Fragen und Antworten

Skisprung-Weltcup: Anreise, Konzerte, Programm - Alle Infos zu den Willinger Flugtagen

+

Willingen. Der Skisprung-Weltcup in Willingen findet vom 15. bis 17 Februar 2019 statt. Wir beantworten alle wichtigen Fragen zur Anreise, Fernsehübertragung sowie dem Programm an der Mühlenkopfschanze.

Aktualisiert am 13. Februar 2019 - Team-Weltcup und die beiden Einzelspringen des Weltcups - von Freitag bis Sonntag erwartet die Besucher beim Skisprung-Weltcup in Willingen ein volles Programm. Zur Eröffnung am Freitagabend lockt außerdem der erfolgreiche Musikproduzent und DJ Felix Jaehn. Wir haben alle wichtigen Infos im Überblick.

Wann ist die Eröffnungsfeier beim Skispringen in Willingen?

Normalerweise nach der Qualifikation am Freitagabend direkt im Auslauf der Schanze. Diesmal gibt es aber keine Eröffnungszeremonie, weil zum Auftakt am 15. Februar neben Quali- und Trainingssprüngen auch der Teamwettbewerb auf dem Programm steht, der zusätzlich angesetzt wurde. Dadurch ist der Zeitplan zu straff, zumal die Liveshow von DJ Felix Jaehn und das Feuerwerk auch noch anstehen.

Hier geht es zum Live-Ticker Skispringen in Willingen

Gibt es Sonderzüge zum Skispringen in Willingen? 

Das Bahnangebot wird zum Weltcup deutlich ausgeweitet. Die Bahnlinie RB42 fährt am Freitagnachmittag, am Samstag und Sonntag auch schon vormittags stündlich nach Willingen und bringt die Weltcup-Zuschauer ohne Umsteigen von Marburg, Frankenberg, Korbach und Brilon Wald bis zum Weltcup-Bahnhof Willingen-Stryck. Die Linie RB4 fährt zum Beispiel von Kassel, Wolfhagen, Volkmarsen und Bad Arolsen im Stundentakt nach Korbach, dort gibt es Anschluss an die RB42 nach Willingen. In diesem Jahr halten die Züge erstmals aus beiden Richtungen direkt am Weltcup-Bahnhof Stryck außerhalb Willingens. Durch die Nähe des Haltepunktes zur Mühlenkopfschanze ist die Anreise mit dem Zug besonders bequem und komfortabel. Zu Fuß sind es von dort nur 10 bis 15 Minuten. Zudem muss man sich keine Gedanken um die Parkplatzsuche machen. Mit dem Hessenticket reist man zudem aus ganz Hessen ab 7 Euro pro Person.

Hier gibt es den Sonderfahrplan der Bahn zum Skisprung-Weltcup in Willingen als PDF zum Download.

Wo kann man beim Skispringen in Willingen parken? 

Aus Richtung Brilon fahren sie beim Ortseingang rechts - hier einfach der Beschilderung für Parkplätze Weltcup folgen. Aus Richtung Korbach gibt es Parkplätze kurz hinter Usseln. Die Schanze ist übrigens ganz leicht zu finden, die Adresse lautet: Zur Mühlenkopfschanze 1, 34508 Willingen (Upland).

Wie viele Zuschauer sehen das Skispringen in Willingen? 

Der Samstag ist bereits ausverkauft: 23.500 Zuschauer werden an der Schanze erwartet. So viele passen auch am Sonntag ins Stadion. Am Freitag ist die Kapazität etwas geringer. Die 50.000-Zuschauer-Marke könnte insgesamt an den drei Tagen überschritten werden. Übrigens: Autogramme bekommen Sie am besten im Block D unten an der Bande. Wer zuerst kommt, kann sich hier die besten Plätze sichern.

Was kosten die Tickets für das Skispringen in Willingen? 

Der Onlineshop ist inzwischen geschossen. Der Samstag ist komplett ausverkauft! Eintrittskarten für Freitag und Sonntag können noch bis Donnerstag, 14. Februar 2019, in der Geschäftsstelle in Willingen erworben werden, ansonsten an den Tageskassen vor dem Stadion. Für Sonntag gibt es nur noch Stehplatzkarten:  Kinder bis zehn Jahre zahlen fünf Euro, Erwachsene 30 bis 35 Euro; am Freitag sind noch Tickets in allen Kategorien (5 bis 20 Euro) verfügbar.

Lesen Sie auch das Interview mit Lokalmatador Stephan Leyhe: "Irgendwann zählt nur noch: Ich und die Schanze"

Wie sieht das Programm zum Skispringen in Willingen aus? 

Freitag: 

  • 12 Uhr: Einlass 
  • 13.30 Uhr: Offizielles Training 
  • 15.45 Uhr: Team-Weltcup 1. Wertungsdurchgang; anschließend Finaldurchgang und Siegerehrung im Stadion an der Mühlenkopfschanze 
  • 18.15 Uhr: Qualifikation Willingen/5; anschließend Auftritt von DJ Felix Jaehn und Feuerwerk

Samstag:

  • 11 Uhr Einlass:
  • 15 Uhr Probedurchgang
  • 16 Uhr: 1. Wertungsdurchgang; anschließend Finaldurchgang und Siegerehrung im Stadion an der Mühlenkopfschanze

Sonntag:

  • 10.30 Uhr: Einlass
  • 14.15 Uhr: Probedurchgang
  • 15.15 Uhr: 1. Wertungsdurchgang; anschließend Finaldurchgang und Siegerehrung im Stadion an der Mühlenkopfschanze
Rucksäcke dürfen mit an die Mühlenkopfschanze - allerdings sind die Auflagen, was drin sein darf, sehr streng.

Kann man beim Skispringen in Willingen Getränke und Rucksäcke mit an die Schanze nehmen? 

Gegen Rucksäcke ist nichts einzuwenden. Sie werden natürlich kontrolliert. Denn einiges darf nicht drin sein. Die Informationen des Veranstalters: Das Mitbringen von Getränken, Glasbehältern, Dosen, PET-Flaschen, Styroporplatten, Transparenten, Regenschirmen, sperrigen Gegenständen wie Schlitten, Kinderwagen, Rollatoren etc., Pyrotechnik, Fackeln, Waffen und ähnlichen gefährliche Gegenstände sowie Tieren ist untersagt. Bei Nichtbeachtung dieses Verbots erfolgt der Verweis vom Veranstaltungsgelände. Verbotene Gegenstände werden am Eingang durch das Sicherheitspersonal abgenommen und entsorgt. Eine Verwahrung der Gegenstände kann nicht erfolgen.

Wann läuft das Skispringen in Willingen im Fernsehen? 

  • Am Freitag strahlt das ZDF um  16 Uhr das Teamspringen sowie um 16.40 Uhr den zweiten Durchgang aus.  Eurosport sendet ab 15.30 Uhr und zeigt ab 23.15 Uhr die Aufzeichnung.
  • Am Samstag sendet das ZDF um 15.55 Uhr und um 17.05 Uhr.  Eurosport sendet ab 15.45 Uhr live.
  • Am Sonntag ist das Skispringen in Willingen um 15.35 Uhr  und um 16.20 Uhr im ZDF sowie ab 15.45 Uhr live bei Eurosport zu sehen. Eurosport zeigt um 19 Uhr, um 20.30 Uhr sowie um 23.30 Uhr Wiederholungen. 

Die Webcam in Willingen 

Etwas ganz besonderes bietet der Skiclub Willingen: Im Fünfzehnminutentakt werden auf mehreren Webcams aktuelle Fotos von der Schanze in Willingen veröffentlicht. So können Interessierte jederzeit überprüfen, wie die Schneesituation am Adlerhorst, dem Kampfrichterturm und am Loipenstieg aussieht.

Welche Konzerte gibt es beim Skispringen in Willingen? 

Er stand weltweit auf großen Bühnen, am 15. Februar macht er in Willingen Stimmung: DJ Felix Jaehn.

Vor dem Springen unterhalten die Stadionsprecher und die NRW-Lokalradios das Publikum. Am Freitagabend ab etwa 20 Uhr steht der weltberühmte DJ Felix Jaehn live auf der Bühne im Auslauf der Schanze. Livemusik gibt es am Freitag und Samstag auch nach dem Springen im Festzelt. Tipp: Wer am Freitag nach dem Skispringen kommt, hat freien Eintritt.

Was gibt es zu essen und zu trinken rund um die Mühlenkopfschanze? 

An den Außenständen in allen Blöcken werden Bratwurst und Steaks im Brötchen, antialkoholische Kaltgetränke, Bier, Glühwein und heißer Kinderpunsch angeboten. Im unteren Bereich des Funktionsgebäudes befindet sich die „Pommes-Garage“, wo es auch Currywurst und „Mantaplatte“ gibt sowie einen Kaffee-und Kuchenstand, Crepes, Fischbrötchen und gebrannte Mandeln. Im Festzelt gibt es Erbsensuppe, Schnitzel mit Pommes sowie Kaffee und Kuchen.

Die Geschichte des Skispringens an der Mühlenkopfschanze in Willingen

„Männer, Frauen und Kinder, die Stunde der Bewährung ist gekommen. Die Würfel sind gefallen. Der Rudi Gehring hat gesagt, wir können am Sonntag springen, wenn wir fleißig sind“, ruft Fritz Kesper, Präsident des Ski-Clubs Willingen, am 12. Januar 1951 zum Arbeitseinsatz an der Mühlenkopfschanze auf. 

Mit der Ausrichtung des ersten Internationalen Skispringens am Sonntag, 14. Januar, 1951 sollte sich ein Traum für die Upländer erfüllen. Doch es gab ein riesiges Problem: Das Wetter hatte nicht mitgespielt und der komplette Schnee an der Schanze war geschmolzen. Doch vom Aufruf des damaligen Vorsitzenden Fritz Kesper motiviert, machte sich der gesamte Ort auf und präparierte die Schanze. 

„Skisprungkönig“ Sepp Weiler belohnt die fleißigen Helfer beim Training am Samstag mit einem Rekordsatz auf 101 Meter. Rund 15.000 Besucher waren ins Strycktal gekommen, um die deutsche Nationalmannschaft anzufeuern.

Das Springen über schneebedeckte Hügel reizt die Willinger allerdings schon früher: Als die Weitenjäger bei den ersten Olympischen Winterspielen 1924 im französischen Chamonix an den Start gehen, springt der in Deutschland lebende Norweger Thom Hesselberg-Berntzen auf einer Naturschanze am Ettelsberg 24 Meter weit. Ein Jahr später treffen die Mitglieder des 1910 gegründeten Vereins eine Entscheidung, mit deren Tragweite sie nicht im entferntesten rechnen konnten: Sie verlegten die Schanze vom Willinger Hausberg an den schneesicheren und windgeschützten Osthang des Mühlenkopfs im Strycktal und stellen damit die Weichen für die Weiterentwicklung des Skispringens und des Tourismus im Upland. Weitsicht, Einsatzbereitschaft und Mut beweisen die Willinger erneut nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Unter Regie des Vorsitzenden Hans Schlömer bauen sie ihre Naturschanze nahezu in Eigenleistung zur Großschanze mit einem Anlaufturm aus Rundhölzern um. Nach ersten enttäuschenden Tests bewährt sich die Investition beim ersten Internationalen Skispringen am 14. Januar 1951. 

Skispringen auf der Mühlenkopfschanze: International seit 1951

Mit der viertgrößten Schanze der Welt rückt auch das Upland zunehmend in den Blickpunkt: „Als 1951 zum ersten Mal auch ausländische Springer von Rang kamen, setzte explosionsartig Willingens Wachstum ein. Die bäuerlichen Anwesen wurden ausgesiedelt. Dadurch entstand Platz für Geschäfte und Hotels im Ortszentrum. Willingen begann, sich auszudehnen“, berichtet Marieluise Schreiber im Willinger Ortssippenbuch. 

Der Ski-Club macht sich als Ausrichter einen Namen: bis 1960 lädt er zu Internationalen Skispringen ein, 1956 sind die Willinger erstmals Gastgeber einer Deutschen Nordischen Skimeisterschaft. Der rasanten Entwicklung drohte allerdings ein jähes Ende, als der Holzturm der „Großen Mühlenkopfschanze“ 1960 zusammenbricht und 1962 komplett abgerissen werden muss. 

Willingen mit weltgrößter Sprungschanze 

Um den Aufstieg zum renommierten Wintersportort nicht zu gefährden, einigen sich Verein und Gemeinde jedoch auf einen Neubau. Der bekannte Schanzenbauer Heini Klopfer (Oberstdorf) entwirft eine bis dahin einmalige Konstruktion in Leimbauweise, deren Bau 1964 abgeschlossen ist. Das Potenzial der dritten Mühlenkopfschanze zeigt sich jedoch erst 1970. Der Österreicher Reinhold Bachler verbessert den 1951 von Sepp Weiler aufgestellten Schanzenrekord von 101 auf 103,5 Meter. Da die Willinger Wintersportfreunde auch in Zukunft deutsche Meisterschaften ausrichten mwollten, bauen sie 1971 am Mühlenkopf eine feste Normalschanze, die „Kleine Mühlenkopfschanze“. 

Bis 1977 lässt die Witterung aber keine Skispringen im Upland zu. Obwohl 1982 nicht auf beiden Schanzen gesprungen wird, ist dieses Jahr ein besonderes für den Ski-Club Willingen: Der Internationale Skiverband (FIS) ruft die Europacup-Serie neben der Weltcup-Serie ins Leben. Gleich zwei Wettbewerbe geben den Willingern die Möglichkeit, von Beginn an als EC-Ausrichter zu überzeugen. 1993 richten sie das Springen sogar komplett ohne Naturschnee aus. 1994 ist die Anlage trotz Dauerregens in hervorragendem Zustand. Jahrzehntelang haben die Willinger davon geträumt, einmal die weltbesten Skispringer am Mühlenkopf begrüßen zu können. Mit diesen Ausnahmeleistungen legen sie den Grundstein. 

Nach einem erneuten Umbau zur K 120-Schanze feiern sie am 8. Januar 1995 eine von Sportlern und Sportfunktionären umjubelte Weltcup-Premiere. Fortan setzt der Verein von Jahr zu Jahr neue Maßstäbe in der Organisation von Skisprung-Wettbewerben. Gemeinsam mit der Gemeinde Willingen errichtet er 2000 aus Stahl, Beton und Glas Mühlenkopfschanze Nummer 4 – die größte Sprungschanze der Welt.

Beim Weltcup-Skispringen 2014 wurden der neue Kampfrichterturm und die fest installierte Flutlichtanlage offiziell in Betrieb genommen. Kosten: rund 2 Millionen Euro.

(mit Natalie Volkenrath)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare