20.200 Fans sehen beim Weltcup-Skispringen den zweiten Platz des Deutschen

Kobayashi siegt in Willingen - Eisenbichlers Aufholjagd fast gekrönt

+
Auch Platz zwei bereitet viel Freude: Markus Eisenbichler meldete sich nach dem Waterloo am Samstag am Schlusstag eindrucksvoll zurück.

Willingen - Ein Skisprung-Wochenende ganz nach dem Geschmack der Fans und des Gastgebers ist zu Ende gegangen. Insgesamt 56800 Zuschauer pilgerten von Freitag bis Sonntag an die Mühlenkopfschanze. Dort erlebte nur einer einen Weltcup zum Abhaken: Stephan Leyhe.

+++ Aktualisiert um 18.00 Uhr +++

Fast wieder ein deutscher Sieg beim Einzelspringen im Upland. Nur Ryoyu Kobayashi, der Topmann dieses Winters, verhinderte den erfolg von Markus Eisenbichler.

Eisenbichler vor Richard Freitag und Karl Geiger – das Klassement beim zweiten Einzelspringen des Weltcups in Willingen war ganz nach dem Geschmack der deutschen Fans unter den 20.200 Zuschauern. Allerdings war es nur der Zwischenstand vor den letzten fünf Athleten des zweiten Durchgangs.

Warten war angesagt für die deutschen Fans und Springer. Johann Andre Forfang, der Vorjahressieger aus Norwegen, fiel mit 134,5m zurück. 

Polnisches Trio fällt etwas zurück 

Auch Dawid Kubacki knackte die Punktzahl von Eisenbichler nicht, der 141,5 Meter gesprungen war. Genauso erging es den beiden weiteren topplatzierten Polen: Kamil Stoch und Piotr Zyla fielen ebenfalls hinter den Siegsdorfer zurück; zur Enttäuschung der vielen rot-weißen Fans aus dem Nachbarland. 

Der Sieger am Sonntag: Ryoyu Kobayashi.

Der Traum vom zweiten deutschen Sieg des Wochenendes am Mühlenkopf erfüllte es jedoch nicht. Ryoyu Kobayashi ließ nichts anbrennen. Nach bärenstarken 146 Metern in Durchgang eins standen im Finale 144 Meter zu Buche, die Bestweite gemeinsam mit Richie Freitag. Der Japaner lag damit um mehr als 20 Punkte vor Eisenbichler.

Freitag belegte hinter Zyla den vierten Rang, Vortagssieger Geiger durfte als sechster ebenfalls zufrieden sein. Das Trio kann zuversichtlich in Richtung der Weltmeisterschaft blicken, die in einer Woche beginnt.

Das offizielle Endergebnis vom Sonntag

Keinen entscheidenden Schritt nach vorn gemacht mit Blick auf die WM hat Andreas Wellinger. Mit zweimal 134 Metern belegte er am Ende Platz 19. Damit lag er zwei Plätze vor Youngster Constantin Schmid, der sich mit 135,5 und 130 m sehr gut präsentierte. 

So blieb der ungeliebte Titel „heute schwächster Deutscher“ ausgerechnet an Stephan Leyhe hängen. Hoffnungsvoll in sein Heimspiel gestartet wurde der Tournee-Dritte aus dem Upland nach Platz 36 am Samstag diesmal 22. Da war er selbst in den beiden vergangenen Jahren besser, als er noch längst kein stabiler Top-ten-Springer war wie in dieser Saison.

An Unterstützung mangelt es nicht. Die Schwalefelder Feierbiester drücken Stephan Leyhe fest die Daumen.

"Ich habe mich schon letzte Woche in Lahti schwer getan. Ich tue mich schwer, herauszufinden woran es liegt, dass ich nicht mehr unter die Top ten springe", sagte Leyhe im ZDF. Waren Druck und Erwartungen doch zu groß? "Ich bin jetzt zum 4. Mal dabei und habe gelern, damit umzugehen. Daran lag es jedenfalls nicht."

Willingen5-Wertung geht auch an Kobayashi

Mit seiner überragenden Vorstellung am Sonntag hat sich Kobayashi auch den Sieg im Wettbewerb "Willingen 5" geholt. Nach Qualifikation am Freitag sowie den beiden Sprüngen in den Einzel Samstag und Sonntag hatte der Japaner 737,5 Gesamtpunkte. Zweiter wurde der Pole Piotr Zyla (708,6), hauchdünn vor Karl geiger (708,0) und Vorjahressieger Kamil Stoch (697,4).

