Stadion-Leinwand flimmerte. Ausgerechnet auf der Mühlenkopfschanze im Upland, wo sie ein Skisprungfest feiern wollten, erlebten die beiden besten deutschen Athleten dieser Saison ihr Waterloo; verpassten das Finale der besten 30 Springer. 

Holte sich als Sechster Selbstvertrauen zurück: Richard Freitag

Nur Platz 35 bzw. 36 stand für die beiden zu Buche. Eisenbichler machte zu viele Fehler vom Absprung weg und landete bei 125,5 Metern. Leyhe erging es kaum besser. Vielleicht ein bisschen zu viel Druck, aber auch Pech mit aufkommendem Seitenwind: Nach 125 Metern war auch für den Upland-Adler Schluss.

"Der Sprung hat mich geärgert. Ich war gestern und in der Probe immer ein bisschen scharf über dem Eck. Da wollte ich geduldiger sein, aber ich war zu geduldig und dabei verliere ich zu viel Geschwindigkeit und falle einfach runter. Morgen in der Probe will ich es wieder besser machen, denn ich habe es definitiv nicht verlernt", sagte Leyhe der WLZ.

Musste sich knapp geschlagen geben: Kamil Stoch aus Polen.

Im Moment des Triumphes dachte Geiger auch an seine beiden Teamkollegen Stephan Leyhe und Markus Eisenbichler. "Die kommen wieder, da mache ich mir keine Sorgen."

Die deutschen Fans unter den 23.500 Zuschauern im ausverkauften Stadion in Willingen standen somit ein wenig unter Schock zur Halbzeit des Einzelspringens.

Doch die Stimmung sollte wieder Fahrt aufnehmen. Denn die Teamkollegen von Leyhe und Eisenbichler holten die Kohlen aus dem Feuer. 

Richard Freitag überzeugt als Sechster

Die deutschen Lichtblicke waren eben andere: Richard Freitag, der schon im Mannschafstspringen am Freitag bester deutscher Athlet war, setzte seine Serie überzeugender Sprünge im Einzel fort. Auf 144 Meter im Probedurchgang und 144 im ersten Wertungsdurchgang folgten 140 im Finale. Das war Platz 6 und noch einmal ein wichtiger Formanstieg rechtzeitig vor der WM, die in einer Woche in Seefeld und Innsbruck beginnt.

Skispringen in Willingen 2019 - der Samstag in Bildern

Werner Schuster zog ein gemischtes Fazit: "Es freut mich riesig für Karl, dass er vor dieser Kulisse gewonnen hat. Er war klar im Kopf und hat phantastische Absprünge gemacht. Bei Richard Freitag ist irgendwas passiert. Die harte Arbeit aus dem Januar zahlt sich aus, er hat kühlen Kopf bewahrt. Die beiden, die ausgeschieden sind, werden wir schon wieder aufpeppeln", meinte der Bundestrainer.

Skispringen in Willingen: Am Sonntag neue Chance für Stephan Leyhe und Markus Eisenbichler

Am Sonntag haben Leyhe und Eisenbichler im zweiten Einzel ab 15.15 Uhr die Chance, den Samstag vergessen zu machen. Und die übrigen Deutschen wollen ihre Form bestätigen.  

Wir melden uns dann hier auf wlz-online.de wieder

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Nach einem stimmungsvollen Freitag mit gutem Sport und einer Megaparty mit Star-DJ Felix Jaehn freuten sich alle - Veranstalter, Springer und Zuschauer - auf den zweiten Tag im Upland. Die Hütte ist mit gut 23.500 Fans ausverkauft!

Der erste Tag endete mit einem knalligen Feuerwerk:

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Video: Der Auftakt des Skispringens in Willingen 

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