7500 Zuschauer und ein stimmungsvoller Weltcup-Auftakt in Willingen

Freunds Kampfansage, Leyhe sucht Topform 

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Schaut ein bisschen skeptisch, aber warum bloß? Severin Freund nach der Qualifikation am Mühlenkopf.

Deutschlands Weltcup-Skispringer sind bereit zum ersten Mannschaftssieg in Willingen seit elf Jahren. Angeführt von Weltmeister Severin Freund gehen sie an diesem Samstag als einer der Mitfavoriten in den Teamwettbewerb am Mühlenkopf.

Vor der seit Jahren besten Freitagskulisse von gut 7500 Zuschauern gelang Freund gestern Abend mit 140,5 Metern den weitesten Sprung der Qualifikation. Auch die anderen sechs deutschen Springer sind am Sonntag im Einzel bei der Generalprobe für die Skiflug-WM am Kulm dabei. Vor allem Andreas Wellinger mit 134,5 Meter und Richard Freitag, der bei verkürztem Anlauf 134 Meter weit sprang, überzeugten. Als vierten Springer für den Teamweltcup nominierte Bundestrainer Werner Schuster wie erwartet Andreas Wank, der bei 131 Metern landete.

Der Gewinner der Vierschanzentournee, Peter Prevc, ließ die Qualifikation aus und gönnte sich eine Pause. Doch auch ohne ihre besten Mann zeigten die Slowenen, das sie ebenfalls im Team um Platz eins mitspringen werden. Altmeister Jurij Tepes holte sich die 2000 Euro Siegprämie für Platz eins unter den nicht gesetzten Springern mit einer Weite von 139 Metern.

 Bei den vorqualifizierten Sportlern setzte Domen Prvec, der jüngere Bruder von Peter, mit 138,5 Metern ein Ausrufezeichen. Auch die von Stefan Kraft (139,0 Meter) angeführten Österreicher könnten im Mannschaftsspringen eine gute Rolle spielen, während im Team der Norweger Topmann Kenneth Gangnes (126,0) als einziger etwas hinter den Erwartungen blieb.

Lokalmatador Stephan Leyhe war mit Rang 18 und 128,5 Metern nicht ganz zufrieden. "Ich habe ein bisschen zu steil angesetzt, dann verliere ich die Geschwindigkeit am Hang und plumpse am Ende nur noch runter", sagte der Schwalefelder. Er räumte ein, dass Willingen für ihn kein Springen wie andere ist. Vielleicht habe er sich deshalb unbewusst ein wenig zu sehr unter Druck gesetzt.

Leyhe lobte die Schanze als perfekt. "Ein Traum, der Hang ist super präpariert." Am Sonntag springen auch seine Teamkollege Michael Neumayer und Karl Geiger um Weltcup-Punkte.

Einer der Höhepunkte der stimmungsvollen Eröffnungsfeier war die Ehrenrunde des Schweizers Simon Ammann im Auslauf der Schanze. Der vierfache Olympiasieger war kurz sprachlos, als er wie vor zwei Jahren Skisprung-Methusalem Noriaki Kasai statt des zigfach erhaltenen Handtuchs einen Bademantel überreicht bekam – er strahlte übers ganze Gesicht.

Den meisten Applaus erhielt aber Nick Fairell, der seit seinem schweren Sturz mit Not-OP bei der letztjährigen Vierschanzentournee im Rollstuhl sitzt und derzeit das US-Team begleitet. „Ich war nie zuvor in Willingen, aber ich bin sehr beeindruckt und genieße die Zeit hier.“

  

  

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