So sah es nach dem ersten Durchgang aus

Gibt es auch am Sonntag einen deutschen Sieg auf der Mühlenkopfschanze? Es ist nicht ausgeschlossen, denn unter den Top ten nach dem ersten Durchgang im 2. Einzel beim Skisprung-Weltcup in Willingen liegen die Springer nur rund fünf Meter auseinander.

In Schlagdistanz liegt Markus Eisenbichler als derzeit bester Deutscher. Nach seinem unerwarteten frühen Aus am Tag zuvor sprang der Bayer stabil und liegt mit 140 Metern auf Platz 8. Nur rund acht Punkte Rückstand hat er auf Piotr Zyla, Kamil Stoch und Dawid Kubacki, die auf den Plätzen zwei bis vier einen polnischen Dreierpack bilden.

Ganz vorne aber liegt Ryoyu Kobayashi aus Japan. Der Gesamtweltcup-Sieger scheint zu Tourneestärke zurückzufinden, war mit 146 Metern klar der beste bisher.

Auf Platz fünf mischt überraschend Johann Andre Forfang vorne mit, der voriges Jahr am Sonntag in Willingen gewann.

Und was machte der Überflieger von gestern? Karl Geiger zeigte sich nach verkorksten Probesprung gut erholt und legte 137,5 Meter hin. Das ist vorerst der 11. Platz vor dem Finale der besten 30. Direkt hinter ihm liegt Richard Freitag (138m). Andreas Wellinger ist 20. zur Halbzeit.

Noch nicht ganz in der Spur zurück ist Stephan Leyhe. Der Lokalmatador aus Schwalefeld landete schon bei 133 Metern und hat als 28. gerade so die Qualifikation für den zweiten Durchgang geschafft.

Was es zuvor beim Skispringen im Upland zu vermelden gab

Eitel Sonnenschein rund um Willingen. Auch am dritten Tag im Upland scheint die Sonne am klaren Himmel und begleitet die Fans auf ihren Weg ins Stadion. 

Nach ausverkauftem Haus mit 23.500 Zuschauern am Samstag sind auch heute fast alle Tickets verkauft. 20.200 Zuschauer sidn laut offiziellen Angaben im Upland. 

Die Anreise läuft offensichtlich problemlos, wie die Polizei über ihren Twitter-Kanal @Polizei_NH mitteilt:

Allgemein ist die Polizei mit dem bisherigen Verlauf des Skispringens sehr zufrieden - für Samstag haben die Beamten eine positive Bilanz gezogen. 

Vom Stryck-Bahnhof aus pilgern Fans vieler Nationen zur Schanze.

Insgesamt wird es für viele Athleten ein spannendes letztes Springen vor der Weltmeisterschaft ab kommenden Samstag in Seefeld/Innsbruck: Die meisten Nationaltrainer entscheiden erst nach den heutigen Eindrücken über den endgültigen Kader für die WM!

Probedurchgang: "Eisei" und Leyhe gut erholt

Hat Karl Geiger doch zu viel gefeiert nach seinem Weltcup-Triumph vom Samstag? Jedenfalls landete er im Probesprung für das 2. Einzelspringen in Willingen schon nach 117,5 Metern. Wie gut, dass das nicht zählt für die Willingen5-Wertung. Im Wettkampf will der Oberstdorfer einen draufpacken.

Für die meisten anderen Deutschen lief es aber gut beim Trainingssprung. Die beiden Pechvögel vom Samstag zeigten sich gut erholt. Markus Eisenbichler zeigte 139,5 Meter und war damit zweitbester Athlet. Stephan Leyhe belegte mit 136,5 Metern den siebten Rang. Das macht Hoffnung. 

Richard Freitag (5. mit 137,5m) und Andi Wellinger (9. mit 134m) waren ebenfalls gut unterwegs. Geheimfavorit Timi Zajc aus Slowenien (142,5m) sprang als einziger über die 140-Meter-Marke und gewann den Probedurchgang. Dritter wurde etwas überraschend der Norweger Johann André Forfang (137,5m).

Die Bilder vom Skisprung-Sonntag

Skispringen in Willingen - die Bilder vom Sonntag

Video vom Samstag beim Skispringen in Willingen

Skispringen in Willingen - die Bilder vom Samstag

Skispringen in Willingen 2019 - der Samstag in Bildern

Hier gibt es unseren Live-Ticker vom Auftakt des Skispringens in Willingen am Freitag: Deutscher Sieg und Megaparty: Willingen feiert Markus Eisenbichler und Felix Jaehn

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare