Für Skiclub beginnt heiße Vorbereitungsphase für Skispringen 

Weltcup in Willingen: 50.000-Zuschauer-Marke im Visier

+
Alles in Bewegung: Auf und vor der Mühlenkopfschanze bringen derzeit viele Helfer den Schnee in die richtige Position für das Weltcup-Skispringen, das in der kommenden Woche in Willingen stattfindet. 

Willingen - Der Countdown läuft.  Bei den Verantwortlichen des SC Willingen zählt man die Tage bis zum Skisprung-Weltcup am kommenden Wochenende

Die zahlreich erschienenen freiwilligen Helfer, auch „Free Willis“ genannt, legen derzeit für die drei Tage Skispringen auf der größten Großschanze der Welt an allen Gewerken Hand an und blicken immer wieder zum Himmel und auf die Wettervorhersagen.

Schnee hat es heuer genug, am vergangenen Mittwoch und Donnerstag wurden sogar über 1000 Kubikmeter als Reserve von der Schanze in die Biathlon-Arena transportiert. 

Dem Aufruf des Veranstalters zum Schneeräumen der Tribünen am Mittwoch und Donnerstag kamen am ersten Tag über 100 Freiwillige nach. Sie entfernten mit Schaufeln und Schneehexen sowie den zuvor angebrachten Plastikrutschen unter Flutlicht bei guter Verpflegung die weiße Pracht von den Tribünenblöcken.

Alles in Bewegung: Auf und vor der Mühlenkopfschanze bringen derzeit viele Helfer den Schnee in die richtige Position für das Weltcup-Skispringen, das in der kommenden Woche in Willingen stattfindet.

„Am zweiten Tag waren es weniger Helfer, aber da war auch nicht mehr so viel zu tun“, sagte der neue Schanzenchef Andi Rohn, der nach dem plötzlichen Tod seines Vorgängers Wolfgang Schlüter von allen Seiten viel Unterstützung erfährt.

Samstag-Wettkampf ausverkauft

Rohn ist beeindruckt und zufrieden von der Welle der Hilfsbereitschaft der Free Willis, die zusätzlich mit einem Ticket für den Wettbewerb am Sonntag belohnt werden. Apropos Tickets: Der Samstag ist bereits ausverkauft. 23.500 Zuschauer werden an der Schanze erwartet. Im Vorjahr hieß es bereits bei 21.000 verkauften Eintrittskarten ausverkauft. 

Dieses Plus von 2500 Menschen verdiente sich der SC Willingen, indem er die Fluchtwege verbreitert hat. Für Freitag und Sonntag gibt es noch Karten, allerdings ist am gestrigen Freitag der Online-Karten-Vorverkauf eingestellt worden, damit die Tickets noch rechtzeitig den Käufern auf dem Postweg zugestellt werden können. Doch die Tageskassen sind weiterhin geöffnet.

Helfer bereiten Skisprung-Weltcup in Willingen vor

Die Hochrechnung des Vereinspräsidenten und Organisationschefs Jürgen Hensel lautet: Die 50.000-Zuschauer-Marke könnte überschritten werden. Der Schneeverteiler heißt auch diesmal wieder Björn Wäscher. Er steuert die Pistenwalze und hat bereits den Auslauf mit einer Schneedecke gleichmäßig präpariert.

Zuvor gab es allerdings ein Panne: Der Joystick der Pistenwalze streikte. Und so musste der ein Fahrdienst-Pilot erstmals bis nach Ulm ausrücken, um für Ersatz zu sorgen.

Andreas Rohn ist der neue Schanzenchef. Er ist beeindruckt von der Helferzahl.

Auf der Schanze erfolgt jetzt die Feinjustierung, in der letzten Phase mit dem Schanzenhobel, den Günther Abel aus Winterberg schwingt. Ein bewährtes Team ist hier am Werk, ebenso am Anlauf, wo Anfang der kommenden Woche das Team um Sebastian Schlachta die Eisspur fräsen wird, um den rund 60 Skispringern aus 15 Nationen eim letzten Test vor der WM in Seefeld mit dem Team-Wettbewerb sowie Willingen/5 optimale Bedingungen zu bieten.

„Es läuft alles nach Plan“, sagt Andi Rohn zuversichtlich. „Unsere jahrelange Erfahrung zahlt sich mehr und mehr aus.“

27 Kameras am Hang 

Natürlich kann man sich das Springen auch im Fernsehen anschauen. Das ZDF, das mit 27 Kameras überträgt, hat bereits mit dem Aufbau und Verlegen der Kabeln begonnen. Unterbrochen werden diese Arbeiten für einen Tag, wenn die große Videowand angeliefert wird. 

Die ZDF-„Mainzelmänner“ rücken übrigens mit ihrem ersten Moderatoren-Sturm an: Toni Innauer, Norbert König und Stefan Bier. Eurosport kommt mit Sven Hannawald und Matthias Bielek.

Leyhe als Hoffnungsträger

Rund 215.000 Euro winken an Preisgeldern, allein 25.000 für den Gesamtsieger von Willingen/5, für die mit Ausnahme des zusätzlich ins Programm genommenen Mannschaftsspringens alle fünf Wertungsdurchgänge addiert werden. Für viele Athleten ist Willingen die letzte Gelegenheit, sich doch noch für die WM zu empfehlen. 

Das versucht auch Gregor Schlierenzauer. Der Österreicher startet nach langer Weltcup-Pause schon an diesem Wochenende in Lahti. Anders als Severin Freund, dessen WM-Chancen immer mehr sinken. Die Willinger, aber auch die deutschen Fans allgemein hoffen, dass Lokalmatador Stephan Leyhe bei seinem „Heimweltcup“ auf das Treppchen springt, was ihm 2017 schon im Teamwettbewerb gelungen war. (be)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare