Upländer Skispringer im Interview vor dem Weltcup-Heimspiel 

Lokalmatador Leyhe: „Irgendwann zählt nur noch: Ich und die Schanze“

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In Willingen noch mehr im Rampenlicht: Stephan Leyhe.

Willingen. Er hat in diesem Winter, im wahrsten Sinne des Wortes, einen großen Sprung nach vorn gemacht. Stephan Leyhe vom SC Willingen landet regelmäßig unter den Top Ten im Weltcup der Skispringer.

Im Interview spricht der 27-Jährige über die dadurch gesteigerte Belastung beim Heimauftritt auf der Mühlenkopfschanze in Willingen.

Wie groß ist die Vorfreude auf den Weltcup in Ihrer Heimat?

Sehr groß, denn je näher er rückt, umso mehr beschäftigt man sich damit. Ich freue mich einfach darauf, wieder am Mühlenkopf zu springen, auf das Publikum und das ganze Drumherum.

Haben Sie nicht auch ein bisschen Bammel davor?

Früher vielleicht, aber jetzt bin ich schon das vierte Jahr dabei. Alle freuen sich, dass ich wieder mitspringe, aber niemand erwartet von mir Höchstleistungen.

Sie gehören zu den stärksten deutsche Skispringern. Mit jedem guten Ergebnis stiegen die Erwartungen der Zuschauer, oder?

(lacht) Die wachsen auch bei mir selbst. Aber ich verspüre keinen größeren Druck, weil es immer mal passieren kann, wie zuletzt beim Skifliegen in Oberstdorf, dass etwas extrem schief läuft und man mit null Punkten dasteht. Wir Skispringer sind ja auch nur Menschen.

An Misserfolge denken Sie als Siebter der Weltrangliste vermutlich derzeit ohnehin nicht.

Nein, ich denke nicht, dass ich einen Leistungseinbruch haben werde. Und wenn das Wochenende normal läuft, dann werden da auch ganz gute Ergebnisse herausspringen.

Welche Hilfestellung gibt Ihnen Bundestrainer Werner Schuster, der weiß, welcher enormen Belastung Sie dieses Mal in Willingen ausgesetzt sein werden?

Die letzten Jahre habe ich im Vorfeld immer schon mit ihm darüber gesprochen. Es ist einfach besser die Situation so anzunehmen und zu akzeptieren, anstatt irgendwelche Dinge abzublocken. Das ist in diesem Jahr nicht anders. Derzeit bin ich wirklich ganz gelassen und entspannt.

Hat sich insgesamt durch Ihre regelmäßigen Landungen unter den Top Ten etwas geändert?

Ich muss zwar das ein oder andere Autogramm mehr geben, oder darf auch mal zur Pressekonferenz gehen, aber sonst ist doch alles gleich geblieben.

Nicht mehr daraus machen, als es ist

Wie sieht Ihre Strategie für die drei Tage im Strycktal aus?

Ich nehme es als normalen Weltcup, aber mit dem Bonus, dass er in meiner Heimat stattfindet. Ich werde auf keinen Fall mehr daraus machen, als es tatsächlich ist.

Es stört Sie also nicht, wenn Ihnen mehr auf die Schulter geklopft wird als an anderen Orten?

Darauf bin ich vorbereitet und ich weiß, was auf mich zukommt. Wichtig ist, den richtigen Zeitpunkt zu finden, wann man das Drumherum ausblendet, seien es die Fans, aber auch die Betreuer. Wichtig ist auch, dass ich mich komplett auf den Sprung fokussiere. Ab dann heißt es nur noch: Ich und die Schanze – das zählt.

Sie wohnen im Mannschaftshotel, obwohl Ihre Eltern nur vier Kilometer entfernt in Schwalefeld leben.

Es ist wichtig beim Team zu sein. Außerdem säße ich zuhause allein am Tisch, weil meine Familie beim Weltcup kräftig mithilft.

Welche Ziele setzen Sie sich für Willingen?

Mit dem Team will ich wieder aufs Podest springen, weil es die Generalprobe für die WM ist. In den beiden Einzeln wäre ich vollkommen zufrieden, wenn ich wieder in den Top Ten landen würde.

Damit ändert sich auch in der Heimat an dem vor der Saison von Ihnen geäußerten Ziel nichts.

Nein. Ich weiß, ich kann aufs Podest springen, das ist mir in diesem Winter bislang einmal geglückt. Die Konkurrenz ist stark und liegt ganz dicht beisammen und deshalb kann ich das nicht erzwingen. Da muss der Tag einfach kommen, an dem alles passt.

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