Schwierige Wetterbedingungen in Oberstdorf - Eisenbichler bester Deutscher

Fliegen ist nicht ganz seine Welt: Leyhe 17. zum Abschluss

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Ein Upländer im verschneiten Allgäu: Stephan Leyhe machte das beste aus den schwieirigen Bedingungen beim Skifliegen in Oberstdorf. Einmal verpasste er aber das Finale.

Oberstdorf – Noch sind die Höhepunkte der Saison der Skispringer nicht erreicht – Weltmeisterschaft, Kult-Weltcup in Willingen. Aber reichlich Kraft haben die meisten der Athleten schon verbraucht.

In Oberstdorf waren am Wochenende bei dreimal Skifliegen nicht nur die nötigen Körner, sondern auch Geduld und Routine im Kampf mit wechselnden Windverhältnissen gefragt – und Glück natürlich. Gestern – es war schon das 21. Weltcup-Springen des Winters – kam auch noch Schneefall hinzu.

Dass sich mit Ryoyu Kobayashi (Samstag) und Kamil Stoch (Sonntag) trotz einiger überraschend starker Außenseiter zwei Topleute durchsetzten, zeigt, welch gutes Niveau man zeigen muss. Stephan Leyhe, der noch nicht einmal pausiert hat bisher, kam nicht ganz an sein bisheriges Niveau heran. 

Bei elf Top-ten-Platzierungen war bislang Rang 25 sein schlechtestes Ergebnis. Am Samstag erwischte es ihn mal. Der Mann vom SC Willingen verpasste als 35 den Finaldurchgang der besten 30.

Die Enttäuschung hielt sich in Grenzen, nachdem das Wochenende mit Platz elf am Freitag versöhnlich begonnen hatte. „Heute hat die halbe Mannschaft einen Schritt zurück gemacht hat, aber es war klar, dass es nicht einfach wird“, sagte Bundestrainer Werner Schuster am Samstag. Und seine Aussage sollte auch gestern noch Bestand haben. Auch am dritten Tag war es nur Markus Eisenbichler, der als Zehnter überzeugte.

Zweimal die 200m knapp verpasst

Stephan Leyhe kratzte nach sehr ordentlichen 211 Metern bei mäßigen Bedingungen in der Qualifikation im Wettkampf zweimal vergeblich an der 200-Meter-Marke. In beiden Durchgängen standen 199,5 Meter zu Buche. Summe summarum waren das 353, 1 Punkt und Platz 17 als zweitbester Deutscher.

Im letzten Flug am Freitag mit 212,5 m glaubte Stefan Leyhe des Rätsels Lösung gefunden zu haben. Doch am Ende eines stressigen Skifliegens in Oberstdorf mit elf Wertungsdurchgängen an drei Tagen blieb bei dem „Upland-Adler“ die Erkenntnis, nicht der geborene Skiflieger zu sein. „Ich bin noch zu nah am Skispringen statt beim Fiegen“, erklärte der 27-Jährige, der im Hinblick auf den Gesamtweltcup (weiterhin 7.) aber wenigstens noch Schadensbegrenzung betrieb. 

Eine Klasse für sich war Stoch (413,2 Punkte), der auf 214,5 und 227,5 m kam. Eher Kreisklasse hingegen der Rest der DSV-Adler: Karl Geiger 29, Martin Hamann 30. – das war's. Richard Freitag verpasste am Sonntag den zweiten Durchgang. Andreas Wellinger (48./31.) musste gar an beiden Tagen nach einem Sprung die Tasche packen.

Der Springer-Tross packt nun die Koffer und fliegt zur Wochenmitte nach Lahti. Bis dahin freuen sich alle auf zwei Tage ohne Wind, Schnee und schwere Sprünge. (schä/rsm)

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